Fünf Mal "mangelhaft"

Eiskratzer im Test: Viele hinterlassen Schäden

4.1.2022, 17:06 Uhr
Die Autoscheibe von Eis zu befreien ist oft harte Arbeit.

Die Autoscheibe von Eis zu befreien ist oft harte Arbeit. © ACE Auto Club Europa

Der Eiskratzer gehört als unverzichtbares Basic zur Winter-Ausstattung des Autos. Benötigt wird er vor allem von jenen Autofahrern, die nicht das Glück haben, eine Garage oder zumindest einen Carport nutzen zu können und sich nach frostigen Nächten mit mehr oder weniger dicken Eisschichten auf den Fahrzeugscheiben abplagen müssen.

Welchen Eiskratzer man als Handwerkszeug wählt, ist offensichtlich nicht egal. So zumindest ergab es sich als Resultat eines Tests, den die Sachverständigenorganisation KÜS gemeinsam mit der Zeitschrift Auto Bild und Carglass durchgeführt hat. Zur Leistungsschau waren acht klassische Kratzer und drei elektrische Modelle gebeten worden.

Klarer Testsieger

Als klarer Testsieger – siehe auch Tabelle – tat sich der Heyner Snowstar M Pro hervor. Ihm bescheinigten die Tester, bei dicken wie dünnen Eisschichten eine gleichermaßen „herausragende Kratzleistung“ zu erbringen und vergaben zur Belohnung das einzige „sehr gut“ im Kandidatenumfeld. Punkten konnte der Heyner auch dank des angeschlossenen Schneebesens und seiner Länge, die ihn auch für größere Autos prädestiniert.

Überprüft wurden klassische Eisschaber, aber auch drei elektrische Modelle.

Überprüft wurden klassische Eisschaber, aber auch drei elektrische Modelle. © KÜS

Platz zwei und den Titel „Preis-Leistungs-Sieger“ holte sich der Petex Eisschaber („gut“), der beim Umgang mit dünnem Eis ähnlich überzeugte, aber dickes Eis nicht ganz so gut von der Scheibe bekam. Außerdem, so die Tester, hinterlasse er „auf verschmutzten Scheiben vereinzelt Kratzer“.

„Mangelhaft“ für die Elektrischen

Ein „befriedigend“ ernteten die Schaber von Auprotec, Kungs und Michelin. Keine lohnende Investition ist offensichtlich die in einen elektrischen Eiskratzer – der Kärcher EDI4 beispielsweise kostet stattliche 50,90 Euro. Kein einziger der drei entsprechenden Probanden konnte überzeugen, weder besagter Kärcher noch die Modelle von Lescars und Goods+Gadgets. Als Konsequenz wurde das Trio mit „mangelhaft“ abgewertet.

Die gleiche schlechte Benotung gab es für die behandschuhten Produkte Eisfreund und Glart. Letzterer zerbrach im Einsatz sogar in zwei Teile.

Kratzer auf der Scheibe

Ein solcher Materialmangel ist zwar ärgerlich, aber noch ein vergleichsweise geringfügiges Problem. Richtiggehend teuer kann es werden, wenn der Schaber die Scheibe in Mitleidenschaft zieht. „Viele Eiskratzer verursachen Spuren und tiefe Kratzer, die in der Scheibe bleibende Schäden hinterlassen“, heißt es vonseiten des KÜS. Während bei den Testsiegern Heyner und Petex die Gefahr von Beschädigungen am geringsten ist, wurden Konkurrenten schon eher auffällig. Der Auprotec beispielsweise „hinterlässt bei dünnem Eis mit seiner Messerklinge zahlreiche Beschädigungen auf der Scheibe“, wie die Tester monieren, auch der Kärcher EDI 4 wurde „aufgrund einer Vielzahl verursachter Kratzer“ abgewertet, und beim gleichfalls elektrischen Goods+Gadgets bemängelten die Tester, dass die Heizspirale „zahlreiche Kratzer“ bewirkt, wenn sie mit der Scheibe in Berührung kommt.

Die Tabelle zeigt die Testergebnisse im Überblick.

Die Tabelle zeigt die Testergebnisse im Überblick. © KÜS

Der Rat der Experten lautet, am Abend vor kalten Nächten die Scheibe zu reinigen und von Schmutzpartikeln zu befreien. Auf diese Weise lässt sich die Gefahr, beim Eiskratzen Scharten und Schrammen einzufräsen, zumindest verringern.

Bußgeld droht

Wer im Winter nur ein kleines Guckloch freikratzt, riskiert übrigens ein Bußgeld und schlimmstenfalls den Versicherungsschutz. Näheres ist hier nachzulesen.

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