Röthenbach: Keine Konsequenzen nach Impf-Chaos

9.4.2021, 14:53 Uhr
Diese Schlange von Menschen ohne Termin bildete sich am Samstagmittag vor dem Impfzentrum. Sie alle erhielten, wie insgesamt 744 an diesem Tag, trotzem noch eine Impfung. Alle später Kommenden mussten abgewiesen werden.

Diese Schlange von Menschen ohne Termin bildete sich am Samstagmittag vor dem Impfzentrum. Sie alle erhielten, wie insgesamt 744 an diesem Tag, trotzem noch eine Impfung. Alle später Kommenden mussten abgewiesen werden. © Unfried


Die Vorgänge vom Wochenende seien in der wöchentlichen Besprechung am Dienstagnachmittag im Landratsamt von verschiedenen Akteuren geschildert worden, so Behördensprecherin Iris Bitzigeio. Daraufhin sei klar gewesen, dass es "keine persönlichen Konsequenzen für Herrn Zinßer" gibt. Herbert Zinßer von den Nürnberger Maltesern leitet das Röthenbacher Impfzentrum, es war seine Entscheidung, den Impfstoff außerhalb der Priorisierung zu vergeben.


Spontan-Impfungen in Röthenbach: Hunderte Personen abgewiesen


Besser impfen als wegwerfen

"Das Landratsamt steht hinter der Entscheidung", sagt Sprecherin Bitzigeio nun. Es habe sich um eine Ausnahmesituation gehandelt. Bitzigeio betont, dass der spontan verwendete Impfstoff von AstraZeneca in den nächsten Tagen verfallen wäre. Es sei besser gewesen, ihn zu verimpfen, als ihn wegwerfen zu müssen.

Einige Menschen hatten ihren Impftermin nicht wahrgenommen und man habe händeringend versucht, Personen aus der Priorisierungsgruppe 2 telefonisch zu erreichen – vergeblich. Den Impfstoff, der teilweise schon auf Spritzen aufgezogen war, habe man deshalb Begleitpersonen von Geimpften angeboten.

Kritik, aber auch Lob von Lesern

Wie umstritten die Aktion war, zeigen die vielen emotionalen Leserbriefe zu diesem Thema. Auch erreichten die Pegnitz-Zeitung Klagen von Senioren, die sich übergangen fühlen, weil sie in der Priorisierungsgruppe 2 sind, aber am Freitag keinen Anruf vom Impfzentrum erhalten haben.