Sportliches Topmodell

Ford Mustang Mach-E GT: Elektroantrieb extrastark

27.10.2021, 14:33 Uhr
Auch der elektrische Ford Mustang zeigt Muskeln.

Auch der elektrische Ford Mustang zeigt Muskeln. © Hersteller

Das Thema Elektro-Auto verbindet Ford mit sportlichen Emotionen, was sich auf einigen Märkten offenbar zunehmend bewährt. Jedenfalls ist das jetzt vorgestellte Topmodell GT der beste Sprinter in der Familie des elektrischen Mustang Mach-E. Allerdings hat er auch seinen Preis: 72.900 Euro kostet er, das liegt fast 30.000 Euro über der Einstiegsversion. Andererseits unterbietet der Mach-E GT manche Konkurrenzmodelle damit um bis zu 15.000 Euro.

Mit dem Start des "normalen" Mustang Mach-E kann Ford zufrieden sein: Den September mit eingeschlossen, sind seit Anfang des Jahres rund 2000 Einheiten in Deutschland verkauft worden, auch an viele Neukunden.

Tesla im Visier

Mit dem Namen Mustang verbinden viele noch den starken V8-Benziner mit viel Hubraum und vielen Töpfen. Von dem konventionell angetriebenen, ikonischen Sportler hebt sich das elektrische Modell im Kleid eines Crossovers zwar in vielen Disziplinen ab, hat aber auch bei den Fahrleistungen eine Menge zu bieten - zumal in der neuen Topversion. Zwar regelt Ford den GT bei 200 km/h ab, aber im Sprint von Null auf Tempo 100 schießt der Stark-Stromer in nur 3,7 Sekunden nach vorn. Damit ist er der am schnellsten beschleunigende Fünfsitzer, den Ford je in Europa vertrieben hat. Im Segment hat der GT das Zeug zum Tesla-Killer.

Der Mustang Mach-E GT wird über alle vier Räder angetrieben.

Der Mustang Mach-E GT wird über alle vier Räder angetrieben. © Hersteller

Die GT-Variante wird von je einem an Vorder- und Hinterachse verstärkten Motor aufgerüstet. Zusammen geben die Maschinen des E-Crossovers ordentlich Power ab, 358 kW/487 PS sind es, das Drehmoment liegt bei beeindruckenden 860 Newtonmetern. Ein Lithium-Ionen-Akku speist den Antrieb mit 88 kWh nutzbarer Kapazität. Aus einer (der wenigen) 150-kW-Ladestationen fließt laut Ford in zehn Minuten Strom für knapp 100 Kilometer Reichweite ein. Von zehn auf 80 Prozent dauert die Übung 45 Minuten. Als Reichweite gibt der Hersteller bis 500 WLTP-Kilometer an. Auf unseren ersten Testfahrten pendelte der Stromverbrauch laut Bordcomputer zwischen 17 und 22 kWh/100 km.

Auf abgelegenen, kurvenreichen Strecken überzeugte der GT nicht nur durch rasantes Beschleunigen, sondern auch durch sein ausgezeichnetes Fahrverhalten - nicht zuletzt dank des besonders tiefen Schwerpunkts, zu dem auch die im Fahrzeugboden untergebrachte Batterie beiträgt. Durch die Kraftverteilung, die bei dem starken Allradler noch mehr auf die Hinterräder wirkt - aber besonders beim GT spürbar wird – erfolgt die Beschleunigung aus Kurven mit bissigem Antritt und leichtem Heck-Kick, abhängig vom Fahrmodus. In Verbindung mit den speziell entwickelten 20-Zoll-Reifen trägt dies zu einem sportlichen Highlight-Fahrerlebnis bei. Zudem kann ein Plus-Modus dem Fahrer helfen, eine Balance von Traktions- und Stabilitätskontrolle zu erhalten und trotzdem aufregend zu driften.

Infotainment-Bildschirm: Tablet im Cockpit.

Infotainment-Bildschirm: Tablet im Cockpit. © Ford/ampnet

Für ausgezeichnete Verzögerung sorgt nicht zuletzt das High-Performance Brembo-Bremssystem. Das Fahrwerk ist straff, aber keineswegs unkomfortabel abgestimmt. Per Fahrmodus lässt sich die bevorzugte Einstellung wählen. Ein vierter, im GT zusätzlich vorhandener Modus, legt die Federungs- und Dämpfungselemente noch strammer aus. Die ganz scharfe Stufe "Ungezähmt Plus" darf nur bei Einsätzen auf Rennstrecken genutzt werden.

In der Außenansicht dominiert die sportliche Linie, noch geduckter und etwas tiefer gelegt als die zahmeren Versionen steht der GT da, dazu schmückt er sich mit einem eigenständigen Polycarbonat-Frontgrill in "Dark Grau" sowie den exklusiven Farboptionen "Cyber Orange" und "Atoll-Blau Metallic", kontrastierend dazu das schwarze Dach.

"Frunk" unter der Fronthaube

Innen gibt es gute Platzverhältnisse: Die Insassen fühlen sich in dem 4,71 Meter langen, coupéartig geformten Crossover bequem untergebracht, vorn auf konturierten Sportsitzen, die eine stabile Seitenführung garantieren. Für Raum im Fond sorgt vor allem der fast drei Meter große Radstand. Öffnen lassen sich die Türen per Taste an der B-Säule neben der Fahrertür, per Smartphone oder, wenn man den Funk-Schlüssel nicht zur Hand hat, über einen Code in einem Touchfeld. Aufziehen lassen sich die Türen mit einem kleinen Haken, der den üblichen Griff ersetzt. Ins Gepäckabteil passen 402 Liter bis 1420 Liter, dazu kommen rund 100 Liter im „Frunk“ unter der Fronthaube.

Die Rücksitzlehnen sind geteilt umlegbar.

Die Rücksitzlehnen sind geteilt umlegbar. © Hersteller

Ziemlich einfach gestaltet sich die Bedienung: Vieles konnten wir über den großen, senkrecht stehenden 15,5-Zoll-Touchscreen und den pfiffigen Drehregler darunter steuern. Erleichtern lässt sich der Umgang mit dem Mach-E auch über die Sync-Sprachsteuerung. Das 10,2-Zoll-Fahrerdisplay liegt direkt im Blickfeld.

Auf dem neusten Stand sind die Assistenzsysteme und die Vernetzung. Kaum einer der Mach-E GT-Kunden wird wohl auf die Idee kommen, einen Anhänger anzukoppeln, aber falls doch: Bis 750 Kilo können in Schlepp genommen werden. Apropos Gewicht: Insgesamt 2,1 Tonnen kommen beim GT schon zusammen.

Das Topmodell basiert wie die übrigen Mustang-Versionen (darunter die mit Heckantrieb) auf einer eigenen Plattform. Für die Großserienfertigung elektrischer Fahrzeuge setzt der Hersteller eine andere Elektro-Basis ein.

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