Nachlass auf Kraftstoff

Tankrabatt: Ruhe bewahren!

20.5.2022, 16:26 Uhr
Im März befanden sich die Spritpreise auf dem Höhepunkt. Inzwischen sind sie wieder etwas gesunken. Laut ADAC kostet Diesel im Schnitt 2,02 Euro pro Liter, Benzin kommt auf 2,10 Euro.

© ule Im März befanden sich die Spritpreise auf dem Höhepunkt. Inzwischen sind sie wieder etwas gesunken. Laut ADAC kostet Diesel im Schnitt 2,02 Euro pro Liter, Benzin kommt auf 2,10 Euro.

Dem Spritpreis-Schock folgt der Tankrabatt: Wie das 9-Euro-Ticket ist auch er Bestandteil jenes Entlastungspakets, mit dem die Bundesregierung die Folgen der hohen Energiepreise abfedern möchte. Ab dem 1. Juni können Verbraucher und Verbraucherinnen von dem Nachlass profitieren, greifen wird er in den Monaten Juni, Juli und August. Während dieses Zeitraums wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel deutlich reduziert. Bei Benzin beträgt die Entlastung fast 30 Cent, beim Diesel immerhin noch 14 Cent. In der Praxis ergibt sich sogar eine noch höhere Ersparnis – konkret um 35 Cent bei Benzin und knapp 17 Cent bei Diesel, wie der ADAC vorrechnet. Grund: Auf den Senkungsbetrag wird keine Mehrwertsteuer erhoben.

Ansturm auf Tankstellen

In Zusammenhang mit dem 9-Euro-Ticket sehen die Verkehrsbetriebe bang einem Ansturm auf Busse und Bahnen entgegen. Auch auf die Tankstellen könnte ein Run erfolgen, wenn am 1. Juni der Kraftstoff rabattiert wird. Man rechne damit, dass viele Autofahrer nach Möglichkeit nicht mehr im Mai tanken wollen, sondern bis Juni zuwarten, um dann von den niedrigeren Spritpreisen zu profitieren, heißt es beim ADAC: „Schlangen und ungewohnte Wartezeiten an den Tankstellen sollten zu den Stoßzeiten einkalkuliert werden“.

Auch der Auto Club Europa (ACE) erwartet einen großen Andrang auf die Zapfsäulen. Und rät Autofahrenden davon ab, den Tank bis auf den letzten Tropfen leerzufahren. Besser sei es, ihn „vorher noch einmal zu füllen – am besten soweit, dass auch drei bis vier Tage ohne Zapfsäule gut zu überstehen sind“.

Nicht gleich billiger?

Wenn irgend möglich, sollte man den Run in Ruhe vorüberziehen lassen und erst nach ein paar Tagen, dann aber umso stressfreier Sprit fassen. Das kann auch noch einen anderen Vorteil mit sich bringen: Denn möglicherweise sinken die Kraftstoffpreise am 1. Juni gar nicht gleich im erhofften Maße. So hält es der ADAC für denkbar, dass manche Tankstellen Kraftstoff, den sie bereits im Mai eingekauft haben, noch zum alten Preis weitergeben. Und der ACE weist auf das marktwirtschaftliche Gesetz hin, wonach die Nachfrage den Preis bestimmt: Es könne sein, dass „bei dem erwarteten Ansturm auch die Preise nur zögerlich fallen“.

Mancher mag im Übrigen darüber nachdenken, sich mit dem vorübergehend verbilligten Sprit zu bevorraten und ihn in größeren Mengen zu „bunkern“. Allzu leicht gerät man dabei aber mit dem Gesetz in Konflikt. Mehr dazu lesen Sie hier.

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