Kitas und Grundschulen: Treuchtlingen sieht sich gut aufgestellt

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1.12.2020, 06:00 Uhr
Gundelsheimer Kindergartenkinder im Spiele-Glück: Der städtische Kindergarten sowie die Einrichtungen in Wettelsheim und am Burgstall haben im Frühjhar 2021 je zwölf zusätzliche Krippenplätze.

Gundelsheimer Kindergartenkinder im Spiele-Glück: Der städtische Kindergarten sowie die Einrichtungen in Wettelsheim und am Burgstall haben im Frühjhar 2021 je zwölf zusätzliche Krippenplätze. © Fotos: Kinder- und Jugendwesen, Stadt Treuchtlingen

484 Kindergartenkinder finden im Gemeindegebiet Treuchtlingen gleichzeitig einen Platz, hinzu kommen 59 Krippenplätze. Allein die Kernstadt stellt insgesamt 283 Plätze – das reicht allerdings nicht aus, um den Bedarf im Stadtkern abzudecken.

In den letzten Jahren hat die Verwaltung daher einige Hebel in Bewegung gesetzt, um Angebote für die Kinder aus dem Stadtgebiet zu schaffen. Genutzt werden diese jedoch nur teilweise. Zu nennen ist etwa der Kindergarten-Bus, der Treuchtlinger Kinder täglich zur Einrichtung nach Wettelsheim und zurück nachhause bringt. Wie Tina Büttner, Schul- und Kindergartenbeauftragte der Stadtverwaltung in der vergangenen Stadtratssitzung ausführte, wird dieser mittlerweile gut angenommen. Generell habe die Stadt allerdings keine Verpflichtung, Kindergartenplätze in nächster Nähe bereitzustellen, erklärte sie auf Nachfrage. Insofern ist die Einrichtung des Busses gewissermaßen ein Zeichen des guten Willens.


Wegen Corona: Ungewohnter Start für Treuchtlingens Kindergartenkinder


Laut der aktuellen Statistik hat die Stadt Treuchtlingen in den elf Kindergärten unterschiedlicher Trägerschaften insgesamt zu wenige Plätze. De facto "bleiben aber manche ungenutzt", heißt es: Weil die Kinder nicht in das pädagogische Konzept der Kindergärten passen oder den Eltern der Weg nach Auernheim, wo es noch freie Plätze gibt, schlicht zu weit ist. Derzeit gibt es eine Warteliste mit etwa 20 Kindern: Es handelt sich dabei häufig um Eltern, die absichtlich warten, führte Büttner aus.

Gibt es einen Brennpunkt?

Sie melden beispielsweise das jüngere Kind gleichzeitig mit ihrem Geschwisterkind in derselben Einrichtung an, obwohl es noch zu klein ist, um diese zu besuchen. Andere schreiben ihr Kind auch frühzeitig ein, um den "perfekten Kita-Platz" abzupassen. Insgesamt sieht die Stadtverwaltung keine Defizite bei der Anzahl an verfügbaren Plätzen, sondern eher bei der Verteilung der Kinder.

Dass es im Städtischen Kindergarten an der Hahnenkammstraße keinen Personalraum gebe, in den sich die Erzieherinnen für ihre Pause zurückziehen könnten, ist allerdings in der Tat ein Problem, erklärte sie. UFW-Stadtratsmitglied Manfred Kreß beanstandete, dass der Migrationsanteil in zwei Gruppen des Kindergartens dort mit 91 und 73 Prozent zu hoch sei. Auf Nachfrage des Treuchtlinger Kurier konnte die Stadtverwaltung diese Prozentzahlen nicht bestätigen, sprach aber von einem "hohen Anteil". Eine solche Verteilung stehe der Integration im Wege, befand Kreß im Stadtrat. Er befürchtete zudem, dass eine solche prozentuale Verteilung bald noch mehr Eltern von in Deutschland gebürtigen oder deutschsprachigen Kindern davon abhalten könnte, sich um einen Platz in der Einrichtung zu bewerben.

Die Erste Bürgermeisterin, Kristina Becker, verwies darauf, dass man die Eltern grundsätzlich nicht zwingen könne, einen bestimmten Platz einzunehmen. Die Stadtverwaltung habe die Einrichtung in diesem Jahr besichtigt und werde im kommenden Jahr Ideen einbringen, um die Situation in der Einrichtung zu verbessern, erklärte sie. Zudem seien in der Hahnenkammstraße schon jetzt zwei Erzieherinnen tätig, die sich nur dem "Vorkurs Deutsch" widmen, der den Kindern die deutsche Sprache vermittelt, ergänzte Büttner.

Sie bekräftigte außerdem, dass die Stadt lediglich bei der Verteilung von Kindern unterstützen, aber ansonsten nicht eingreifen könne. Diese Verteilung soll in den nächsten Jahren noch besser werden: Spätestens zum neuen Kindergartenjahr soll eine Software eingeführt werden, mit der Eltern ihre Kinder online für einen Kindergarten- oder Krippenplatz anmelden und ihre favorisierten Einrichtungen angeben können. Das Ziel ist eine bessere, gleichmäßigere Verteilung durch bessere Übersicht.

Was das Wachstum anbelangt, so soll es schon im Frühjahr 36 zusätzliche Krippenplätze – je zwölf am Burgstall, in Wettelsheim und in Gundelsheim – geben. Somit werden in den Kindergarten wieder mehr Plätze frei, die aktuell durch Krippenkinder belegt sind.

Im Bereich der Grundschulen rechnet die Treuchtlinger Stadtverwaltung mit einem zusätzlichen Bedarf an Klassenzimmern bis zum Schuljahr 2025/2026, weil die Zahl der Grundschüler von aktuell 457 auf etwa 550 Kinder ansteigen wird. Derzeit werden insgesamt 19 Grundschulklassen unterrichtet: darunter elf in Treuchtlingen, sechs in Wettelsheim und zwei in Schambach. Laut Prognose werden in fünf Jahren vier weitere Räume benötigt, Kapazitäten dafür wurden bereits ausgemacht.

Corona-Ampeln sind da

Abschließend gab die Schul- und Kindergartenbeauftragte bekannt, dass mittlerweile 35 Corona-Ampeln an die Grundschule mit drei Standorten sowie alle Kindergärten in städtischer und freier Trägerschaft verteilt worden sind. Nach Rücksprache mit der jeweiligen Schul- und Einrichtungsleiterin und der Bautechnik wurde kein einziger Luftfilter in den Einrichtungen verbaut. Einen Bedarf dazu sahen die Zuständigen nicht, weil sich in sämtlichen Räumen, in denen unterrichtet wird oder eine Betreuung stattfindet, die Fenster normal öffnen lassen.

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