Wie geht es für Altmühltaler an der Heusteige weiter?

Patrick Shaw
Patrick Shaw

Redaktion Treuchtlinger Kurier

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24.10.2017, 06:05 Uhr
Aus der Luft kann man noch viel besser ermessen, wie groß das neue Logistikzent­rum mit Hochregal der Firma Altmühltaler an der Heusteige wird.

© Limes-Luftbild Aus der Luft kann man noch viel besser ermessen, wie groß das neue Logistikzent­rum mit Hochregal der Firma Altmühltaler an der Heusteige wird.

Die neue, rund 200 Meter lange, 100 Meter breite und 13 Meter hohe Verladehalle an der Heusteige hat bereits ein Dach. Nur das künftige Hochregallager wächst noch weiter in die Höhe. 41 Meter wird es am Ende in den Himmel ragen, ein ganzes Stück höher als die Türme der Marien- und der Markgrafenkirche.

So richtig mit den nun sichtbaren Dimensionen haben wohl die wenigsten Treuchtlinger gerechnet. Das räumt auch Altmühltaler-Werkleiter Andreas Wiedemann ein – wenngleich die Maße während des Genehmigungsverfahrens natürlich mehrfach Thema in Stadtrat und Verwaltung waren. Debatten um die Wirkung auf das Stadtbild und die Nachhaltigkeit der Wasserförderung ist das Unternehmen freilich gewohnt.

Werk dominiert Stadt

Über die Entnahmemenge aus der 240 Meter tief liegenden Wasserschicht, die Altmühltaler mit seinen zwei Brunnen anzapft, entscheidet das Wasserwirtschaftsamt. „Wenn das Wasser knapp würde, wären wir die ersten, deren Leitung gekappt würde“, erklärt Wiedemann. Immerhin sei Altmühltaler aber ein Lebensmittelbetrieb. „Andere verwenden das Wasser zur Kühlung oder für die Klospülung“, vergleicht der Werkleiter.

Umzug wäre nötig

Was das Stadtbild angeht, ist das neue Mammut-Lager auf der „grünen Wiese“ für viele Treuchtlinger ebenfalls das kleinere Übel. Denn am jetzigen Standort direkt neben dem Schloss dominiert das Werk die Innenstadt und macht wegen des Transportverkehrs eine Weiterentwicklung des Zentrums nahezu unmöglich.

Auch Andreas Wiedemann hält einen Umzug des gesamten Betriebs an die Heusteige deshalb für sinnvoll und geboten. Allerdings müssten die Rahmenbedingungen stimmen. Das heißt, die Zig-Millionen-Investition muss sich für das Unternehmen rechnen. Dafür bräuchte es dem Werkleiter zufolge sowohl eine Steigerung der erlaubten Fördermenge, als auch eine längerfristige wasserrechtliche Genehmigung. Derzeit ist letztere auf acht Jahre begrenzt – zu kurz für Altmühltaler, um die Neubaukosten einigermaßen verlässlich wieder hereinzubekommen.

Pipeline an die Heusteige?

Die beiden Mineralwasser-Brunnen würden im Fall der ersehnten Auslagerung allerdings in der Stadtmitte bleiben. Bohrungen an der Heusteige sind für Wiedemann keine Option. Stattdessen würde Altmühltaler das Wasser per Fernleitung quer durch die Stadt zur Abfüllanlage schicken – ebenfalls ein Projekt, das nicht ganz einfach sein dürfte.

Die Treuchtlinger Traditionsfirma Altmühltaler Mineralbrunnen (ehemals „Schäff-Bräu“) ist laut Erhebung des Statistischen Bundesamts von 2015 Deutschlands drittgrößter Mineralwasser-Abfüller. Sie beliefert insbesondere Discounter. Die Firmengruppe beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 900 Arbeitnehmer an vier Standorten. In der Altmühlstadt, wo sich auch die Verwaltung befindet, sollen es nach der Verlagerung an die Heusteige rund 140 Mitarbeiter sein.

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