Zehn Dinge, die Sie über die US-Präsidentschaftswahl wissen müssen

3.10.2020, 05:55 Uhr
Amerika wählt - und zwar am 3. November 2020. Zur Wahl stehen an diesem Tag keineswegs nur Donald Trump, der republikanische Amtsinhaber (im Bild), und sein demokratischer Kontrahent Joe Biden. Wir haben für Sie in einer Bildergalerie zusammengetragen, was Sie wissen müssen, um mitreden zu können.
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Zehn Dinge, die Sie über die US-Wahl wissen müssen

Amerika wählt - und zwar am 3. November 2020. Zur Wahl stehen an diesem Tag keineswegs nur Donald Trump, der republikanische Amtsinhaber (im Bild), und sein demokratischer Kontrahent Joe Biden. Wir haben für Sie in einer Bildergalerie zusammengetragen, was Sie wissen müssen, um mitreden zu können. © BRENDAN SMIALOWSKI, AFP

Hillary Clinton holte 2016 rund drei Millionen Wählerstimmen mehr als Donald Trump. Dass Trump dennoch Präsident wurde, hat mit dem Wahlmännersystem, vor allem aber dem Mehrheitswahlrecht zu tun: In 48 der 50 US-Bundesstaaten bekommt der Kandidat, der sich eine Mehrheit sichern kann, alle Stimmen der Wahlleute des Bundesstaats zugesprochen, egal wie knapp der Vorsprung sein sollte. Damit gehen die Stimmen derjenigen, die für den unterlegenen Kandidaten votiert hatten, verloren. Donald Trump sprach sich einst für die Abschaffung des Wahlmännersystems aus - seit es ihn jedoch zum Präsidenten machte, hat er sich zu dessen Verteidiger aufgeschwungen.
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1. Die meisten Wählerstimmen bedeuten nicht immer den Sieg

Hillary Clinton holte 2016 rund drei Millionen Wählerstimmen mehr als Donald Trump. Dass Trump dennoch Präsident wurde, hat mit dem Wahlmännersystem, vor allem aber dem Mehrheitswahlrecht zu tun: In 48 der 50 US-Bundesstaaten bekommt der Kandidat, der sich eine Mehrheit sichern kann, alle Stimmen der Wahlleute des Bundesstaats zugesprochen, egal wie knapp der Vorsprung sein sollte. Damit gehen die Stimmen derjenigen, die für den unterlegenen Kandidaten votiert hatten, verloren. Donald Trump sprach sich einst für die Abschaffung des Wahlmännersystems aus - seit es ihn jedoch zum Präsidenten machte, hat er sich zu dessen Verteidiger aufgeschwungen. © TIMOTHY A. CLARY, AFP

Die meisten der 50 US-Bundesstaaten sind fest in der Hand einer Partei - Kalifornien wählt traditionell demokratisch, Texas republikanisch. Umso größere Bedeutung für die Wahlentscheidung kommt damit den Staaten zu, in denen mal die eine, mal die andere Partei gewinnt. Zu diesen
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2. Auf die Swing States kommt es an

Die meisten der 50 US-Bundesstaaten sind fest in der Hand einer Partei - Kalifornien wählt traditionell demokratisch, Texas republikanisch. Umso größere Bedeutung für die Wahlentscheidung kommt damit den Staaten zu, in denen mal die eine, mal die andere Partei gewinnt. Zu diesen "Swing States" gehören etwa Wisconsin, dessen Einwohner oft spöttisch als "Käseköpfe" bezeichnet werden (Foto), Pennsylvania, Michigan oder Florida.  © Stephen Maturen, AFP

Noch immer stellen die Weißen die Mehrheit in den USA, doch ihr Anteil an der Bevölkerung wird kleiner. Latinos machen inzwischen 18 Prozent der Bevölkerung aus, Schwarze 13 Prozent. Bei beiden Gruppen schneiden die Demokraten in der Regel besser ab als die Republikaner, allerdings steht und fällt der Einfluss der Minderheiten mit ihrer Wahlbeteiligung. Dass viele 2016 zu Hause blieben, trug entscheidend zu Trumps Wahlsieg bei. 

