Hartnäckiger Pflanzensauger

Mit diesen Hausmitteln lassen sich Spinnmilben nachhaltig bekämpfen

1.11.2022, 19:58 Uhr
Einige Spinnmilben-Arten bilden feine Netze, die man gut erkennen kann.

© IMAGO/Janerik Henriksson/TT Einige Spinnmilben-Arten bilden feine Netze, die man gut erkennen kann.

Besonders in Herbst und Winter machen sich die kleinen Spinnentiere auf unseren Zimmerpflanzen breit: Sie setzen sich an der Blattunterseite fest und saugen den Pflanzensaft aus. Behandelt man die Pflanzen nicht, können sie binnen weniger Wochen absterben. Dabei können schon einfache Hausmittel die Spinnmilben bekämpfen.

Wie erkennt man einen Spinnmilbenbefall?

Einen Hauptgrund für den häufigen Befall in den kalten Monaten ist die trockene Heizungsluft, wie die Expertin Brigitte Goss gegenüber dem MDR verrät. Die Pflanzen sind in Herbst und Winter ohnehin aufgrund der niedrigeren Sonneneinstrahlung geschwächt - bei trockener Luft ist das schon fast eine Einladung für die Schädlinge. Mit ihren Steckborsten durchdringen sie die Blattzellen und saugen den Saft aus den Pflanzen. Das befallene Blatt hat kleine silbrige Punkte an der Saugstelle und verfärbt sich mit der Zeit gelb. Wenn der Befall schon weiter fortgeschritten ist, finden sich sogenannte Gespinste an den Blättern. Das sind feine Spinnweben. Man sieht sie leichter, wenn man die Pflanze mit Wasser besprüht, so dass feine Wassertröpfchen hängen bleiben.

Wie sehen Spinnmilben aus?

Spinnmilbe ist ein Gattungsname für über tausend verschiedene Arten kleiner Spinnentiere. Ihren Namen haben sie von den feinen Gespinsten, mit denen einige Arten die Blätter und Triebe der Zimmerpflanzen überziehen. Spinnmilben sind 0,2 bis 0,8 Millimeter groß und haben acht Beine. Ihr Leib kann grün, gelb, orange oder rotbraun sein. Das hängt von der jeweiligen Art und der Jahreszeit ab. Aufgrund ihrer geringen Größe sieht man meist zuerst die befallenen Blätter oder Gespinste. Wenn man dann genau hinsieht, kann man oftmals auch winzige Punkte sehen - auf der Blattunterseite oder im Gespinst.

Wie kann man Spinnmilben bekämpfen?

Zum Glück gibt es ein paar einfache Hausmittel, mit denen sich die Schädling nachhaltig bekämpfen lassen.

Robuste Pflanzen kann man mit Wasser abbrausen, um zumindest einen Teil der Spinnmilben loszuwerden. Hierzu stellt man die Pflanze am besten in die Dusche oder Badewanne. Das sollte man alle drei, vier Tage wiederholen.

Sehr gut eignet sich auch ein Gemisch aus Rapsöl, Wasser und wenigen Tropfen Spülmittel. Mischen Sie hierfür einen Teil Rapsöl mit vier Teilen Wasser und etwas Spülmittel. Füllen Sie die Emulsion in eine Sprühflasche und schütteln sie sie kurz vor der Verwendung kräftig durch. Bevor Sie die Blätter gründlich von oben und unten mit der Flüssigkeit benetzen, testen Sie an einem Blatt, wie die Pflanze auf das Rapsöl reagiert - manche Pflanzen, vor allem Orchideen, vertragen das Öl nicht immer. Diesen Vorgang sollte man nach zehn Tagen wiederholen, damit auch die Spinnmilben, die zuvor im Larvenstadium waren, abgetötet werden.

Bei einem weiteren bewährtem Hausmittel kommt Spiritus zum Einsatz. Hierfür löst man 20 Gramm Seife in einem Liter heißem Wasser auf. Am besten eignet sich eine Kaliseife ohne Duftstoffe, da diese der Pflanze schaden können. Zu der Seifenmischung geben Sie dann 30 Milliliter Spiritus. Besprühen Sie auch hier die Blätter gründlich oben und unten.

Auch bei dieser Mischung testen Sie besser vorher, ob die Pflanze das Gemisch verträgt. Um den Effekt zu verstärken, empfiehlt es sich, die Pflanze in eine "Pflanzensauna" zu stecken. Dafür hüllte man sie möglichst komplett in einer Plastiktüte ein, sodass keine Luft mehr nach außen dringen kann. Das feucht-warme Klima setzt den Spinnmilben zusätzlich zu. Nach zwei Tagen sollte die Tüte wieder abgenommen werden.

Um Spinnmilben vorzusorgen, ist genug Feuchtigkeit wichtig. Hierzu kann man die Pflanzen im Winter regelmäßig mit Wasser besprühen. Starke und gesunde Pflanzen leiden zudem weniger unter einem Befall. Ein kaliumbetonter Dünger stärkt das Pflanzengewebe.