Gartenarbeit

Grüne Vielseitigkeit im Garten: Alles über Eukalyptus-Pflege, Schnitt und Vermehrung

Elias Thiel

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10.6.2024, 08:35 Uhr
Koalabären ernähren sich ausschließlich von den Blättern und der Rinde des Eukalyptusbaums, Menschen schätzen den frischen Duft der Blätter.

© IMAGO / imagebroker Koalabären ernähren sich ausschließlich von den Blättern und der Rinde des Eukalyptusbaums, Menschen schätzen den frischen Duft der Blätter.

In diesem Artikel:

Eukalyptus wird oftmals mit Australien und süßen Koalas in Verbindung gebracht. Allerdings ist die dekorative Pflanze auch ideal für den heimischen Garten oder sogar als Zimmerpflanze geeignet.

Zu Hause kann der Eukalyptus entweder als Strauch, Baum oder im Topf kultiviert werden. Die Pflanze bringt nicht nur einen Hauch von Australien in den eigenen Garten, sondern duftet auch noch besonders gut. Dafür verantwortlich sind enthaltene ätherische Öle.

Der Eukalyptus wächst allerdings schnell und stark, weshalb er regelmäßig geschnitten werden muss. Wie das funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Eukalyptus ist eine vielfältige Gattung von Bäumen und Sträuchern. Die Pflanze zeichnet sich durch ihre charakteristischen blaugrünen, oftmals duftenden Blätter aus. Größe und Form der Blätter können je nach Art variieren.

Einige Eukalyptus-Arten sind bekannt für ihre auffällige, farbenfrohe Rinde. Typisch sind auch eine schnelle Wachstumsrate und die Fähigkeit, große Mengen Wasser zu absorbieren. Aufgrund ihrer ätherischen Öle finden Eukalyptus-Arten auch Verwendung in der Naturheilkunde und bei der Herstellung von ätherischen Ölen.

Die charakteristischen Blätter des Eukalyptus enthalten Eukalyptusöl, das bei Erkältungskrankheiten eine schleimlösende und antibakterielle Wirkung hat und daher in verschiedenen Hustenpräparaten und Lutschbonbons Verwendung findet.

Tipp: Für ein gesundes Erkältungsbad kann man die älteren Blätter von einem Eukalyptus abnehmen und sie in die Badewanne geben. Das heiße Wasser setzt die ätherischen Öle der Blätter frei und erzeugt eine wohltuende Wirkung beim Baden.

Eukalyptus ist in Australien und im östlichen Indonesien heimisch. Die Gattung gehört zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) und umfasst insgesamt über 600 Arten, von denen einige auch in anderen tropischen und subtropischen Gebieten der Welt wachsen.

In Australien ist Eukalyptus die dominante Baumart und wächst zu wirklich imposanten Bäumen heran. Dort macht Eukalyptus etwa 70 Prozent des gesamten Waldbestandes aus und ist eine wichtige Nahrungsquelle für Koalas. In anderen Regionen, wie beispielsweise in Deutschland, entwickelt er sich eher strauchartig.

Eukalypten haben einen schlanken, aufrechten Wuchs und können durch regelmäßigen Rückschnitt dicht und buschig gehalten werden. Im Laufe der Zeit verändert sich das Aussehen bei den verschiedenen Arten.

Bei einigen löst sich die äußerste Schicht der Rinde und hängt in langen Streifen vom Stamm. Die Blätter der Eukalyptus-Bäume unterliegen auch einer Veränderung, indem sie von eiförmig bis lanzettlich spitz geformt sind und von weich bis ledrig reichen. Die Einzelblüten der Eukalyptus zeichnen sich durch zahlreiche farbige Staubblätter aus.

Für die klimatischen Bedingungen in Deutschland wird besonders der Eucalyptus gunnii (auch als Mostgummi-Eukalyptus oder Blaugummibaum bekannt) empfohlen. Die charakteristische bläulich-grüne Färbung und die rundlichen Blätter machen die Pflanze leicht erkennbar.

