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Umfrage: Miserables Zeugnis für Trump in Deutschland

79 Prozent der Befragten haben kein Vertrauen in seine Politik - 15.09.2020 17:23 Uhr

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hat kein Vertrauen in die Arbeit von US-Präsident Donald Trump. 

© Jacquelyn Martin/AP/dpa


Kurz vor dem Ende seiner ersten Amtszeit stellt die überwiegende Mehrheit der Deutschen US-Präsident Donald Trump in einer Umfrage ein vernichtendes Zeugnis aus. 79 Prozent sagten, sie hätten überhaupt kein Vertrauen darin, dass Trump im Hinblick auf das Weltgeschehen das Richtige tue, wie das Forschungsinstitut Pew am Dienstag in Washington mitteilte. Dieser Wert ist der höchste seit Trumps Amtsantritt Anfang 2017. Zehn Prozent der Befragten gaben an, nicht sehr viel Vertrauen zu haben. Weitere zehn Prozent sagten, sie hätten etwas oder viel Vertrauen darin, dass Trump richtig handele - bei Bundeskanzlerin Angela Merkel lag dieser Wert bei 81 Prozent.

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Der 140-Zeichen-Präsident schlägt bekanntermaßen gern über die Stränge und macht Meinung mit seinem Twitter-Account. Dabei hat Donald Trump keinerlei Beißhemmungen, auch wenn präsidiale Zurückhaltung manchmal durchaus angebracht wäre. Wir haben seine ätzendsten Tweets gesammelt - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Trump bei AfD-Anhängern beliebter

Erheblich besser schneidet der US-Präsident bei Unterstützern der rechtspopulistischen AfD ab: Bei mehr als einem Drittel (34 Prozent) von ihnen genießt er Vertrauen, wie aus der Umfrage hervorgeht. Bei denjenigen, die angaben, die AfD nicht zu unterstützen, liegt dieser Wert nur bei 5 Prozent. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch in anderen europäischen Staaten, die von der Umfrage erfasst wurden: Bei Anhängern rechtspopulistischer Parteien genießt Trump überall deutliche höhere Vertrauenswerte als beim Rest der Bevölkerung.

Auch das Image der USA hat in Deutschland seit dem Amtsantritt des Republikaners schwer gelitten. Nur noch 26 Prozent der Befragten gaben an, eine sehr oder eine eher positive Meinung von den Vereinigten Staaten zu haben. 2016 - im letzten Amtsjahr von Trumps demokratischem Vorgänger Barack Obama - äußerten sich insgesamt noch 57 Prozent positiv über die USA. Damals hielten 34 Prozent der Deutschen die USA für die führende Wirtschaftsmacht der Welt, 30 Prozent glaubten das von China. Inzwischen sehen nur noch 17 Prozent die USA in der Führungsrolle - und 55 Prozent China.

Welches Zitat stammt wirklich von Trump?

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Hat er das gesagt - oder doch nicht? Testen Sie hier Ihr Trump-Wissen!

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Frage 1/17:

"Es schneit und friert in New York. Wir brauchen globale Erwärmung!"

Ja - das war ein Tweet von Trump vom 7. November 2012.

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Frage 2/17:

"Ich liebe ihren oberen Körper."

Ja - das sagte Trump über das Aussehen von Halle Berry in der "Howard Stern Show" am 6. Februar 2013.

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Frage 3/17:

"Ich will nichts schwabbeln sehen."

Nein - das hat nicht Trump gesagt, sondern Heidi Klum in der 11. Staffel von "Germany's Next Top Model" (GNTM) am 30. März 2018.

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Frage 4/17:

"Es wird jetzt interessant - Quietschender-Hintern-Zeit nenne ich das."

Nein - es war Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson, der so den Kampf um die Premier-League-Meisterschaft kommentierte.

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Frage 5/17:

"Das hier ist mehr Arbeit als früher. Ich dachte, es wäre leichter."

Ja – so antwortete Trump in einem Reuters-Interview am 28. April 2017.

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© Electronic Arts/dpa/tmn

Frage 6/17:

"Nur ich kann ewig leben."

Nein – das sagt Lord Voldemort in dem Harry-Potter-Band "Heiligtümer des Todes".

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Frage 7/17:

“Meine Finger sind lang und schön, wie gut dokumentiert wurde, auch andere Teile meines Körpers."

Ja – das war Trumps Reaktion auf eine spöttische Bemerkung im Spy Magazine, in auf die er am 4. März 2011 in einem Interview mit der Promiseite "Page Six" der New York Post antwortete.

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Frage 8/17:

"Wir können keinen Leuten trauen, die solch schlechtes Essen haben."

Nein – diese Aussage über die Briten machte Frankreichs Präsident Jacques Chirac am Rande des Treffens mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin in Kaliningrad am 3. Juli 2005.

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Frage 9/17:

"Ich habe ein gewinnendes Naturell. Ich weiß zu gewinnen."

Ja – das sagte Trump beim ersten TV-Duell gegen Hillary Clinton am 27. September 2016.

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© dpa

Frage 10/17:

"Du kommst nie bis zum Gesicht, weil der Body so gut ist."

Ja – das sagte Donald Trump über das Äußere von Paris Hilton in der "Howard Stern Show" am 7. Januar 2004.

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© Screenshot

Frage 11/17:

"Lerne immer von den Fehlern anderer, nicht von deinen eigenen – das ist der viel billigere Weg."

Ja – das ist ein Trump-Tweet vom 23. Dezember 2013.

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© David Giesbrecht/AP/dpa

Frage 12/17:

"Für die von uns, die es bis an die Spitze der Nahrungskette schaffen, darf es keine Gnade geben."

Nein – dieser Satz stammt von Frank Underwood aus der Netflix-Serie "House of Cards".

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Frage 13/17:

"Wenn dich jemand angreift, zögere nicht. Ziele auf die Halsschlagader. Schlage massiv zurück!"

Ja – diesen Rat gibt Trump in einem 16 Seiten langen Kapitel über Rache in seinem Buch "Think Big And Kick Ass".

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Frage 14/17:

"Sich zu entschuldigen ist eine großartige Sache. Allerdings musst du dafür unrecht haben."

Ja – das hat Trump gesagt im Gespräch mit Jimmy Fallon in dessen "Tonight Show" am 12. September 2015.

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© Twentieth Century Fox Film Corporation 2007

Frage 15/17:

"Um beliebt zu sein, muss man nett sein, jeden Tag. Um gehasst zu werden, muss man gar nichts tun."

Nein – das sagt Homer Simpson in der Serie "Die Simpsons".

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Frage 16/17:

"Schwarze Typen zählen mein Geld. Ich hasse das."

Ja – so wird Trump zitiert in USA Today vom 20. Mai 1991. Das Foto zeigt Trump am 27. Februar 2017 bei einem Treffen im Oval Office mit Repräsentanten von Universitäten mit überwiegend schwarzer Studierendenschaft.

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© John Taggart / Pool/BLOOMBERG POOL/dpa

Frage 17/17:

"Ich habe Ideen, die die menschliche Existenz in den nächsten 100 Jahren besser machen kann. Punkt."

Nein – das hat Rapper Kanye West gesagt in der Talkshow von Ellen DeGeneres am 19. Mai 2016. Hier geht es zu unserem Themenarchiv: Alles über Donald Trump

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Dann hier entlang!

Keine guten Noten bekommt Trump in Deutschland auch für sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie. Nur 9 Prozent gaben in der Umfrage an, dass die USA ihre Aufgaben im Umgang mit der Krise gut erfüllt hätten. Für ihr eigenes Land sagten das 88 Prozent der Befragten in Deutschland. China schneidet bei den Deutschen bei dieser Frage mit 41 Prozent deutlich besser ab als die USA.

Pew befragte zwischen dem 10. Juni und dem 3. August telefonisch insgesamt 13 273 Erwachsene in 13 Industriestaaten. Neben Deutschland waren das in Europa Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Großbritannien und die Niederlande. Außerhalb Europas fand die Befragung in Australien, Kanada, Japan und Südkorea statt.

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Donald Trump: Ein US-Präsident wie keiner vor ihm

Am 20. Januar 2017 wurde der Immobilien-Milliardär Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Längst ist klar: Einen solchen Präsidenten hatten die USA noch nie. Ständig gibt es Show und Selbstlob, während Fehler immer auf die Kappe anderer gehen. Und in der Substanz: Abreißen, was seine Amtsvorgänger in 70 Jahren amerikanischer Außenpolitik aufgebaut haben.


Im Mittelwert dieser 13 Länder äußerten 76 Prozent der Befragten, sie hätten Vertrauen darin, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im Hinblick auf das Weltgeschehen das Richtige tue - nur 19 Prozent hatten das nicht. Ein positives Ergebnis erzielten zudem Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (64 zu 32 Prozent) und - wenn auch nur sehr knapp - der britische Premierminister Boris Johnson (48 zu 46 Prozent). Überwiegend negativ schnitten Kremlchef Wladimir Putin (23 zu 73 Prozent) und Chinas Präsident Xi Jinping (19 zu 78 Prozent) ab. Trump lag dabei noch hinter Putin und Xi: Im Mittelwert vertrauten ihm 16 Prozent, gegenteilig äußerten sich 83 Prozent.

Der Republikaner Trump (74) bewirbt sich am 3. November für eine zweite Amtszeit. Für die Demokraten tritt Joe Biden (77) gegen ihn an, der von 2009 bis 2017 Obamas Vizepräsident war.


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dpa

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