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Soldat als Flüchtling anerkannt: Super-GAU fürs Bamf

Oberleutnant unter Terrorverdacht: Asylbehörde hat versagt - 28.04.2017 06:54 Uhr

Beim Bamf erhielt ein Soldat der Bundeswehr den Flüchtlingsstatus - obwohl er kein Wort Arabisch spricht. Sein perfider Plan: Er plante wohl einen Anschlag. © dpa, Montage


Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Ein Deutscher gibt sich als Syrer aus, stellt einen Asylantrag, der dann auch noch rasch bewilligt wird. Und das, obwohl der Mann kein Arabisch spricht, sondern nur mit Deutsch und Französischkenntnissen aufwarten kann.

Da bleibt von den angeblich so gründlichen Asylverfahren, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge immer wieder beteuert, nicht viel übrig. Zumal der Antrag des Soldaten in eine Zeit fällt, in der das Bamf angeblich wieder gründlich prüfen wollte. Dazu gehört laut Asylamtsaussagen: ein detailliertes Abfragen von Länderwissen. Auch den Dialekt der Antragsteller lasse man untersuchen, brüstete sich die Nürnberger Behörde – damit sich ja kein Marokkaner oder Ägypter als Syrer ausgeben kann.

An der Einhaltung dieser Qualitätsstandards war in den vergangenen Monaten häufig gezweifelt worden – auch aus Reihen des Bamf. Der Personalrat kritisierte, dass die Verfahren oft zu oberflächlich durchgeführt wurden – auch wegen des immer höher werdenden Drucks durch die Amtsleitung. Schnelle Abarbeitung der Verfahren ging vor Qualität.

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Dass dabei Fehler passieren, ist eine logische Konsequenz. Dass aber jemand mit einer derartigen Räuberpistole als Asylbewerber anerkannt werden konnte, ist haarsträubend. Es ist der Super-GAU – nicht nur für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, sondern auch für die Bundesregierung.

Denn der Fall erschüttert das Vertrauen der Bevölkerung in die Arbeit von Politik und Behörden – zu Recht. Man kann nur froh sein, dass der perfide Plan des Soldaten nicht aufging. Doch der Schaden ist auch so sehr hoch. 

FRANZISKA HOLZSCHUH

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