Drei neue E-Modelle

Skoda plant eine elektrische Großtat

Ulla Ellmer

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4.9.2022, 20:47 Uhr

© Hersteller

Ein elektrischer Skoda ist bereits Geschichte, zwei andere haben übernommen: Der kleine Citigo e iV, baugleicher Bruder von VW e-up und Seat Mii electric, wurde im vergangenen Jahr verabschiedet, Präsenz zeigen jetzt Enyaq und Enyaq Coupé, die wiederum – ganz wie VW ID.3/ID.4/ID.5, Cupra Born und Audi Q4 e-tron - Kinder des Modularen Elektro-Baukastens (MEB) des Volkswagen-Konzerns sind.

Dass Skoda damit sein elektrisches Soll noch lange nicht erfüllt hat, ist klar. Schließlich geht es jetzt erst los mit der E-Mobilität, das Aus für neue Autos mit Verbrenner hat die EU für 2035 schon eingeläutet, und Skoda tut kund, dass der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge an den Verkäufen bis 2030 auf 70 Prozent steigen soll.

Der Enyaq allein kann das nicht richten. Und so hat der neue Skoda-Chef Klaus Zellmer eine Marschrichtung vorgegeben, die etappenweise drei weitere, neue Stromer vorsieht, bis 2026 soll das Trio auf den Markt gekommen sein. Zur Umsetzung dieser Pläne nimmt die tschechische VW-Tochter sehr viel Geld in die Hand. 5,6 Milliarden Euro investiert man, weitere 700 Millionen fließen in die Digitalisierung.

Den Anfang macht 2024 ein sogenanntes „Small BEV“, ein kleines batterieelektrisches Fahrzeug also. Von der Titulierung „small“ sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen. Das künftige Skoda-Einstiegsmodell wird deutlich größer als der ausrangierte Citigo sein; wie die künftigen Pendants VW ID.2 und Seat Urban Rebel (so zumindest der Arbeitstitel des Spaniers) siedelt sich der sogenannte Kleine eher in der Polo-Klasse an, die Skoda aktuell mit dem Fabia besetzt. Auch formal befährt der Neue andere Wege, überstreifen dürften ihm die Designer das Gewand eines Crossovers. Preislich ist mit 20.000 bis 25.000 Euro zu rechnen, die Zeiten der preiswerten Kleinstwagen sind vorbei.

2025 folgt der – wenn man so will – elektrische Karoq, ein Kompakt-SUV von Tiguan-Dimensionen also, das Elroq heißen könnte: „El“ für elektrisch, „roq“ als Reminiszenz an den Karoq. Und 2026 kommt der neue Top-Skoda, der mit über fünf Metern Länge selbst das Noch-Flaggschiff Superb überflügelt und von dem die Tschechen bereits eine Studie angefertigt haben.

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Vision 7S heißt sie, verkörpert einen stattlichen Crossover mit gegenläufig angeschlagenen Türen (die wohl keine Chance auf Serienfertigung besitzen) und Kamera-Außenspiegeln. Mitfahren können sechs Erwachsene und ein Baby beziehungsweise ein Kleinkind, das in einem Kindersitz reist, der entgegen der Fahrtrichtung auf der Mittelkonsole seinen Platz hat, noch vor der zweiten Sitzreihe.

Elektromobilität ist mit Ladepausen verbunden, und auch dem tragen die Automobilhersteller Rechnung. Bei Tesla beispielsweise sorgt ein virtuelles Kaminfeuer für behagliches Ambiente; in Kia EV6, Hyundai Ioniq 5 und Genesis GV60 lässt es sich ein Schläfchen in relaxter Ruheposition einlegen. Der Vision 7S bietet die Advanced-Version solchen Komforts. Auf Knopfdruck wird der Relax-Modus aktiviert, Lenkrad und Instrumententafel entfernen sich dann von Fahrer und Beifahrer, während sich die Vordersitze nach innen drehen und – ebenso wie die Rücksitze - nach hinten neigen. Allen Insassen eröffnet sich so ein freier Blick auf den Zentralbildschirm, der den Dreh in die Horizontale vollzieht und seine Entertainment-Inhalte präsentiert.

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Als Stromspeicher dient dem Vision 7S ein 89-kWh-Akku, der die Schnellladesäule mit bis zu 200 kW anzapft. Bei vollem Füllstand soll die elektrische Reise über 600 Kilometer weit führen.

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