Treuchtlingen: Bekommt die Stadt bald einen Klimaschutzmanager?

Lidia Piechulek Autorenprofil
Lidia Piechulek

E-Mail zur Autorenseite

Treuchtlingen möchte sich auf lokaler Ebene für mehr Klimaschutz engagieren - und plant, mithilfe einer Förderung einen Klimaschutzmanager einzustellen.

Treuchtlingen möchte sich auf lokaler Ebene für mehr Klimaschutz engagieren - und plant, mithilfe einer Förderung einen Klimaschutzmanager einzustellen. © Foto: imago/Panthermedia

Der Klimaschutz spielt eine immer größere Rolle. Nicht nur im globalen Diskurs, und nicht nur bei der jüngeren Generation, sondern im Verhalten jedes Einzelnen von uns. Treuchtlingen möchte das Thema nun auch auf lokaler Ebene aufgreifen und sich an einer Fördermaßnahme beteiligen, bei der in den ersten 24 Monaten keine eigenen Kosten anfallen würden.

Eingestellt werden soll, wenn der Förderantrag bewilligt wird, ein Klimaschutzmanager, für den wiederum die Personalausgaben zu 100 Prozent gefördert würden. Der Finanzausschuss hat die Stadtverwaltung nun einstimmig dazu ermutigt, den entsprechenden Förderantrag zu stellen.

Fördern, solange es geht

Der Klimaschutzmanager oder die -managerin, so sich denn jemand findet, hätte dann einiges zu tun, und das in relativ kurzer Zeit. Eine Bedingung der Förderung ist, dass während des sogenannten "Erstvorhabens" (des zweijährigen Zeitraums, der zu 100 Prozent gefördert wird) binnen 18 Monaten ein integriertes Klimaschutzkonzept (siehe Infokasten) für die Stadt Treuchtlingen eingereicht werden muss. Die erste Einzelmaßnahme muss dann wiederum innerhalb der verbliebenen sechs Monate umgesetzt werden.

Nach diesen zwei Jahren kann sich die Stadt für weitere 36 Monate die Personalausgaben zu 55, eventuell auch 65 Prozent fördern lassen - gewissermaßen ein Anreiz dafür, das erarbeitete Konzept nach zwei Jahren nicht einfach wieder zu den Akten zu legen und wie gehabt weiter zu machen.

Bald mehr Förderungen möglich

In der Sitzung des Finanzausschusses am vergangenen Donnerstag erwähnte Kristina Becker, Bürgermeisterin der Stadt Treuchtlingen, dass die Fördermaßnahme in Anbetracht der Brisanz des fortschreitenden Klimawandels durchaus auch in den nächsten Jahren ausgebaut werden könnte - oder neue Fördermaßnahmen entstehen könnten.


Klimawandel: "Müssen von Fichtenwäldern Abstand nehmen"


Man wolle, wenn sich die Förderung des Klimaschutzkonzepts dem Ende zuneigt, auch andere Förderprogramme abgreifen, um das Klimaschutzmanagement über diese kommenden fünf Jahre hinaus kostengünstig weiterlaufen lassen zu können. Pro Jahr belaufen sich die Personalausgaben für einen Klimaschutzmanager auf immerhin 40000 bis 50000 Euro. Wie Christian Kundinger, Geschäftsleiter der Stadt Treuchtlingen, erklärte, könne man diese Kosten nach Ablauf der Förderungen dadurch abwenden, indem die Stelle befristet und projektbezogen ausgeschrieben wird.

Findet sich jemand?

Die Stelle zu besetzen, könnte indessen gar nicht so einfach werden, wie Christian Kundinger und Kristina Becker durchblicken ließen. Denn scheinbar gibt es gar nicht so viele Personen, die der Stellenausschreibung gerecht werden könnten. Es gehe im aktuellen Stadium allerdings darum, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, ob man den Weg einschlagen wolle oder nicht, wie Kundinger formulierte. Einen Klimaexperten für Treuchtlingen zu finden, will man nun zumindest versuchen.

Das macht ein Klimaschutzmanager

Die Mammutaufgabe, die sämtliche Anstrengungen des Klimaschutzmanagers subsummiert beziehungsweise bündelt, ist wohl das integrierte Klimaschutzkonzept.

Es betrifft Kernstadt und Ortsteile und enthält kurz-, mittel- und langfristige Ziele, die Treuchtlingen erreichen will, um den Klimawandel schrittweise zu bremsen.

Zu Grunde liegt diesem Konzept unter anderem eine CO2- und Treibhausgasbilanz, die der Klimaschutzmanager erarbeiten muss.

Eine weitere Aufgabe ist es, erdenkliche Klimaszenarien für die Stadt auszuarbeiten. Er ist darüber hinaus für die Beantragung von Fördermitteln für Klimaschutzmaßnahmen zuständig.

Keine Kommentare