Ernährung

Natürliche Hundepflege mit Kokosöl: Anwendung, Vorzüge und Risiken

Elias Thiel

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10.6.2024, 09:34 Uhr
Kokosöl ist ein beliebtes Pflegemittel für Hunde. Wie wird es richtig angewendet?

© IMAGO/Uwe Umstätter Kokosöl ist ein beliebtes Pflegemittel für Hunde. Wie wird es richtig angewendet?

In diesem Artikel:

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Hunde sind treue Begleiter und Familienmitglieder, für die ihre Besitzer natürlich nur das Beste wollen. In der Welt der natürlichen Hausmittel hat sich vor allem Kokosöl als vielseitiges und beliebtes Mittel für die Pflege und Gesundheit von Hunden etabliert.

Doch wie genau kann man es anwenden? Welche Vorteile bietet es und welche möglichen Risiken gehen damit einher? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Anwendung von Kokosöl für Ihren Vierbeiner.

Kokosöl ist ein pflanzliches Öl, das aus dem getrockneten Kernfleisch der Kokosnuss gewonnen wird. Das weiße bis gelblich-weiße Pflanzenfett hat einen sehr hohen Anteil gesättigter Fettsäuren. Das Öl wird durch Pressen oder Extrahieren hergestellt und zeichnet sich durch den hohen Fettanteil aus. Kokosöl ist bei Raumtemperatur fest, schmilzt aber leicht bei Erwärmung und verwandelt sich dann in eine klare Flüssigkeit.

Kokosfett ist bekannt für den angenehmen Duft und eignet sich für einen vielfältigen Einsatz. Die hohe Konzentration an gesättigten Fettsäuren im Kokosöl macht es zu einem beliebten natürlichen Hausmittel mit zahlreichen potenziell gesundheitlichen Vorteilen.

Ja, Hunde dürfen Kokosöl essen. Zur inneren Anwendung kann man dem Hund einfach ein wenig Kokosöl über die tägliche Futterration träufeln.

Kokosöl als Nahrungsergänzung für den Hund enthält wertvolle Vitamine, Magnesium, Eisen, Natrium, Antioxidantien, Kalium und Aminosäuren. Zudem stärkt es das Immunsystem des Hundes und regt den Stoffwechsel an. Gleichzeitig soll Kokosfett positive Auswirkungen auf die Lernfähigkeit des Hundes haben. Kokosöl hilft dem Hund außerdem beim Stressabbau, da es das Nervensystem und die Gehirnfunktion unterstützt.

Dass Kokosöl bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Arthritis beim Hund hilfreich ist, wurde bislang nicht wissenschaftlich belegt. Auch eine schmerzlindernde oder entzündungshemmende Wirkung konnte noch nicht abschließend nachgewiesen werden.
Achtung: Kokosöl bei Hunden kann auch zu einer Gewichtszunahme führen. Dies wäre bei einem Hund mit Gelenkerkrankung nicht ratsam, da das zusätzliche Gewicht die Gelenke weiter belasten würde. Daher sollte man die Anwendung von Kokosöl bei Gelenkproblemen beim Hund mit Vorsicht betrachten und im Zweifelsfall immer einen Tierarzt konsultieren.

Als Dosierung wird maximal ein Teelöffel pro 10 Kilogramm Körpergewicht des Hundes empfohlen. Demnach reichen bei kleinen Hunden bereits ein Teelöffel und bei größeren Hunden ein bis zwei Esslöffel aus. Der Vierbeiner kann das Kokosöl zwei bis dreimal wöchentlich zusätzlich zu seiner Nahrung bekommen.

Hundebesitzer sollten beim Kauf von Kokosöl für ihren Vierbeiner auf eine hochwertige Qualität achten. Daher ist es ratsam, ausschließlich natives, kaltgepresstes und biologisches Kokosöl zu verwenden. Somit kann man sicherstellen, dass das Öl frei von schädlichen Zusatzstoffen und Schadstoffen ist. Raffiniertes Kokosöl sollte vermieden werden, da dort wichtige Nährstoffe entfernt wurden. Zusätzlich sollte Kokosöl in einem verschlossenen Behälter aufbewahrt werden, um es vor Licht und Luft zu schützen.

Kokosöl eignet sich nicht nur für die innere, sondern auch für die äußere Anwendung beim Hund.

