32°

Dienstag, 23.07.2019

|

zum Thema

Siemens-Chef nach Morddrohung: "Der Teufel hat jetzt auch E-Mail"

Joe Kaeser twittert unter dem Hashtag #NazisRaus - 12.07.2019 18:31 Uhr

Schockierender Inhalt: In der Mail an den Siemens-Chef heißt es unter anderem, Typen wie Kaeser bräuchten "dringend eine Behandlung wie Lübcke". © Sven Hoppe, dpa


Über Twitter verbreitete der 62-Jährige am Freitag die Abbildung einer Mail vom Absender adolf.hitler@nsdap.de und dem Betreff "An Joe Kaeser". Dazu schrieb der Konzernchef, er sehe darin "Anzeichen, dass sogar in der Hölle die Digitalisierung Einzug gehalten hat: Der Teufel hat jetzt auch E-Mail." Unten sei dessen Botschaft an ihn. "Meine Botschaft zurück: #neverforget #NieWieder #NazisRaus"

In der Mail heißt es unter anderem, Typen wie Kaeser bräuchten "dringend eine Behandlung wie Lübcke" - eine Anspielung auf den Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke, der Anfang Juni durch einen Kopfschuss getötet worden war. Die Bundesanwaltschaft stuft den Mord als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

Strafanzeige gestellt

Zuerst hatte die Wirtschaftswoche unter Berufung auf das Landeskriminalamt (LKA) über die Drohung berichtet. Die Deggendorfer Staatsanwaltschaft hatte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigt, dass eine Strafanzeige in dem Fall eingegangen sei, aber keine Details genannt. Kaeser schrieb via Twitter: "Wir haben keine Anzeige erstattet. Die Behörden ermitteln selbständig."

Die Absenderadresse der Mail ist den Sicherheitsbehörden dem Bericht zufolge aus einem anderen Fall bekannt. Das LKA habe aber darauf hingewiesen, dass der Mail-Domain-Server gekapert worden sein könnte. 

dpa

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik