Gartenarbeit

Diese drei Gehölze brauchen im September einen Rückschnitt

Simone Madre
Simone Madre

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15.9.2022, 12:33 Uhr
Bei einigen Gehölzen ist es sinnvoll, im September zur Schere zur greifen.

© Ute Grabowsky/photothek.net via www.imago-images.de Bei einigen Gehölzen ist es sinnvoll, im September zur Schere zur greifen.

Eigentlich ist der September kein klassischer Schnittmonat. Erlaubt sind ohnehin nur schonende Form- und Pflegeschnitte - zur Beseitigung des Zuwachses oder zur Gesunderhaltung von Sträuchern und Bäumen. Stärkere Rückschnitte müssen bis zum Oktober warten, sonst droht ein Bußgeld. Trotzdem ist es für einige Gehölze sinnvoll, schon im September zur Gartenschere zu greifen. Denn verglichen zum Oktober oder November ist es noch relativ mild, sodass Schnittwunden besser ausheilen. Das verringert das Risiko, dass Krankheitserreger die Schnittstellen befallen.

Noch nicht an der Reihe sind die Laubbäume. Hier wartet man darauf, dass die Blätter abfallen. Diese enthalten bestimmte Reservestoffe, die der Baum für den Winter benötigt. Kurz bevor die Blätter abfallen, werden diese Stoffe in die Äste hineingezogen.

1. Der Pflaumenbaum

Damit man eine reiche Pflaumenernte einfährt, sollte die Krone von Pflaumenbäumen locker aufgebaut sein und immer wieder ausgelichtet werden, schreibt "Mein schöner Garten". Den Schnitt sollte man nach der Ernte durchführen. Dabei sollten Frucht- und Gerüsttriebe innerhalb der Krone gelichtet werden. Wassertriebe und konkurrierende Äste sollten weg, ebenso zu alte Zweige. Nach zwei bis fünf Jahren vergreisen die Fruchttriebe und entwickeln keine neuen Blütenansätze.

2. Weinreben

Auch Weinreben können nach der Ernte einen Schnitt vertragen. Das Ziel hierbei sind wenige, aber dafür kräftige Triebe, die im folgenden Jahr gut tragen. Je stärker man zurückschneidet, desto mehr verringert man die Zahl der Trauben, die man im nächsten Jahr erntet. Dafür werden sie besonders groß und geschmacksintensiv. Deshalb schneidet man die abgeernteten langen Ranken kurz. Etwa vier bis fünf Blätter hinter dem letzten sichtbaren Fruchtansatz sollten stehen bleiben, rät "myHomebook". Man kann auch mehr abschneiden und von jeder Rute nur ein oder zwei Augen stehen lassen.

3. Beerensträucher

Beerensträucher wie die Brombeere brauchen sogar mehrmals pro Jahr einen gewissenhaften Rückschnitt, wenn die Ernte großzügig ausfallen soll. Falls er im August nicht erledigt wurde, sollte man sich im September darum kümmern. Auch Johannis- und Stachelbeeren sowie Sommerhimbeeren profitieren jetzt von einem Schnitt.

Bei Johannissträuchern lohnt es sich, die älteren Triebe zu stutzen - die einjährigen Zweige tragen am besten. Die mehrjährigen Triebe sind etwas dunkler als der Rest. Zudem sollte man zu dicht stehende Triebe auflockern, indem man einen Teil von ihnen entfernt. Das gleiche gilt für Stachelbeeren. Schneiden sollte man diesen Beerenstrauch entweder nach der Ernte oder am Ende des Winters (Februar bis März).

Bei Sommerhimbeeren kann man so vorgehen, dass man immer zwei Rutengenerationen an einem Spalier zieht: eine tragende Rute und eine jüngere für das nächste Jahr. Nach der Ernte sollte man die alte Rute direkt auf Bodenhöhe abschneiden, dann haben die neuen Triebe am Spalier mehr Platz.

Astschere oder Gartenschere: Was braucht man wann?

Gartenscheren sind eher für dünne Äste und Triebe gedacht, Astscheren kommen auch mit dickerem Holz zurecht. Aber das ist nicht der einzige Unterschied. Astscheren haben längere Griffe, was eine bessere Hebelwirkung mit sich bringt. Zudem steigt damit auch die Reichweite. Teilweise kann man diese sogar noch mit Teleskoparmen verlängern. Viele Astscheren arbeiten mit dem Ambossprinzip, das man allerdings auch bei Gartenscheren findet.

Bei Ambosscheren (Anzeige) gibt es eine Klinge auf der einen und einen stumpfen "Amboss" auf der anderen Seite. Das ist weniger anstrengend und deshalb für hartes Holz und trockene Zweige gut geeignet. Allerdings werden frische Triebe dadurch gequetscht. Bypass-Scheren (Anzeige) bestehen aus zwei Klingen. Damit kann man sauber schneiden und Triebe auch sehr nah am Stamm kappen, ist also etwas flexibler. Allerdings braucht man mehr Kraft. Viele Gärtner arbeiten mit beiden Scheren­typen.

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