  • Juckreiz beim Hund: Kokosöl kann helfen
    Kokosfett ist bekannt für seine beruhigenden und pflegenden Eigenschaften, die es zu einem wirksamen Mittel gegen Juckreiz machen. Die enthaltenen Fettsäuren und natürlichen Antioxidantien beruhigen gereizte Haut und lindern den Juckreiz. Dafür trägt man eine kleine Menge des Öls auf die betroffenen Stellen des Hundes auf und massiert es sanft ein. Das Öl dringt in die Haut ein und reduziert Trockenheit oder Rötungen.
  • Kokosöl als Fellpflege
    Das beliebte Hausmittel macht das Hundefell glänzender und geschmeidiger. Kokosöl hilft gegen verfilzte Haare beim Hund und macht das Haar leichter kämmbar. Dafür nimmt man ein bis zwei Teelöffel Kokosfett und massiert dies sanft in das Hundefell ein.
    Tipp: Der Geruch des Öls wirkt auch gegen unangenehme Gerüche.
  • Kokosöl als Pfotenpflege
    Auch bei der Pfotenpflege hat sich Kokosfett bewährt, um trockene und rissige Pfoten zu beruhigen bzw. zu befeuchten. Das Öl bildet eine schützende Barriere vor Umwelteinflüssen und bewahrt die Pfoten vor Austrocknung.
  • Mundgeruch beim Hund durch Kokosöl beseitigen
    Kokosöl kann auch zur Unterstützung der Zahnhygiene beim Hund eingesetzt werden. Durch die Verwendung einer erbsengroßen Menge Öl kann man die Zähne des geliebten Hundes putzen, entweder allein oder in Kombination mit spezieller Hundezahnpasta. Dafür kann man einen Fingerling oder eine Hundezahnbürste verwenden. Das Kokosöl hilft bei Mundgeruch und trägt zur Heilung kleiner Wunden oder Entzündungen im Mundraum bei.
    Tipp: Der Hund sollte langsam an das Zähneputzen gewöhnt werden, besonders wenn er es noch nicht kennt. Bestenfalls beginnt man mit einem Eckzahn und belohnt den Hund ausgiebig, wenn er das Putzen zulässt. Auf diese Weise wird vermieden, dass der Hund Stress mit der Zahnpflege assoziiert und sich dieser schon bald entzieht.
  • Zahnstein entfernen beim Hund mit Kokosöl
    Kokosöl hilft leider nicht effektiv gegen Zahnstein bei Hunden. Daher sollte in diesem Fall lieber ein Tierarzt aufgesucht werden. Mit Hausmitteln riskiert man, dass der unbehandelte Zahnstein weiter voranschreitet. Allerdings helfen Kauknochen und Kokosöl gegen Plaque, was vorbeugend gegen Zahnstein wirkt.
  • Grasmilben beim Hund mit Kokosöl vorbeugen
    Kokosöl beugt Grasmilben beim Hund vor. Dazu reibt man das Fell des Hundes mit Kokosöl ein (besonders die gefährdeten Stellen wie Pfoten, Bauch und Beine). Das Öl bildet eine natürliche Barriere. Diese trägt dazu bei, dass die Milben nicht so leicht anhaften.
  • Kokosöl gegen Tränenflecken beim Hund
    Kokosöl hilft effektiv dabei, Tränenflecken beim Hund zu reduzieren. Die entzündungshemmenden Eigenschaften des Kokosöls beruhigen die Haut um die Augen und lindern Rötungen, die durch Tränenflüssigkeit verursacht werden.
  • Kokosöl gegen Zecken und Flöhe
    Um Zecken und Flöhe vom Vierbeiner fernzuhalten, eignet sich Kokosöl ebenfalls. Dafür reibt man den Hund vor dem Spaziergang (besonders an Beinen, Pfoten, Bauch und Kopfbereich) mit 1-3 Teelöffeln Kokosfett ein. Am Anfang sollte man das Öl täglich vor jedem Spaziergang anwenden. Nach zwei bis drei Wochen reicht eine Anwendung zwei bis drei Mal pro Woche.

    Obwohl Kokosöl für Hunde viele Vorteile bietet, gibt es auch potenzielle Nachteile und Risiken.

    • Magen- und Darmprobleme
      Die Hauptprobleme liegen in der Dosierung und dem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren. Bei einer übermäßigen Verabreichung von Kokosöl können Magen-Darm-Probleme wie Durchfall und Erbrechen auftreten.
    • Vorerkrankungen
      Kokosöl ist nicht für Hunde mit bestimmten Vorerkrankungen geeignet, da es unter anderem die Cholesterinwerte erhöhen kann. Auch bei Hunden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus sollte die Zugabe von Kokosöl in der Nahrung vermieden werden.
    • Übergewicht
      Kokosöl enthält hohe Mengen an gesättigten Fettsäuren, die bei übermäßiger Verwendung zu Fettleibigkeit führen. In solchen Fällen sollte die Anwendung von Kokosöl mit dem Tierarzt abgesprochen und nur in angemessener Dosierung verwendet werden.
    • Allergien
      Darüber hinaus kann Kokosöl bei manchen Hunden allergische Reaktionen auslösen. Einige Hunde reagieren empfindlich auf Kokosöl und entwickeln Hautreizungen oder allergische Symptome wie Juckreiz, Rötungen oder Hautausschläge. Daher sollte man zunächst sehr kleine Mengen verfüttern und das Kokosöl erst einmal ausprobieren.

    Häufig gestellte Fragen zum Thema "Kokosöl für Hunde":

    Nein, Kokosöl enthält keine giftigen Stoffe und ist somit sicher für den Hund.

    Kokosfett hilft zur Prävention von Zecken.

    Ja, Kokosöl kann sehr gut als Vorbeugung gegen Flöhe eingesetzt werden.

    Kokosöl hilft zwar gegen Milben, Zecken und Flöhe, allerdings nicht gegen Sandmücken.


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