Wohnen

Wanzen im Haus: Wie wird man sie wieder los?

Simone Madre

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10.6.2024, 10:29 Uhr
Wanzen im Haus können ärgerlich sein, doch gefährlich oder gesundheitsschädigend sind sie nicht. 

© miniformat65, Pixabay, LizenzCC Wanzen im Haus können ärgerlich sein, doch gefährlich oder gesundheitsschädigend sind sie nicht. 

In diesem Artikel:

  • Wanzen werden durch Wärme und Licht angelockt.
  • Eine selbstgemachte Mischung aus Wasser, Essig und Spülmittel kann die Krabbeltiere vertreiben.
  • Es gibt keinen Grund sich Sorgen zu machen, denn Wanzen übertragen keine Krankheiten und richten keine Schäden an Möbeln oder Teppichen an.

Laut dem deutschen Naturschutzbund gibt es bundesweit knapp 1000 verschiedene Wanzenarten, Tendenz steigend. Grund für die Zunahme ist der Klimawandel, welcher dafür sorgt, dass sich die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten Krabbeltiere nun auch in Deutschland wohlfühlen. In den Wohnungen und Häusern findet man vermehrt die Graue Gartenwanze und die Grüne Stinkwanze. Die Ernährung der Tierchen besteht aus Pflanzensaft, Blättern und Früchten.

Wichtig: Ein Wanzenbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Die Wanzen werden durch Wärme und Licht angelockt. Essensreste, Gerüche oder Schmutz spielen keine entscheidende Rolle.

Um Wanzen in der Wohnung effektiv zu bekämpfen, sollte man zunächst einige grundlegende Tipps beherzigen:

  1. Wer Wanzen in der eigenen Wohnung entdeckt, sollte sie vorsichtig einfangen und vor die Tür setzen. Am besten funktioniert dies mit einem Glas und einem stabilen Stück Papier. Zunächst stülpt man das Glas über die Wanze. Dann kann man das Papier einfach unter die Wanze schieben und schon ist sie eingefangen.
  2. Die kleinen Krabbeltierchen sollte man so schnell wie möglich loswerden, denn sie vermehren sich ungeheuer schnell: Eine einzige Wanze kann nämlich bis zu 450 Eier legen.
  3. In keinem Fall sollte man die Tierchen zerdrücken. Einige Wanzenarten sondern ein klebriges und übelriechendes Sekret ab, sobald sie sich bedroht fühlen. Daher stammt auch der Name "Stinkwanzen".
  4. Das Aufsaugen der Wanzen ist keine effektive Alternative. Die kleinen Wanzen erleiden in dem geschlossenen Beutel einen schrecklichen Tod. Das gleiche gilt übrigens auch für Spinnen. Zusätzlich riecht das Innere des Staubsaugers in Kürze unangenehm, wenn die Tierchen ihr Sekret absondern.
  5. Insektizide sollten vermieden werden. Natürliche Lösungen sind vorzuziehen, da sie sowohl für den Menschen als auch die Natur verträglicher sind.
  6. Wer professionelle Hilfe bei der Wanzenbekämpfung benötigt, sollte einen Kammerjäger aufsuchen.
  7. Im Garten kann man Wanzen durch das Beschneiden von Laub-, Nadel- und Obstbäumen vertreiben. Pflanzen und Gestrüpp, die bis an die eigene Hauswand heranreichen, sollten ebenfalls gekürzt werden.
  • Im Idealfall sollte man die Wanzen einfach von den eigenen vier Wänden fernhalten. Vorbeugend können die folgenden Maßnahmen helfen:
  • Die Balkon- oder Terrassentür sollte geschlossen sein und nicht stundenlang offen stehen.
  • Fenster sollten zudem mit einem Fliegengitter ausgestattet werden. So kann man wie gewohnt lüften, ohne dass die Wanzen durch das Fenster in die Wohnung gelangen
  • Wer abends lüftet, sollte stets das Licht ausmachen. Wanzen werden nicht nur von Wärme, sondern auch von Helligkeit angezogen.
  • Ritzen, die als Eingang zum Haus dienen können, sollten gut abgedichtet werden. Das hilft auch gegen Ameisen.

