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Umfrage: US-Truppenabzug trifft überwiegend auf Zustimmung

Jeder Vierte spricht sich sogar für ein komplettes Verlassen der Soldaten aus - 04.08.2020 09:56 Uhr

Während die Politik in Deutschland den geplanten Abzug von US-Truppen mehrheitlich ablehnt, trifft er in der Bevölkerung überwiegend auf Zustimmung. 

© Ralf Hirschberger, dpa


Während die Politik in Deutschland den geplanten Abzug von US-Truppen mehrheitlich ablehnt, trifft er in der Bevölkerung überwiegend auf Zustimmung. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürworten 47 Prozent eine Reduzierung der derzeit 36.000 Soldaten. Jeder Vierte meint sogar, die US-Streitkräfte sollten Deutschland ganz verlassen. Dagegen ist noch nicht einmal jeder Dritte (32 Prozent) dafür, dass die amerikanischen Truppen in der bisherigen Stärke bleiben (28 Prozent) oder sogar aufgestockt werden (4 Prozent) sollten. 21 Prozent machten keine Angaben.


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US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte vergangene Woche angekündigt, knapp 12.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. 6400 sollen zurück in die USA, etwa 5600 sollen in andere Nato-Staaten in Europa verlegt werden - nach jetzigem Stand vor allem nach Italien und Belgien. Es sind Standorte in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz betroffen.

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In den Zeiten des "Kalten Kriegs" zwischen Ost und West waren alljährliche Großmanöver an der Tagesordnung. Hierzu wurde, beginnend mit Reforger I vor genau 50 Jahren, bis in die 90-er Jahre hinein die Region um Pegnitz und Auerbach einschließlich der Fränkischen Schweiz regelmäßig zum Truppenübungsplatz. Bei Reforger I 1969 wurden rund 17.000 Soldaten aus den USA eingeflogen. Mit Panzern, Hubschraubern und schweren Lastwagen bezogen sie in Wald und Flur Stellung, wobei sie auf dem weichen Untergrund immense Schäden anrichteten. Ziel war, gegenüber dem Warschauer Pakt die Verteidigung der Bundesrepublik zu demonstrieren.


Von den sechs im Bundestag vertretenen Fraktionen lehnen fünf den Truppenabzug ab. Nur die Linke findet ihn gut, will aber, dass alle US-Soldaten das Land verlassen. Bei den Wählern ergibt sich ein anderes Bild. Nur bei den Anhängern der CDU/CSU überwiegen diejenigen, die gegen eine Reduzierung der US-Soldaten sind mit 45 zu 41 Prozent. Bei den Wählern aller anderen Parteien sind die Befürworter eines Abzugs von Truppen - in unterschiedlichem Umfang - in der Mehrheit: Bei der SPD sind es 42 zu 40 Prozent, bei den Grünen 52 zu 35, bei der FDP 52 zu 36, bei der AfD 61 zu 28 und bei der Linken 70 zu 18 Prozent.


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Noch klarer ist das Meinungsbild, wenn es um die US-Atombomben in Deutschland geht. Deren Abzug ist zwar nicht geplant. Die SPD-Führung fordert ihn aber und trifft damit beim Koalitionspartner CDU/CSU auf Unmut. Dafür haben die Sozialdemokraten zwei Drittel der Bevölkerung hinter sich. 66 Prozent sind dafür, dass die schätzungsweise 20 auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz lagernden Bomben verschwinden. Nur 19 Prozent wollen, dass sie dort bleiben. 16 Prozent machen keine Angaben.


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Bei allem Verständnis für die Truppenreduzierung - die Begründung von US-Präsident Donald Trump dafür kann nur eine Minderheit nachvollziehen. Nur jeder Vierte (25 Prozent) teilt seine Auffassung, dass Deutschland zu wenig für Verteidigung ausgebe. 58 Prozent stimmen nicht zu. Deutschland verfehlt das Nato-Ziel, zwei Prozent seiner Wirtschaftskraft in das Militär zu investieren, trotz steigender Verteidigungsausgaben mit 1,38 Prozent noch deutlich.

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dpa

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