Diese Eukalyptus-Art zeichnet sich durch ihre vergleichsweise hohe Widerstandsfähigkeit aus. Sie ist zumindest bedingt winterhart und am ehesten in der Lage, die kalten Winter und gemäßigten Sommer in Mitteleuropa zu bewältigen.

Diejenigen, die auf Nummer sicher gehen möchten, können den Eukalyptus aber auch in einem Kübel anpflanzen. Dadurch kann er im Winter an einem geschützten Ort untergebracht werden, um Frostschäden zu vermeiden.

Auch die Anzucht des Eukalyptus als ganzjährige Zimmerpflanze ist eine beliebte Option. Die Pflanze eignet sich gut dafür, in einem Topf in Innenräumen gehalten zu werden. Somit kann man den Eukalyptus das ganze Jahr über genießen.

Eukalyptus bevorzugt einen sonnigen bis halbsonnigen Standort – sowohl im Garten als auch im Kübel oder als Zimmerpflanze. Der Boden sollte gut durchlässig, leicht sauer und mäßig feucht sein. Staunässe gilt es dringend zu vermeiden.

Wenn man den Eukalyptus in einen Topf setzt, ist eine spezielle Kübelpflanzenerde als Substrat geeignet. Bestenfalls wählt man ein hohes Gefäß, da Eukalyptus lange Wurzeln entwickeln kann.

Allerdings muss man sich keine Sorgen machen, dass der Eukalyptusbaum in Deutschland bis in den Himmel wächst. Oftmals entwickelt er sich lediglich zu einem mehrere Meter hohen Eukalyptusstrauch.

Der Eukalyptus ist äußerst starkwüchsig, sodass junge Pflanzen jährlich zwischen 30 und 50 Zentimeter in die Höhe schießen. Als immergrüne Pflanze kann er ein- oder mehrstämmig wachsen und bildet entweder einen Baum oder einen Großstrauch. In Kübeln erreicht der Eukalyptus in der Regel eine durchschnittliche Wuchsbreite von etwa 100 Zentimetern.

Tipp: Der Eukalyptus sollte in der Nähe eines Sitzplatzes gestellt oder gepflanzt werden, da der Duft eine abschreckende Wirkung auf Mücken hat.

Der ideale Zeitpunkt zum Pflanzen von Eucalyptus gunnii im Freien ist von April bis Oktober, in kälteren Regionen eignet sich die Zeit ab Ende Mai.

Das Auspflanzen im Garten ist nur in milden Regionen ratsam und sollte an einem möglichst geschützten und sonnigen Platz erfolgen.

Der Eucalyptus gunnii wird bestenfalls im März geschnitten, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Diese Pflanze ist sehr schnittverträglich. Regelmäßige Schnitte belohnen sie mit einem dichten, buschigen Aussehen und kompaktem Wuchs.

Durch das Schneiden kann man ihn problemlos auf die gewünschte Größe bringen. Dies ist besonders wichtig, wenn er als reine Zimmerpflanze oder im Wintergarten gehalten wird. Auch eine Verjüngung ist möglich. Nach dem Schnitt treibt die Pflanze zuverlässig und schnell wieder neu aus.

Wer seinen Eucalyptus Gunnii schneiden möchte, kann dies recht unkompliziert tun. Denn die Pflanze ist sehr schnittverträglich. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die helfen, die Gesundheit der Pflanze zu erhalten und ein kräftiges Nachwachsen zu fördern:

  1. Zuerst schneidet man den Eukalyptus auf die gewünschte Größe zurück. Dabei sollte man darauf achten, das Wurzelwerk nicht zu beschädigen. Hierfür ist eine Gartenschere am besten geeignet.
  2. Um größere Wunden zu versiegeln, verwendet man am besten ein Wundverschlussmittel.
  3. Die abgeschnittenen Äste können entsorgt werden, während man die Blätter weiterverwenden kann. Diese eignen sich beispielsweise zur Zubereitung eines Tees, indem man sie mit heißem Wasser übergießt.

