Samstag, 07.12.2019

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AfD ließ Bier in Franken brauen: Das sagt die Brauerei dazu

Firma aus Oberfranken wusste nicht, wer sich hinter Auftraggeber verbirgt - 05.12.2019 12:29 Uhr

Dieses Foto des AfD-Biers verbreitete die Facebook-Seite "Rhetorische Perlen von AfD- und NPD-Anhängern". © Screenshot


Das "A-Bier" wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Eine braune Flasche, blau-weißes Etikett, auf dem Hals steht "Helles". Eben jener halbe Liter Gerstensaft beschert der Brauerei Dremel aus dem oberfränkischen Wattendorf jetzt einen veritablen Shitstorm. Die älteste Brauerei in dem beschaulichen 646-Einwohner-Örtchen am Rande der Fränkischen Schweiz hat Bier gebraut, wie so oft. Diesmal aber im Auftrag - am Ende landeten die Flaschen bei der Alternative für Deutschland, einer Partei, die wegen ihrer rechtspopulistischen Tendenzen durchaus umstritten ist. 

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Dass das Bier für derart viel Ärger sorgt, das hatte in dem kleinen oberfränkischen Familienbetrieb wohl niemand erwartet. Bereits 2017 wurde das Bier gebraut, doch jetzt kocht die Diskussion in den sozialen Netzwerken hoch. "Zuerst wusste ich nicht, dass es sich um die AfD handelt", sagt Gerd Dremel von der Brauerei. Die Partei habe erst hinterher ihr Logo auf die Flasche gepackt. "Es ging nur um zwei Füllungen - als ich erfahren habe, dass es um die AfD geht, war das für mich erledigt. Das lief sehr unglücklich"

Zwei Euro pro Kasten gehen an die AfD

Der Shitstorm tobt dennoch, und das schon seit Anfang der Woche. Auf Google bewerteten allein in den letzten Stunden Dutzende Menschen die zugehörige Gaststätte etwa mit einem Stern - nicht etwa, weil das Essen oder das Bier schlecht sei, sondern wegen der Unterstützung für die AfD. "Richtig braune Brühe, abgehangen seit den Mittdreißigern", kommentiert dort etwa einer, "richtig fader Beigeschmack. Vielleicht liegt das ja an den braunen Flaschen" ein anderer User. Er bekomme viele Anrufe, erklärt Gerd Dremel - die einen wollen das Bier kaufen, die anderen ihren Unmut loswerden.

Besonders pikant: Für jeden verkauften Kasten Bier fließen zwei Euro Spende an den bayerischen Ableger der AfD - gut zehn Prozent, bei einem Verkaufspreis von 20 Euro. "Bestellen, geniessen … und die AfD fördern!", wirbt die Partei etwa auf ihrer Homepage - und kündigt an, das Bier bald auch in Dosen abfüllen zu wollen. Dann aber wohl ohne die oberfränkische Brauerei, die an einer Zusammenarbeit nicht interessiert ist.

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 1

© Montage: Sabine Schmid

Sie sind ein Freund der fränkischen Bierkultur? Und schätzen die regionalen Privatbrauereien? Wunderbar. Aber erkennen Sie die Brauerei auch am Kronkorken? Testen Sie Ihr Wissen bei unserem Quiz!

© Achim Bergmann

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

Vielen Dank für das Beantworten der Fragen! Demnächst geht es weiter mit der zweiten Runde!

© Montage: Sabine Schmid

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