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"Querdenker" auf dem Kornmarkt: 550 Teilnehmer demonstrierten

Kundgebung gegen "Freiheitsentzug" durch Corona-Impfungen - 27.03.2021 20:49 Uhr

Bis zu 550 Menschen kamen zur "Querdenker"-Demo auf den Kornmarkt. Angemeldet war die Veranstaltung für 850 Leute. 

27.03.2021 © Stefan Hippel


"Frieden, Freiheit, keine Diktatur!" Mit Gesang und Getrommel der Gruppe "Samba One" begannen die Kritiker der Infektionsschutz-Maßnahmen ihre mehrstündige Kundgebung in der Nürnberger Innenstadt. "Man kann uns nicht immunisieren, unseren Geist nicht kontrollieren", sagte die erste Rednerin von der Laufer Initiative "Schneckenpost". Sie kritisierte Impfkampagnen als "Vergewaltigung durch die Regierung" und "medizinischen Faschismus". Das Publikum protestierte mit Sprechchören "Söder muss weg!" und mit Plakaten gegen "Impf-Apartheid". Prominente Akteure der Szene traten diesmal - anders als zum Beispiel im Februar - nicht auf.

"Eine Promillekrankheit"

Man wollte eher Leute aus Nürnberg und Umgebung zu Wort kommen lassen, sagte Organisatorin Bijanka Janusko. So wie den Gewerkschafter Roland Krollikowsky, der die Maßnahmen zum Infektionsschutz als "Notstandsgesetze ohne Not" bezeichnete. "Ich habe noch nie so viele Menschen umarmt wie im letzten Jahr."

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"Querdenker" in Nürnberg: Hunderte Corona-Kritiker auf dem Kornmarkt

Am Samstag demonstrierten in Nürnberg rund 550 "Querdenker" und Corona-Kritiker in der Nürnberger Innenstadt - scharfe Kritik, krude Verschwörungen und Maskenverweigerer inklusive. Einige Versammlungsteilnehmer attestierten der Polizei, dass sie von der Tragepflicht des Mund-Nasen-Schutzes befreit seien. Diese Gruppe beorderten die Veranstalter anfangs direkt vor die Bühne.


Ein anderer Redner bezeichnete Corona als eine Promillekrankheit, weil nur 0,3 Prozent infiziert seien. "Die anderen 99,7 Prozent müssen die Maßnahmen ertragen."

Viele ohne Masken

Zum Beispiel die Maskenpflicht, die den "Querdenkern" ein Dorn im Auge ist. Gleichwohl war es auch auf dieser Demonstration Vorgabe der Ordnungsbehörden, dass innerhalb der markierten Demonstrationsfläche eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss. Ein nennenswerter Teil der Teilnehmenden erschien jedoch ohne Maske und konnte seine Befreiung von der Tragepflicht gegenüber Polizisten offenbar glaubhaft attestieren.

Die Stadtverwaltung hatte vorher angeordnet, dass diese Menschen separiert werden müssen, um eine Durchmischung zu verhindern und die Maskenpflicht bei den anderen Teilnehmern durch die Polizei kontrollieren zu können. Die Veranstalter der Bewegung "Querdenken 911" beorderten die Gruppe daher nach vorne zur Bühne.

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Wasserwerfer im Einsatz: 20.000 "Querdenker" demonstrieren in Kassel

Bei einer Demonstration mit etwa 20.000 Teilnehmern ist es am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Polizei, "Querdenkern" und Gegendemonstranten gekommen. In der Kasseler Innenstadt kamen tausende Teilnehmer zusammen, obwohl ein Gericht nur einer Versammlung von maximal 5000 Menschen auf dem Messegelände zugestimmt hatte. Auch ein nicht genehmigter Demonstrationszug durch die Stadt wurde durchgeführt.


Vor dem Verwaltungsgericht Ansbach hatten die Veranstalter erstritten, dass sie sich im Stadtzentrum treffen dürfen und nicht, wie ursprünglich von der Stadt Nürnberg angeordnet, an der Meistersingerhalle. Ein geplanter Umzug durch die Stadt blieb aber verboten. Die Polizei, die mit einem großen Aufgebot von Beamten vor Ort war, kündigte an, auch besonders die An- und Abreise der Demonstranten zu prüfen, um spontane Märsche zu verhindern. Laut Polizei-Pressesprecher Michael Petzold sind solche Spontandemos unterblieben, die Veranstaltung, die um 18 Uhr endete, sei insgesamt störungsfrei und friedlich verlaufen. Gegen eine Person wird jedoch ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse eingeleitet. Insgesamt 19 Personen müssen sich wegen Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz verantworten. 21 Personen wurden des Platzes verwiesen.

isa, M.P.

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