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US-Präsident will gegen "Geisterwaffen" vorgehen

Selbstbau-Gewehre lassen sich bislang in Einzelteilen im Netz bestellen - 08.04.2021 17:15 Uhr

Joe Biden will den Verkauf von Selbstbau-Gewehren aus dem Internet bekämpfen

08.04.2021 © Foto: imago images/MediaPunch


Solche "Ghost Guns" können demnach einfach im Internet gekauft werden, teils in nur einer halben Stunde zusammengebaut werden und haben keine Seriennummer, die im Fall eines Verbrechens von der Polizei nachverfolgt werden könnte. Dies sei für die Sicherheitskräfte ein "zunehmendes Problem", hieß es aus Washington.

Justizministerium ist am Zug

Biden weise daher das Justizministerium an, innerhalb von 30 Tagen eine Vorschrift vorzulegen, um dabei zu helfen, deren Verbreitung zu stoppen, sagte sie. Der US-Präsident wollte die Verfügungen zügig unterschreiben, hieß es. Er sehe darin nur den Anfang des Kampfes für ein strengeres Waffenrecht, sagte eine ranghohe Beamtin.

Der Präsident fordere den Kongress weiterhin auf, die Gesetze zu verschärfen. "Wir wissen, dass Amerikaner in diesem Land aufgrund von Schusswaffengebrauch sterben, und das jeden Tag", sagte er am Mittwochabend (Ortszeit) in einem telefonischen Briefing.

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Jubel auf den Straßen nach Bidens Sieg im Präsidentschaftsrennen

Kurz nachdem klar ist, dass Joe Biden der 46. Präsident der USA wird, strömen in mehreren Städten spontan Menschen auf die Straßen und Plätze, um den Sieg des demokratischen Kandidaten zu feiern. Jubeleinlagen auf dem Times Square in New York, Tanzeinlagen in Philadelphia - die Bilder.


Biden will zudem David Chipman als Chef der Aufsichtsbehörde ATF nominieren, die in den USA unter anderem den illegalen Einsatz und Verkauf von Feuerwaffen bekämpft. Chipman war zuletzt ein Berater des Giffords-Zentrums, das sich für strengere Waffengesetze einsetzt.

Vor wenigen Wochen hatten zwei schwere Angriffe in den USA für Entsetzen gesorgt. In und um die Stadt Atlanta im US-Bundesstaat Georgia hatte ein Angreifer in drei Massage-Salons Mitte März acht Menschen erschossen. Etwa eine Woche später tötete ein Schütze in einem Supermarkt in der Stadt Boulder im Bundesstaat Colorado zehn Menschen.

Starke Waffenlobby

Nach den beiden Taten hatte Biden unter anderem gefordert, kriegsartige Waffen wie Sturmgewehre zu verbieten. Zudem forderte er Regelungen, um Waffenkäufer und -besitzer strenger zu überprüfen. Beide Schritte werden in den USA schon seit längerem diskutiert, fanden bislang jedoch nicht die nötigen Mehrheiten im Kongress. Viele Republikaner lehnen eine Verschärfung der Waffengesetze ab. Die Waffenlobby ist in den Vereinigten Staaten sehr stark.

Biden sind damit - wie auch zum Beispiel dem früheren demokratischen Präsidenten Barack Obama - teils die Hände gebunden. Die Verfügungen eines Präsidenten haben nur begrenzten Einfluss. Für weitreichendere Veränderungen müsste der Gesetzgeber handeln. Die Demokraten haben derzeit in beiden Kammern des US-Kongress eine knappe Mehrheit, wären im Senat aber auf Stimmen der Republikaner angewiesen.

dpa

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