 
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3. Die Macht der Minderheiten wächst

Noch immer stellen die Weißen die Mehrheit in den USA, doch ihr Anteil an der Bevölkerung wird kleiner. Latinos machen inzwischen 18 Prozent der Bevölkerung aus, Schwarze 13 Prozent. Bei beiden Gruppen schneiden die Demokraten in der Regel besser ab als die Republikaner, allerdings steht und fällt der Einfluss der Minderheiten mit ihrer Wahlbeteiligung. Dass viele 2016 zu Hause blieben, trug entscheidend zu Trumps Wahlsieg bei.    © Nathan Howard, AFP

So viel lässt sich freilich schon sagen: Nur Trump und Biden haben ernsthafte Chancen, am 3. November zum Präsidenten gewählt zu werden. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von anderen Kandidaten, die sich ums Weiße Haus bewerben: Darunter zum Beispiel die Libertäre Jo Jorgensen und der Grüne Howie Hawkins. Mit dem Gedanken, als Unabhängiger ins Rennen zu gehen, hatte auch der frühere Starbucks-Chef Howard Schultz gespielt. Er entschied sich dagegen, weil er ahnte, dass seine Kandidatur die Demokraten Stimmen hätte kosten können, wovon letztlich Donald Trump profitiert hätte. 
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4. Zur Wahl stehen keineswegs nur Trump und Biden

So viel lässt sich freilich schon sagen: Nur Trump und Biden haben ernsthafte Chancen, am 3. November zum Präsidenten gewählt zu werden. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von anderen Kandidaten, die sich ums Weiße Haus bewerben: Darunter zum Beispiel die Libertäre Jo Jorgensen und der Grüne Howie Hawkins. Mit dem Gedanken, als Unabhängiger ins Rennen zu gehen, hatte auch der frühere Starbucks-Chef Howard Schultz gespielt. Er entschied sich dagegen, weil er ahnte, dass seine Kandidatur die Demokraten Stimmen hätte kosten können, wovon letztlich Donald Trump profitiert hätte.  © Mark Black via www.imago-images.de, imago images/ZUMA Wire

Als Donald Trump zum Präsidenten vereidigt wurde, war er 70 Jahre alt - damit stellte er einen neuen Altersrekord auf. Bei einer Wiederwahl würde er diese Marke folglich auf 74 Jahre anheben. Joe Biden, den Trump gerne als Greis verspottet, wäre bei seiner Vereidigung sogar 78 Jahre alt. Damit würde er zudem Ronald Reagan als ältesten Mann, der jemals das US-Präsidentenamt ausübte, übertrumpfen. Bei seinem Abschied aus dem Weißen Haus 1989 war Reagan 77 Jahre alt. 

 
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5. Der Altersrekord wird fallen

Als Donald Trump zum Präsidenten vereidigt wurde, war er 70 Jahre alt - damit stellte er einen neuen Altersrekord auf. Bei einer Wiederwahl würde er diese Marke folglich auf 74 Jahre anheben. Joe Biden, den Trump gerne als Greis verspottet, wäre bei seiner Vereidigung sogar 78 Jahre alt. Damit würde er zudem Ronald Reagan als ältesten Mann, der jemals das US-Präsidentenamt ausübte, übertrumpfen. Bei seinem Abschied aus dem Weißen Haus 1989 war Reagan 77 Jahre alt.    © JIM WATSON, AFP

Sollte Biden gewinnen, spekulieren in den USA viele Beobachter bereits auf eine künftige Präsidentin: Kamala Harris. Joe Biden hat die Kalifornierin zu seiner Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin gemacht. Es ist durchaus möglich, dass die 55-Jährige Biden nach vier Jahren beerbt, sollte dieser wegen seines Alters nicht für eine zweite Amtszeit antreten. Auch im Fall seines Todes würde ihm Harris nachfolgen. An der Seite von Donald Trump geht übrigens wieder der amtierende Vizepräsident Mike Pence, ein Erzkonservativer aus Indiana, ins Rennen.
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6. Eine zukünftige Präsidentin steht womöglich schon in den Startlöchern

Sollte Biden gewinnen, spekulieren in den USA viele Beobachter bereits auf eine künftige Präsidentin: Kamala Harris. Joe Biden hat die Kalifornierin zu seiner Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin gemacht. Es ist durchaus möglich, dass die 55-Jährige Biden nach vier Jahren beerbt, sollte dieser wegen seines Alters nicht für eine zweite Amtszeit antreten. Auch im Fall seines Todes würde ihm Harris nachfolgen. An der Seite von Donald Trump geht übrigens wieder der amtierende Vizepräsident Mike Pence, ein Erzkonservativer aus Indiana, ins Rennen. © JEFF KOWALSKY, AFP


