Mehrere Gründe

Achtung! Warum Sie gefärbte Eier aus dem Supermarkt nicht kaufen sollten

14.4.2022, 12:11 Uhr
Ostereier kann man ganz einfach mit natürlichen Mitteln selbst färben. 

© Caroline Seidel, dpa Ostereier kann man ganz einfach mit natürlichen Mitteln selbst färben. 

Rot, blau, grün, gelb. Bunte Eier gehören für viele Menschen zu Ostern einfach dazu. Man kann sie selbst färben oder kaufen. In Supermärkten und beim Bäcker zum Beispiel sind sie oft schon Wochen vor Ostern zu finden. Wer sich für den Kauf entscheidet, sollte einiges wissen, raten Fachleute.

Haltungsform

Zum Beispiel ist nicht immer klar, aus welcher Haltungsform die gefärbten Eier eigentlich stammen. Bei rohen Eiern ist das leicht zu erkennen. Ziffern zwischen 0 und 3, die auf das Ei gedruckt sind, verraten es. Bei der 3 leben die Hühner in Kleingruppen in sogenannten ausgestalteten Käfigen. Dort haben die Tiere wenig Platz. Die 2 steht für Bodenhaltung in geschlossenen Ställen, die 1 für Freilandhaltung. Bei Eiern aus ökologischer Haltung haben die Hühner mehr Platz in den Ställen und Tageslicht. Sie können auch nach draußen und bekommen Bio-Futter. Solche Eier haben die Ziffer 0. Diese Angaben sind zwar bei rohen Eiern Pflicht, aber nicht bei gekochten und weiterarbeiteten der Fall. Deshalb warnt das Verbrauchermagazin Öko-Test zu Ostern vor dem Kauf von gefärbten Eiern aus dem Supermarkt.

Ostereier ohne Kükentöten

Sie wollen sichergehen, dass bei Ihnen nur Ostereier auf dem Tisch landen, die ohne Kükentöten produziert wurden? Obwohl das Töten von männlichen Eintagsküken von Legehennenrassen seit dem 1. Januar 2022 in Deutschland nicht mehr erlaubt ist, können dennoch weiterhin Eier im Handel sein, bei denen das Kükentöten angewandt wird. Darauf weist die Verbraucherzentrale Bayern hin.

Der Verweis, dass es sich um Eier aus Deutschland handelt, sei keine Garantie, dass männliche Eintagsküken als "Bruderhähne" aufgezogen oder durch Geschlechtsbestimmung im Ei vor dem Schlüpfen aussortiert werden. So können Legehennen in deutschen Ställen durchaus aus ausländischen Brütereien stammen, in denen die Bruderküken weiterhin getötet werden dürfen. Hier greife das neue Gesetz nicht, bedauert Ernährungsexpertin Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale.

Auf Initiativen und Siegel vertrauen

Sie empfiehlt, für den Ostereierkauf Eier aus den bestehenden Bruderhahn-Programmen zu wählen. Verbraucher sollten auf entsprechende Karton-Aufdrucke von Initiativen achten wie "Henne & Hahn", "Brüder-Ei", "Ohne Küken-Töten" oder "Spitz & Bube".

Auch das Siegel vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), der über 90 Prozent der Eier im deutschen Einzelhandel kontrolliert, kommt mehr und mehr ins Spiel. Sein Zertifikat schreibt Eier ohne Kükentöten vor. Da eine Legehenne allerdings rund 20 Monate brütet, sind garantierte Eier ohne Kükentöten erst ab circa August 2023 garantiert - gerechnet seit Verbotsbeginn im Januar 2022. Trägt ein Karton dieses Siegel nicht, ist es daher möglich, dass die darin enthaltenen Eier von einem ausländischen Unternehmen mit Käfighaltung stammen.

Bunte Ostereier aber sind gekocht und gefärbt. Sie gelten als verarbeitetes Lebensmittel, für die es keine solche Pflicht gibt. Silvia Monetti von der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen sagt allerdings: Immer öfter findet man freiwillige Angaben der Hersteller dazu. Steht nirgendwo etwas, sollte man nachfragen. Dann ist man sicher, welche Eier man zu Ostern auf dem Tisch hat.

Keimbelastung

Vor dem Kauf sollte man außerdem einen Blick auf die Eierschalen werfen. Haben diese Risse oder Löcher, sollte man die Eier besser nicht mitnehmen, sagen Fachleute. Denn dann können Keime eindringen und die Eier verderben.

Zudem liegen gefärbte Eier lange Zeit ungekühlt im Supermarktregal. Um die Keimbelastung zu reduzieren, empfiehlt es sich, gekaufte Ostereier im Kühlschrank zu bewahren.

Auf die verwendeten Farben achten!

Ostereier werden oft mit chemischen Färbemitteln gefärbt. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt vor Substanzen wie Chinolingelb (E104) oder den Azofarbstoffen Tartrazin (E102), Gelborange S (E110), Azorubin (E122) und Cochenillerot A (E124 A). "Azofarbstoffe stehen im Verdacht, die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern zu beeinträchtigen", teilt sie mit.

Da Lebensmittelfarbstoffe Zusatzstoffe sind, müssen sie auf den Zutatenlisten von verpackten gefärbten Eiern stehen. Die Kennzeichnung lautet "Farbstoffe", gefolgt von der spezifischen Bezeichnung des Farbstoffs und der entsprechenden E-Nummer.

Ostereier selbst färben

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte am besten rohe Eier aus ökologischer Haltung kaufen und diese mit Naturfarben selbst färben. Das macht auch noch Spaß. Zu den natürlichen Färbemitteln gehören Heidelbeeren, Rote Beete, Kurkuma, Spinat oder Blaubeersaft. Zu den unbedenklichen, jedoch chemischen Farbstoffen zählen beispielsweise Riboflavin (E101), Chlorophyll (E140) und Lycopin (E160D).

Wie lange sind gefärbte Eier haltbar?

Gekochte, selbstgefärbte Eier halten sich etwa zwei bis vier Wochen. Entscheidend dabei ist, ob ihre Schale nach dem Kochen verletzt wurde oder nicht. Ist das der Fall, können dadurch Mikroorganismen in das Ei eindringen und dadurch die Haltbarkeit verkürzen. Ist die Schale beschädigt, sollten die Eier schnell konsumiert werden. Ist die Schale jedoch intakt, können Sie sich auch nach mehr als vier Wochen verzehren.

Bei gekauften Ostereiern achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Karton oder der Plastikschale.

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