Ausbau der Rappenbergstraße: Stadtrat vertagt Entscheidung

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5.12.2020, 06:01 Uhr
Der Vorschlag des Ingenieurbüros, eine Überquerungshilfe für Fußgänger am Übergang der Rappenbergstraße (re.) zur Ansbacher Straße (mittig) einzurichten, fand im Stadtrat große Zustimmung.

Der Vorschlag des Ingenieurbüros, eine Überquerungshilfe für Fußgänger am Übergang der Rappenbergstraße (re.) zur Ansbacher Straße (mittig) einzurichten, fand im Stadtrat große Zustimmung. © Foto: Lidia Piechulek

Nach einem ausführlichen Vortrag durch das Ingenieurbüro Messingschlager und Hasselmeier und einer noch ausführlicheren Diskussion im Stadtrat kamen seine Mitglieder schließlich nur auf einen sehr allgemeinen gemeinsamen Nenner für die anstehende Sanierung der Rappenbergstraße in Treuchtlingen: Die rund 800 Meter lange Straße soll teilweise entsiegelt und damit den heutigen Anforderungen an einen modernen Straßenbau angepasst werden.

Kosten liegen bei etwa 1,65 Millionen Euro

Grundsätzlich wurden den Stadträten drei Ausbauvarianten geschildert, die allesamt im Preisrahmen von ungefähr 1,65 Millionen Euro liegen. Da es sich bei der Rappenbergstraße um eine Straße handelt, die hauptsächlich und fast ausschließlich von den Anwohnern selbst befahren wird, schlug das Ingenieursbüro in Variante eins und zwei Baumaßnahmen vor, die zur Verkehrsberuhigung beitragen. In Variante eins empfahl der Leiter des Ingenieurbüros, Karl-Heinz Hasselmeier, "Angebotsflächen" für Parkplätze auszuweisen, die etwa zwei Meter breit sein könnten.

Diese sollten mit versickerungsfähigem Pflaster verlegt werden und sich in der Anordnung am aktuellen Parkverhalten der Anwohner orientieren; Mittels Luftbildaufnahmen wurde festgestellt, dass diese im südlichen Bereich der Rappenbergstraße ausschließlich auf der Westseite der Straße parken, im nördlichen Bereich hingegen ausschließlich auf der östlichen (Gehsteigseite).

Entsiegelung und Entschleunigung

Durch die Pflasterfugen würde die Straße künftig teilweise entsiegelt, wodurch der Abfluss von Regenwasser verbessert würde. Wenn die Parkflächen leer stünden, würde der Wechsel des Bodenbelags Autofahrer zudem sanft dazu anleiten, in der Anliegerstraße langsam zu fahren.

Eine ähnliche Zielsetzung verfolgt Planungsvariante zwei, bei der in regelmäßigen Abständen Engstellen in die ansonsten auf sechs Metern Breite befahrene Rappenbergstraße eingebaut werden sollen: An den etwa 4,5 Meter breiten Abschnitten würde dann auf beispielsweise fünf Metern Länge Pflasterstein verlegt werden. In beiden Varianten ist eine Erneuerung des 1,5 Meter breiten Gehweges entlang der Ostseite geplant, entlang der Westseite ist auf bis zu einem halben Meter Breite ein gepflastertes Schrammbord als Abgrenzung zu den Grundstücksflächen geplant.


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In Variante drei wäre schließlich eine Erneuerung der Rappenbergstraße in ihrer aktuellen Ausführung geplant, die Hasselmeier allerdings als "nicht mehr zeitgemäß" ablehnte. Die Straße ist derzeit komplett asphaltiert und durch partielle Sanierungsarbeiten zum Flickenteppich geworden. Regenwasser fließt nicht gut ab, die Stadtwerke werden im Zuge des Straßenbaus den Kanal sanieren sowie sämtliche Versorgungsleitungen im südlichen Abschnitt der Rappenbergstraße erneuern.

Grundsätzlich angetan zeigten sich die Stadträte in der anschließenden Diskussion von dem Vorschlag des Ingenieurbüros, am nördlichen Ende der Rappenbergstraße eine Übergangshilfe für Fußgänger, die die vielbefahrene Ansbacher Straße queren wollen, einzurichten. Sie zweifelten aber an, dass es einen Mehrwert hätte, den Anwohnern Parkflächen explizit anzubieten.

Anwohner sollen zu Wort kommen

SPD-Stadtrat Stefan Fischer wies darauf hin, dass es wichtig sei, Übergänge und Einfahrten zu Grundstücken künftig grundsätzlich ebenerdig zu verlegen, damit Personen mit Rollatoren hier auf keine Barriere stoßen müssten. Er forderte das Ingenieursbüro außerdem dazu auf, die Mehrkosten, die durch die Verlegung von Pflastersteinen statt durchgängigem Asphalt entstehen, aufzuzeigen. TBL-Fraktionsvorsitzender Hans König schlug schließlich vor, einen Beschluss über die endgültige Bauvariante erst dann zu treffen, wenn man die Planungen mit den Anwohnern abgesprochen habe.


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Auf diese Forderung ging Erste Bürgermeisterin Kristina Becker letztlich ein und wandelte den Beschlussvorschlag ab, sodass nur zwischen einer teilweisen Entsiegelung (Variante eins oder zwei) und vollständigen Asphaltierung entschieden wurde. Die Stadträte stimmten einstimmig für eine Entsiegelung der Rappenbergstraße, sodass nun im neuen Jahr den Anwohnern Varianten eines Ausbaus mit Entsiegelung vorgestellt werden. Im Laufe des Jahres 2021 wird der Stadtrat unter Berücksichtigung der Anwohnermeinungen erneut vor der Wahl stehen, wie die Rappenbergstraße künftig aussehen soll. Frühestens im Jahr 2022 kann dann der tatsächliche Umbau beginnen.

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