Das US-Parlament, das im Kapitol untergebracht ist, besteht aus dem Repräsentantenhaus mit 435 Abgeordneten und dem Senat mit jeweils zwei Mitgliedern für jeden der 50 Bundesstaaten. Zeitgleich mit der Präsidentenwahl werden alle Abgeordneten und rund ein Drittel der Senatoren neu gewählt. Von den Ergebnissen hängt ab, wie groß die Macht des neuen Präsidenten ist. Hat er in beiden Kammern eine Mehrheit hinter sich, kann er Gesetze leichter durchsetzen und ist nicht auf Kompromisse angewiesen.  
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7. Wie viel Macht der Präsident hat, entscheiden die Kongresswahlen mit


Das US-Parlament, das im Kapitol untergebracht ist, besteht aus dem Repräsentantenhaus mit 435 Abgeordneten und dem Senat mit jeweils zwei Mitgliedern für jeden der 50 Bundesstaaten. Zeitgleich mit der Präsidentenwahl werden alle Abgeordneten und rund ein Drittel der Senatoren neu gewählt. Von den Ergebnissen hängt ab, wie groß die Macht des neuen Präsidenten ist. Hat er in beiden Kammern eine Mehrheit hinter sich, kann er Gesetze leichter durchsetzen und ist nicht auf Kompromisse angewiesen.   © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS, AFP

Wegen der Corona-Pandemie dürften Millionen Amerikaner zum ersten Mal per Briefwahl abstimmen. Donald Trump nährt seit Wochen Zweifel an der Verlässlichkeit des Systems und wähnt einen gigantischen Wahlbetrug auf seine Kosten. Experten fürchten zudem, dass wegen der Briefwahl nicht bereits in der Wahlnacht vom 3. auf den 4. November ein Sieger feststeht, sondern erst später.  
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8. Die Briefwahl ist zum zentralen Streitpunkt geworden

Wegen der Corona-Pandemie dürften Millionen Amerikaner zum ersten Mal per Briefwahl abstimmen. Donald Trump nährt seit Wochen Zweifel an der Verlässlichkeit des Systems und wähnt einen gigantischen Wahlbetrug auf seine Kosten. Experten fürchten zudem, dass wegen der Briefwahl nicht bereits in der Wahlnacht vom 3. auf den 4. November ein Sieger feststeht, sondern erst später.   © Brian Cahn via www.imago-images.de, imago images/ZUMA Wire

Als Oktober-Überraschung (
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9. Die Aussicht auf eine "October Surprise" lässt die Kandidaten zittern

Als Oktober-Überraschung ("October Surprise") gilt eine Nachricht, die kurz vor der Wahl bekannt wird und womöglich noch viele Wähler umstimmt. In diesem Jahr könnte das zum Beispiel die Verfügbarkeit eines Corona-Impfstoffs sein, was Trump helfen dürfte. Allerdings hat die Wirkung solcher Überraschungen mit den Jahren abgenommen: In den polarisierten USA ist die politische Mitte - gemeint sind die Wähler, die mal republikanisch, mal demokratisch wählen und sich potenziell von überraschenden Nachrichten umstimmen lassen - inzwischen äußerst klein geworden.   © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS, AFP

Die Entscheidung am Wahltag zieht in den USA keinen sofortigen Machtwechsel nach sich - der neu gewählte Präsident nimmt erst im Januar 2021 die Amtsgeschäfte auf. Bis dahin wird ein abgewählter, sich aber noch im Amt befindlicher Präsident als
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10. Der Präsident nimmt erst im neuen Jahr seine Arbeit auf

Die Entscheidung am Wahltag zieht in den USA keinen sofortigen Machtwechsel nach sich - der neu gewählte Präsident nimmt erst im Januar 2021 die Amtsgeschäfte auf. Bis dahin wird ein abgewählter, sich aber noch im Amt befindlicher Präsident als "lame duck" bezeichnet - als lahme Ente, die nicht mehr wirklich viel entscheiden kann. Sorgen bereitet den US-Demokraten die Frage, ob Donald Trump (im Bild seine Amtseinführung im Januar 2017) im Falle einer Abwahl tatsächlich geräuschlos das Weiße Haus räumt: Eine friedliche Machtübergabe wollte er bis zuletzt nicht zusagen - das sorgte für Entsetzen in einem Land, das auf seine Demokratie doch so stolz ist.  © BRENDAN SMIALOWSKI, AFP