Um Wanzen zu vertreiben, braucht man keine giftigen Insektizide. Eine umweltfreundliche Alternative kann man sich ganz einfach selbst zusammenmischen. Dies geht schnell und ist zudem überaus günstig.

Dazu braucht man lediglich:

  • Wasser
  • Essig
  • Spülmittel

So funktioniert es:

Das Anti-Wanzenmittel wird aus Wasser, Essig und Spülmittel im Verhältnis 4:2:1 hergestellt. Anschließend sprüht man die Mischung überall dorthin, wo sich die Wanzen in der Wohnung aufhalten. Zusätzlich besprüht man auch alle Tür- und Fensterrahmen. Die Mischung schadet den Tieren nicht, der Essiggeruch hält die Wanzen aber dennoch fern.

Wanzen sind zwar keine gern gesehenen Gäste in unseren vier Wänden, aber sie sind auch nicht gefährlich oder gesundheitsschädigend. Manche Menschen finden die Krabbeltiere zwar eklig, sie tun uns jedoch nichts Böses. Wanzen übertragen weder Krankheiten noch beißen sie oder richten Schäden an Möbeln oder Teppichen an. Nur Zimmerpflanzen werden mitunter angeknabbert. Nichtsdestotrotz ist es wohl gut verständlich, dass die meisten Menschen ihr Zuhause nicht mit den Krabbeltierchen teilen möchten.

Wanzen ähneln kleinen Käfern, allerdings bilden sie eine eigene Gattung innerhalb der Insekten. Die Krabbeltiere sind vergleichsweise groß, haben sechs Beine und einem festen Panzer. In Deutschland treten Wanzen in zahlreichen Variationen auf. Die meisten der in Deutschland vorkommenden Arten sind heimisch, andere wie beispielsweise die marmorierte Baumwanze kommt hingegen ursprünglich aus Ostasien. Wanzen können mitunter auch Schimmelpilze auf Pflanzen übertragen, weshalb bestimmte Arten in der Landwirtschaft und im Garten als Schädlinge gelten.

Deutschlandweit trifft man überwiegend auf folgende Wanzenarten:

Marmorierte Baumwanze

Die Marmorierte Baumwanze stammt aus der Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Bekannt sind diese auch als "Stinkwanzen". Die erwachsenen Tierchen sind braun oder grau marmoriert, haben eine Körperlänge von zwölf bis siebzehn Millimeter und auf beiden Seiten des Hinterleibs eine schwarz-weiße Musterung.

Grüne Stinkwanze (auch: Gemeine Stinkwanze oder Gemeiner Grünling)

Die Grüne Stinkwanze gehört ebenfalls zur Gattung der Baumwanzen. In den Sommermonaten ist sie leuchtend grün und mit kleinen schwarzen Punkten versehen. Vor der Überwinterung verfärbt sich der Körper temperaturbedingt rotbraun oder braun. Die Grüne Stinkwanze kann ausgewachsen bis zu vierzehn Millimeter lang werden.

Rötlich-braune Zapfenwanze

Die Amerikanische Kiefern- oder Zapfenwanze gehört zur Familie der Randwanzen (Coreidae). Die Zapfenwanzen sind vergleichsweise groß und auffällig. Sie haben lange Fühlern und eine Körperlänge von 15 bis 20 Millimetern. Die Oberseite ist rot-braun oder schwarz gefärbt, in der Mitte verläuft ein schmal weißes Zickzackband.

Gräulich-braune Feldwanze (auch Gartenwanze genannt)

Die Graue Gartenwanze gehört zur Familie der Stinkwanzen (Baumwanzen beziehungsweise Pentatomidae). Die gräulich-braune Feldwanze kann eine Körperlänge von vierzehn bis sechzehn Millimetern erreichen. Die Farbgebung ist grau-gelb bis braun mit unterschiedlich angeordneten Punkten auf der Oberseite. Die Seiten des Hinterleibs sind meist mit einem schwarzgelben Muster versehen.

In der Wohnung kann es immer wieder zu Probleme kommen. Damit Sie stets eine Lösung parat haben, haben wir die wichtigsten Themen für Sie aufgelistet: