24°

Samstag, 08.08.2020

|

zum Thema

"Stammbaumforschung"? CDU-Innenexperte Schuster verteidigt Stuttgarter Polizei

Polizei will Familienverhältnisse der Verdächtigen umfassend feststellen - 13.07.2020 10:30 Uhr

Polizisten stehen bei einer Personenkontrolle auf dem Schlossplatz. Jetzt will die Stuttgarter Polizei die Familienverhältnisse der Verdächtigen genauer unter die Lupe nehmen - und erntet dafür Kritik.

© Christoph Schmidt, dpa


"Ich kann beim Vorgehen der Polizei Stuttgart keinen Fehler erkennen", sagte der Baden-Württemberger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). "Soziologische Täteranalysen sind nach solchen Exzessen polizeilicher Standard. Wie soll die Polizei denn sonst zielgerichtete Strategien und Präventionsmaßnahmen für kommende Lagen entwickeln?" Schuster fügte hinzu: "Vielleicht halten sich einige politische Hobby-Sicherheitsexperten einfach mal zurück. Die andauernden rhetorischen Tritte linker Politiker gegen die Polizei werden immer mehr zum eigentlichen Sicherheitsrisiko."

Bei ihren Ermittlungen zur Stuttgarter Krawallnacht nimmt die Polizei auch das Umfeld der Verdächtigen und deren familiären Hintergrund unter die Lupe - und löst damit bundesweit heftige Kritik aus. Die Polizei bestätigte am Sonntag, dass sie bei ihren Ermittlungen in Einzelfällen bei Standesämtern nachforscht, welche Nationalität die Eltern von Tatverdächtigen haben. Es gehe darum, weitere Täter zu identifizieren sowie die Lebens- und Familienverhältnisse der bereits bekannten Verdächtigen umfassend festzustellen, erklärte das Polizeipräsidium. Dies als "Stammbaumforschung" zu bezeichnen, sei aber nicht korrekt. Politiker von SPD, Grünen, Linken und FDP hatten das Vorgehen scharf kritisiert.

Bilderstrecke zum Thema

Randale und Plünderungen in Stuttgarter Innenstadt

Bei Straßenschlachten mit der Polizei haben dutzende gewalttätige Kleingruppen in der Nacht auf Sonntag die Stuttgarter Innenstadt verwüstet und mehrere Beamte verletzt. Am Morgen danach helfen die Einsatzkräfte der Feuerwehr beim Aufräumen und Absichern der beschädigten Geschäfte.



Randale in Stuttgart: Erlanger CSU-Politiker kritisiert Medien und SPD


In Stuttgart war es in der Nacht zum 21. Juni zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Randalierer hatten damals Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an den Randalen beteiligt oder hatten zugeschaut. 32 Polizisten wurden verletzt. Inzwischen seien 39 Verdächtige ermittelt. 14 säßen in Untersuchungshaft, 6 weitere Haftbefehle seien außer Vollzug gesetzt worden, hieß es.

dpa

22

22 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Politik