10°

Montag, 21.10.2019

|

zum Thema

42-Jähriger gibt Millionenbetrug mit fränkischem "Bierkarussell" zu

Tatsächlich soll das Bier aber teils in Frankreich verkauft worden sein - 13.09.2019 18:14 Uhr

Wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung hat am Freitag der Prozess gegen einen 42-Jährigen vor dem Landgericht Würzburg begonnen, der als Komplize für die Hintermänner in Frankreich gearbeitet haben soll. Der Mann selbst schwieg bei Gericht. Über seinen Anwalt ließ er ausrichten: "Der Inhalt der Anklage trifft zu."

Die Gruppe soll laut Anklage versucht haben, von der vergleichsweise geringen Biersteuer in Deutschland zu profitieren. Laut Anklage betreibt der Würzburger formal ein Bierlager. Beim Zoll soll er 85 Millionen Liter französischen Bieres angemeldet haben. Tatsächlich soll das Bier aber nicht in sein Lager geliefert worden sein, sondern teils in Frankreich verkauft, teils nach Großbritannien geschmuggelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem "Bierkarussell".

Bilderstrecke zum Thema

Von A wie Adler bis Z wie Zoigl: Spannendes zum Thema Bier

Begebenheiten und Spannendes von A bis Z zum wohl bekanntesten Getränk Bayerns - und natürlich auch Frankens: Was A wie Adler oder X wie Xanthohumol mit Bier zu tun haben, erfahren Sie hier.


Nur einige Wagenladungen seien zum Schein nach Unterfranken gebracht worden. Knapp 3600 fingierte Lieferungen werden dem 42-Jährigen vorgeworfen. Für die erfundenen Importe hat die Gruppe laut Anklage 6 Millionen Euro Steuern in Deutschland gezahlt – weniger als in anderen Ländern fällig geworden wären. Etwa 700.000 Euro soll der Angeklagte als "Provision" bekommen haben. Auch seine Frau habe Geld erhalten.

Die französischen Behörden schickten inzwischen einen Steuerbescheid, der 1500 Seiten lang ist. Die französischen Hintermänner sind bisher unbekannt. Das Urteil wird für den 20. September erwartet.

dpa

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Region