Sollte der Eukalyptus vertrocknen, liegt das in der Regel an einem Pflegefehler.

  • Falsches Gießverhalten
    Da der Eukalyptus aus Australien stammt, ist er Dürreperioden gewöhnt. Die Pflanze freut sich zwar über eine regelmäßige Wasserzufuhr, zu viel Gießen richtet aber Schaden an. Vor allem Staunässe ist wie Gift für den Eukalyptus.
  • Falsche Erde
    Das Problem kann auch hier die Bildung von Staunässe sein. Eukalyptus sollte in durchlässiger, nährstoffreicher Erde gepflanzt werden, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann.
  • Falsches Düngen
    Auch wenn der Eukalyptus nährstoffreiches Substrat bevorzugt, reicht es, ihn in der Wachstumsphase alle zwei Wochen mit Langzeitdünger zu düngen. Zu viel Dünger oder Düngen im Winter führt zu einer Überversorgung, die der Pflanze eher schadet, als hilft.

In jedem Fall lohnt sich beim Eukalyptus ein Rückschnitt der vertrockneten Pflanzenteile. Dieser kann im ganzen Jahr erfolgen, damit sich die Pflanze möglichst schnell erholen kann.

Eukalyptus im Topf sollte ein- bis zweimal im Jahr zurückgeschnitten werden. Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt der größeren Bäume ist nach der Überwinterung. Bei diesem Schnitt werden alle abgestorbenen Triebe entfernt und quer wachsende Äste gekürzt. Dabei ist es wichtig, dass man beim Rückschnitt nicht ins Wurzelwerk schneidet.

In der Regel ist kein regelmäßiger Rückschnitt für den Garten-Eukalyptus notwendig. Allerdings ist es bei Kübelpflanzen ratsam, diese regelmäßig zurückzuschneiden, um ein übermäßiges Wachstum in die Höhe zu verhindern. Lange Triebe können mit einer Garten- oder Baumschere gekürzt werden.

Tipp: Wenn man aufmerksam auf das Blattabwerfen des Baumes achtet, kann dies ein Hinweis auf Trockenheit sein. In solchen Fällen sollte auf die richtige Bewässerung geachtet werden.

Alle Eukalyptusarten können durch Aussaat vermehrt werden. Für eine erfolgreiche Aussaat ist hochwertiges Saatgut empfehlenswert. Die Samen keimen am besten bei einer Temperatur von etwa 20 Grad Celsius.

Eine andere Methode der Vermehrung ist die Verwendung von Stecklingen von der Mutterpflanze. Allerdings ist diese Methode nicht immer erfolgreich, da sich Wurzeln an den Zweigen nur sehr langsam bilden.

Für die Überwinterung muss die Kübelpflanze ins Haus gebracht werden. Sowohl drinnen als auch draußen benötigt der Eukalyptus einen sonnigen bis halbsonnigen Standort.

Besonders wichtig ist hier ausreichend Licht, wenn die Pflanze ganzjährig im Wintergarten oder im Zimmer kultiviert wird.

Die Dosis macht das Gift, das gilt auch für Eukalyptus. Einige Pflanzenteile, insbesondere Eukalyptusöl, können in ihrer Reinform gesundheitliche Beschwerden auslösen. Wenn Eukalyptus verschluckt wird, kann dies zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Erbrechen führen. Bei direktem Kontakt kann eine übermäßige Dosierung zu Hautreizungen führen.

Eukalyptus sollte daher nur in verdünnter Form genutzt werden. Dann sind die ätherischen Öle gesundheitsförderlich. Heißes Wasser kann die Öle aus den Blättern freisetzen. Ein paar Blätter in einem Erkältungsbad sind daher förderlich. Auch ein Teeaufguss ist möglich und heilsam.

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