Am Landweidgraben

Allersberg: Bebauung contra Hochwasser und Ameisenbläuling

3.8.2021, 15:00 Uhr
Das Brückengeländer im Vordergrund gehört zur Überquerung des Langweidgrabens, an die sich eine gewerbliche Nutzung anschließen soll.

Das Brückengeländer im Vordergrund gehört zur Überquerung des Langweidgrabens, an die sich eine gewerbliche Nutzung anschließen soll. © Reinhold Mücke, NN

Der Bauausschuss des Allersberger Marktgemeinderats hat in seiner jüngsten Sitzung die Erweiterung des Bebauungsplans „In der Langweid“ samt Änderung des Flächennutzungs- und des Landschaftsplans sowie die Änderung des Bebauungsplans „Unter der Harrbruck“ gebilligt. Letztere war kein Problem - dort ging es lediglich um das Grundstück für die Kindertagesstätte in der Erik-Geiershoefer-Straße. Den Entwurf billigten die Ausschussmitglieder.

Etwas schwieriger war es bei der Erweiterung der Gewerbeflächen in der Industriestraße, wo westlich der Straße und südlich des Langweidgrabens eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche nun gewerblich genutzt und bebaut werden soll. Im Juli vergangenen Jahres hatte der Marktgemeinderat dazu bereits den Aufstellungsbeschluss gefasst. Nun wurden der Vorentwurf gebilligt sowie die Bürger- und Behördenbeteiligung beschlossen.

Schützenswerter Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Norbert Schöll (CSU) sieht in der Ausweisung allerdings einige Probleme. Zum einen sprach er das dort vor Jahren festgestellte Vorkommen des Wiesenknopf-Ameisenbläulings an, der schützenswert sei und eventuell einer gewerblichen Nutzung entgegenstehen könnte oder diese zumindest nur an einer bestimmten Stelle erlauben würde. Schöll äußerte Bedenken, dass wegen der wirtschaftlichen Zwänge die Natur unter Umständen das Nachsehen haben könnte. Zum anderen sieht er eine Hochwasserproblematik am Langweidgraben und wollte wissen, ob die Abstandsflächen für eventuelle Überflutungen ausreichend seien.

Bauamtsleiter Gunther Pfahler meinte, dass es entsprechend des Aufstellungsbeschlusses nun darum gehe, die Gewerbeflächen zu entwickeln. Das Vorkommen des Ameisenbläulings könne später noch diskutiert werden. Die Untersuchungen dazu müssen laut Bürgermeister Daniel Horndasch im Laufe des Bebauungsplanverfahrens durchgeführt werden, unter Umständen sei der Schmetterling ja gar nicht mehr da.

Wenn doch, dann sei auch eine Versetzung möglich, wie dies etwa beim Bau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Ebenried und Uttenhofen bei Stockach der Fall gewesen sei. Beim Langweidgraben gehe man davon aus, dass die Rückhalteflächen und der vorhandene Retentionsraum ausreichend seien, so der Bürgermeister. Eine eventuelle Überflutung könne aber nicht für alle Zeiten und alle Regenereignisse ausgeschlossen werden. Schöll war von den Antworten nicht überzeugt und stimmte gegen die Erweiterung des Bebauungsplans.