Donnerstag, 15.04.2021

|

zum Thema

Schwarzenegger: "Trump ist schlechtester Präsident aller Zeiten"

Actionstar wendet sich in einer bewegenden Ansprache an die Amerikaner - 11.01.2021 10:32 Uhr

Arnold Schwarzenegger, ehemaliger republikanischer Gouverneur von Kalifornien, lässt kein gutes Haar an Donald Trump.

11.01.2021 © Frank Fastner, dpa


Arnold Schwarzenegger (73) hat die Amerikaner nach dem Sturm auf das Kapitol in einer Botschaft auf Twitter dazu aufgerufen, die Spaltung des Landes zu überwinden. In einer Rede "an meine amerikanischen Mitbürger und Freunde auf der ganzen Welt“ sagte der frühere Action-Schauspieler und Ex-Gouverneur des US-Staates Kalifornien: „Wir müssen uns gemeinsam von dem Drama heilen, das gerade passiert ist. Wir müssen als Amerikaner heilen.“

Präsident Donald Trump habe einen Putsch versucht, "indem er die Menschen mit Lügen in die Irre führte“, sagte Schwarzenegger, seine Worte werden untermalt von sphärischer, aber doch leicht martialischer Musik: "Präsident Trump ist ein gescheiterter Anführer. Er wird als der schlechteste Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen.“ Doch Amerika werde diese dunklen Tage überwinden und stärker zurückkommen, "weil wir nun verstehen, was wir zu verlieren haben“.

Bilderstrecke zum Thema

Chaos in Washington: Trump-Anhänger stürmen Kapitol

In der US-Hauptstadt Washington herrscht Chaos: Tausende Anhänger von US-Präsident Trump haben sich am Mittwoch rund um das Kapitol versammelt - etliche von ihnen sind ins Gebäude eingedrungen. Vier Menschen kamen bei oder im Umfeld der Unruhen ums Leben. In Washington wurde darauf eine Ausgangssperre verhängt.


Schwarzenegger wurde ungewöhnlich persönlich, erzählte aus seiner Jugend, als sein vom Krieg gezeichneter Vater ihn schlug, wie viele andere Väter in jener Zeit, bei denen der Krieg Narben nicht nur am Körper, sondern auch in der Seele hinterlassen habe. Er wisse als aus Europa Stammender, so der 73-Jährige weiter, wie Dinge aus dem Ruder laufen könnten. Es bestünden Ängste, dass so etwas auch in Amerika geschehen könne, deswegen warne er vor "Selbstsucht und Zynismus“.

Parallelen zur Pogromnacht

Wenn der gewählte Präsident Joe Biden erfolgreich sei, "wird die Nation erfolgreich sein“, sagte Schwarzenegger, der selbst wie Trump der Republikanischen Partei angehört. Der in Österreich geborene Schwarzenegger zog Parallelen zwischen dem Sturm auf das Kapitol in Washington und dem Judenpogrom in Deutschland 1938 in der "Kristallnacht“, der "Nacht des zerbrochenen Glases“, wie er sagte. "Mittwoch war der Tag des zerbrochenen Glases hier in den USA.“

Anhänger von Präsident Donald Trump hatten im politischen Zentrum Washingtons gegen die Zertifizierung der Präsidentschaftswahlergebnisse demonstriert. Einige drangen gewaltsam in das Kapitol ein. Schwarzenegger sagte, der Mob habe nicht nur die Fenster zerbrochen, "sondern die Ideen, die wir für selbstverständlich hielten. Sie haben die Prinzipien, auf denen unser Land gegründet wurde, mit Füßen getreten.“


Kommentar: Trumps Twitter-Sperrung schützt die Demokratie


Schwarzenegger zeigte sich dennoch optimistisch und bemühte als Bild, warum Amerika durch die jüngsten Entwicklungen stärker werde, ein Requisit aus einem seiner bekanntesten Filme: das Schwert des Barbaren Conan. Der Stahl der Waffe sei deswegen so stark, weil er immer wieder erhitzt, mit dem Hammer bearbeitet und wieder abgekühlt wurde, viele Dutzend Mal. Genauso sei das mit des US-Demokratie, so der Ex-Gouverneur, sie werde durch Prüfungen wie jene der letzten Tage gehärtet.

Bilderstrecke zum Thema

Aufstände in Washington: Politiker aus aller Welt sind entsetzt

Trump-Anhänger marschierten in das Kapitol in Washington, um gegen das Wahlergebnis zu protestieren. Politiker aus aller Welt werten die Krawalle als Angriff auf die Demokratie und drücken ihr Unverständnis, ihre Sorge und ihre Erschütterung in den Sozialen Netzwerken aus.


6

6 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik