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US-Medien: Milliardär Bloomberg will gegen Präsident Trump antreten

New Yorker Ex-Bürgermeister erwägt Kandidatur - 08.11.2019 20:09 Uhr

Kurz vor Ablauf der Anmeldefrist für Bewerber hat sich Milliardär Michael Bloomberg für eine Kandidatur um das Präsidentenamt in Stellung gebracht. © JEFF KOWALSKY, AFP


Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg erwägt Medienberichten zufolge, als Kandidat der Demokraten gegen Präsident Donald Trump anzutreten. Dazu müsste der 77 Jahre alte Milliardär aber zunächst die umkämpften internen Vorwahlen der Demokraten gewinnen. Bloomberg, der einst das nach ihm benannte Finanz- und Medienunternehmen gegründet hatte, gilt als einer der reichsten Männer der Welt. Er könnte erhebliche Finanzmittel in einen Wahlkampf gegen Trump (73) einbringen. Der US-Präsident prophezeite Bloomberg am Freitag sogleich, dass er die Wahl verlieren werde.

Sorge um zu schwaches Bewerberfeld

Bloomberg selbst äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten über seine geplante Kandidatur zur Präsidentenwahl im November 2020. Sein Berater Howard Wolfson sagte jedoch am Donnerstag der New York Times und anderen US-Medien, Bloomberg sei zunehmend besorgt, dass das aktuelle Bewerberfeld der Demokraten es nicht mit Trump aufnehmen könne. Trump stelle eine "noch nie da gewesene Bedrohung" für die USA dar. "Wenn Mike (Bloomberg) antritt, würde er den Demokraten eine neue Wahl bieten", sagte Wolfson weiter.

Bloomberg gilt als moderater Demokrat, der sich unter anderem für strengere Waffengesetze und den Kampf gegen den Klimawandel stark macht. Anfang des Jahres hatte er Berichten zufolge bewusst auf eine Kandidatur verzichtet, um dem aussichtsreichen moderaten früheren Vizepräsidenten Joe Biden nicht in den Weg zu kommen.

Biden (76) machte jedoch zuletzt keine besonders gute Figur, weswegen vor allem die linke Senatorin Elizabeth Warren (70) an Boden gewann. Warren machte gerade mit dem Vorschlag einer Milliardärssteuer von sich Reden. "Willkommen im Rennen", schrieb sie auf Twitter an Bloomberg gerichtet und fügte einen Link zu ihren Steuerplänen ein.

Anmeldefrist für Bewerber läuft aus

Trump wiederum stellte Bloombergs Kandidatur als aussichtslos dar. Dem "kleinen Michael" Bloomberg fehle die nötige "Magie", die Wahlen in einem Jahr zu gewinnen, sagte Trump am Freitag im Garten des Weißen Hauses. "Er wird nicht gut abschneiden." Bloombergs Kandidatur werde nur Joe Biden schaden. "Der kleine Michael wird versagen", sagte Trump, der Gegnern gerne gehässige Spitznamen gibt.

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Bloomberg und dessen Berater sollen indes bereits mehrere prominente Vertreter der Demokraten kontaktiert haben, um ihnen mitzuteilen, dass der Medienunternehmer ernsthaft erwäge zu kandidieren, hieß es. Demnach soll Bloomberg außerdem Mitarbeiter in den US-Bundesstaat Alabama geschickt haben, um die nötigen Formalitäten zu erledigen. Dort läuft an diesem Freitag eine Anmeldefrist für Bewerber aus.

Dem Vernehmen nach würde Bloomberg für den Wahlkampf keine Spenden annehmen wollen, sondern alle Ausgaben selbst tragen. Selbst falls ihn das eine Milliarde kosten sollte, hätte er dem Magazin Forbes zufolge noch rund 50 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante. Bloomberg war bislang ein wichtiger Spender für die Demokraten.

"Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen", hatte Bloomberg im März erklärt, als er eine Kandidatur noch ausschloss. "Aber ich habe einen klaren Blick dafür, dass es schwierig ist, in einem solch großen Feld der Demokraten die Nominierung zu schaffen."

Diesem Problem müsste Bloomberg sich jetzt stellen, wenn er Trump herausfordern will. Noch immer bemühen sich rund 15 Kandidaten um die Nominierung der Partei. Um an den kommenden TV-Debatten der Präsidentschaftsbewerber teilnehmen zu dürfen, müsste er in Umfragen bestimmte Hürden nehmen und Zehntausende Einzelspender für seine Kampagne vorweisen können. Genau das will Bloomberg aber vermeiden.

Bloomberg würde sich wohl als moderater Kandidat darstellen, der die beste Chance hat, die Wähler der Mitte zu überzeugen, um Trump zu schlagen. Doch es ist mindestens offen, ob der moderate weiße Milliardär damit die eher linke Parteibasis elektrisieren könnte. Der Weg zu einem Erfolg bei den parteiinternen Vorwahlen, die im Februar beginnen werden, könnte für Bloomberg daher schwierig werden.

dpa

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