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Trump im Streit mit Twitter: Ein Mann, ein falsches Wort

US-Präsident muss künftig wohl ohne Twitter regieren - 28.05.2020 21:53 Uhr

Ärger zwischen Twitter und Donald Trump - greift der US-Präsident jetzt durch?

© Omar Marques


Nicht jeder Deutsche folgt Donald Trump auf Twitter, doch mit 80 Millionen Followern interessieren sich immerhin so viele Menschen, wie die Bundesrepublik Einwohner zählt, für die jeweils aktuellsten Volten des wohl schrägsten US-Präsidenten aller Zeiten.

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Donald Trump: Ein US-Präsident wie keiner vor ihm

Am 20. Januar 2017 wurde der Immobilien-Milliardär Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Längst ist klar: Einen solchen Präsidenten hatten die USA noch nie. Ständig gibt es Show und Selbstlob, während Fehler immer auf die Kappe anderer gehen. Und in der Substanz: Abreißen, was seine Amtsvorgänger in 70 Jahren amerikanischer Außenpolitik aufgebaut haben.


Trump hat, diese Aussage ist nicht übertrieben, bislang auch mit Hilfe von Tweets regiert. Ob es um die Androhung militärischer Konflikte oder die Verunglimpfung politischer Gegner ging, das Gezwitschere via Kurznachrichtendienst beherrschte kaum jemand besser als der Milliardär im Weißen Haus.

Twitter statt Pressekonferenz

Eine klassische Win-Win-Situation: Trump sparte sich die ein oder andere Pressekonferenz und somit ein Ritual, das ihm eher lästig war und ist. Denn auf Pressekonferenzen dürfen Journalisten Fragen stellen, auch kritische. Nach Ansicht Trumps ein unhaltbarer Zustand. Für den Technikkonzern aus dem Silicon Valley wiederum war der US-Präsident durchaus eine Zierde, fürs Geschäft war er ohnehin gut, denn im Netz zählt jeder Klick.

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Schimpfen, ätzen, diffamieren: So twittert Trump

Der 140-Zeichen-Präsident schlägt bekanntermaßen gern über die Stränge und macht Meinung mit seinem Twitter-Account. Dabei hat Donald Trump keinerlei Beißhemmungen, auch wenn präsidiale Zurückhaltung manchmal durchaus angebracht wäre. Wir haben seine ätzendsten Tweets gesammelt - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Funktioniert hat das Zusammenspiel wegen der nicht vorhandenen Zensur — der Blödsinn, den er von sich gab, konnte noch so groß sein, die Thesen noch so verschwörerisch, niemand wollte Einhalt gebieten.

Im Gegenteil: Häufig wurde aus dem Tweet eine Eilmeldung, mit der Agenturen Journalisten in aller Welt bedienten, kurz darauf landete Trumps Mix aus Spekulation und (Halb-)Wahrheit als Information in den Wohnzimmern seiner Wähler. Genau darum ging es dem sich in permanentem Verunglimpfungs- und Wahlkampfmodus befindlichen Republikaner.

Ein jähes Ende zwischen Trump und Twitter?

Nun bahnt sich ein jähes Ende der symbiotischen Beziehung zwischen Twitter und Trump an. Denn der Kurznachrichtendienst besitzt, so sieht das zumindest Trump, neuerdings die Frechheit, zweifelhafte Botschaften mit Warnhinweisen zu garnieren.

Welches Zitat stammt wirklich von Trump?

© NICHOLAS KAMM / AFP

Hat er das gesagt - oder doch nicht? Testen Sie hier Ihr Trump-Wissen!

© NICHOLAS KAMM / AFP

© Screenshot

Frage 1/17:

"Es schneit und friert in New York. Wir brauchen globale Erwärmung!"

Ja - das war ein Tweet von Trump vom 7. November 2012.

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Frage 2/17:

"Ich liebe ihren oberen Körper."

Ja - das sagte Trump über das Aussehen von Halle Berry in der "Howard Stern Show" am 6. Februar 2013.

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Frage 3/17:

"Ich will nichts schwabbeln sehen."

Nein - das hat nicht Trump gesagt, sondern Heidi Klum in der 11. Staffel von "Germany's Next Top Model" (GNTM) am 30. März 2018.

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Frage 4/17:

"Es wird jetzt interessant - Quietschender-Hintern-Zeit nenne ich das."

Nein - es war Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson, der so den Kampf um die Premier-League-Meisterschaft kommentierte.

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Frage 5/17:

"Das hier ist mehr Arbeit als früher. Ich dachte, es wäre leichter."

