Sonntag, 15.12.2019

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Altdorf: Statt Parkplatz könnte jetzt Wohnhaus entstehen

Im Altdorfer Stadtrat wurde neue Anfrage mit drei Varianten diskutiert - 30.10.2019 19:16 Uhr

Für welche Variante er sich für das Lidlgelände entscheidet, liegt nun beim Eigentümer.


Der Eigentümer des Grundstücks hat zwischenzeitlich seine Bauvoranfrage zurückgenommen. Stattdessen beschäftigte sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit einer neuen Anfrage, die nun drei Varianten beinhaltet. Die größte Zustimmung erhielt die Idee, ein Wohn- und Geschäftshaus mit drei Vollgeschossen plus Penthouse oder wahlweise Satteldach zu errichten. Gegen diese Variante stimmte allein der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Tabor. Zwar sprach er sich wie Vertreter aller Fraktionen für Wohnraum und Nachverdichtung aus. "Drei Vollgeschosse sind mir aber zu mächtig", meinte Tabor und sah das Stadtbild beeinträchtigt. Variante 2 nahm der Stadtrat bei vier Gegenstimmen an. Diese bewahrt das viel diskutierte Wohnhaus vor dem Abriss und schafft fünf neue Parkplätze.

Auf größeren Widerstand (neun Gegenstimmen) stieß im Stadtrat lediglich Variante 3. Sie sieht weder einen Erhalt des Wohnhauses noch einen Neubau, sondern lediglich 18 neue Parkplätze vor. "Auf so wertvollem Baugrund sollten wir nicht die Autos in den Vordergrund stellen, sondern zentrumsnahes Wohnen", sagte etwa Cordula Breitenfellner (parteilos).

"Scheißegal, was der Stadtrat entscheidet"

Nachdem mehrere Stadtratsmitglieder diese Einschätzung geteilt hatten, funkte CSU-Fraktionsvorsitzender Thomas Kramer dazwischen. "Wir können hier politische Schlachten schlagen, aber am Ende ist es scheissegal, was der Stadtrat heute entscheidet. Das Landratsamt wird uns so oder so ersetzen." Dem pflichtete CSU-Kollege Dr. Bernd Eckstein bei. Die Varianten seien alle genehmigungsfähig, da interessiere der Geschmack des Stadtrats nicht, meinte er sinngemäß.

Ernst Bergmann (SPD) wollte dies so nicht stehen lassen. Er sprach von einer "Bankrotterklärung" seitens der CSU. Mit dieser Einstellung könne man sich den Bauaausschuss künftig sparen. Freilich habe es in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen die Stadtratsmeinung kassiert worden sei, "aber scheissegal ist es keineswegs, was der Stadtrat entscheidet".

Nun liegt es am Eigentümer, sich für eine Variante zu entscheiden und das Bauvorhaben voranzubringen.

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