Ja – so antwortete Trump in einem Reuters-Interview am 28. April 2017.

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Frage 6/17:

"Nur ich kann ewig leben."

Nein – das sagt Lord Voldemort in dem Harry-Potter-Band "Heiligtümer des Todes".

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Frage 7/17:

“Meine Finger sind lang und schön, wie gut dokumentiert wurde, auch andere Teile meines Körpers."

Ja – das war Trumps Reaktion auf eine spöttische Bemerkung im Spy Magazine, in auf die er am 4. März 2011 in einem Interview mit der Promiseite "Page Six" der New York Post antwortete.

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Frage 8/17:

"Wir können keinen Leuten trauen, die solch schlechtes Essen haben."

Nein – diese Aussage über die Briten machte Frankreichs Präsident Jacques Chirac am Rande des Treffens mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin in Kaliningrad am 3. Juli 2005.

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Frage 9/17:

"Ich habe ein gewinnendes Naturell. Ich weiß zu gewinnen."

Ja – das sagte Trump beim ersten TV-Duell gegen Hillary Clinton am 27. September 2016.

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Frage 10/17:

"Du kommst nie bis zum Gesicht, weil der Body so gut ist."

Ja – das sagte Donald Trump über das Äußere von Paris Hilton in der "Howard Stern Show" am 7. Januar 2004.

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© Screenshot

Frage 11/17:

"Lerne immer von den Fehlern anderer, nicht von deinen eigenen – das ist der viel billigere Weg."

Ja – das ist ein Trump-Tweet vom 23. Dezember 2013.

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Frage 12/17:

"Für die von uns, die es bis an die Spitze der Nahrungskette schaffen, darf es keine Gnade geben."

Nein – dieser Satz stammt von Frank Underwood aus der Netflix-Serie "House of Cards".

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Frage 13/17:

"Wenn dich jemand angreift, zögere nicht. Ziele auf die Halsschlagader. Schlage massiv zurück!"

Ja – diesen Rat gibt Trump in einem 16 Seiten langen Kapitel über Rache in seinem Buch "Think Big And Kick Ass".

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Frage 14/17:

"Sich zu entschuldigen ist eine großartige Sache. Allerdings musst du dafür unrecht haben."

Ja – das hat Trump gesagt im Gespräch mit Jimmy Fallon in dessen "Tonight Show" am 12. September 2015.

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© Twentieth Century Fox Film Corporation 2007

Frage 15/17:

"Um beliebt zu sein, muss man nett sein, jeden Tag. Um gehasst zu werden, muss man gar nichts tun."

Nein – das sagt Homer Simpson in der Serie "Die Simpsons".

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Frage 16/17:

"Schwarze Typen zählen mein Geld. Ich hasse das."

Ja – so wird Trump zitiert in USA Today vom 20. Mai 1991. Das Foto zeigt Trump am 27. Februar 2017 bei einem Treffen im Oval Office mit Repräsentanten von Universitäten mit überwiegend schwarzer Studierendenschaft.

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© John Taggart / Pool/BLOOMBERG POOL/dpa

Frage 17/17:

"Ich habe Ideen, die die menschliche Existenz in den nächsten 100 Jahren besser machen kann. Punkt."

Nein – das hat Rapper Kanye West gesagt in der Talkshow von Ellen DeGeneres am 19. Mai 2016. Hier geht es zu unserem Themenarchiv: Alles über Donald Trump

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Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Achtung, womöglich nimmt es der Verfasser dieser Zeichen nicht ganz so genau mit der Wahrheit — dies war zuletzt hinter zwei Tweets zu lesen, in denen Trump die Briefwahl unzulässigerweise als Möglichkeit der Wahlmanipulation gebrandmarkt hat.

Beleidigte Leberwurst

Die Majestätsbeleidigung könnte Twitter teuer zu stehen kommen: Schon wird im Weißen Haus über Sanktionen nachgedacht. Denn der US-Präsident reagiert wie gewohnt — indem er Kritikern gegenüber zunächst die beleidigte Leberwurst gibt und dann gnadenlos mit dem ihm zur Verfügung stehenden Apparat zurückschlägt. Der untersucht nun, was es mit der vermuteten "linken Schlagseite", so das Wall Street Journal, von Facebook, Instagram, Google und Twitter auf sich hat.

Es ist ein Wahnsinn, was dieser Mensch veranstaltet, um den noch größeren Wahnsinn, seine mögliche Wiederwahl vorzubereiten. Man möchte ihm zuzwitschern: Donald hör endlich auf damit — es reicht!

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