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Samstag, 25.01.2020

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150 Meter Trümmerfeld: Gaffer behindern Rettungskräfte

Autofahrer bildeten keine Rettungsgasse - Handy-Filmer müssen blechen - 21.07.2017 11:16 Uhr

Das Wohnmobil wurde bei dem Unfall komplett zerstört. Schamlos gafften viele Autofahrer und behinderten die Rettungskräfte. © NEWS5 / Grundmann


Gegen 6 Uhr passierte es. Der Fahrer eines mit vier Personen besetzten Wohnmobils mit Anhänger wollte auf der A3 zwischen den Autobahnkreuzen Nürnberg und Altdorf einen Lastwagen überholen. Dieser bremste allerdings ab, so dass das Wohnmobil beim Ausscheren den Lkw heftig touchierte. Dabei wurde der komplette Aufbau des Wohnmobils abgerissen, das Trümmerfeld erstreckte sich über alle drei Fahrspuren in Richtung Regensburg auf einer Länge von rund 150 Metern. Für die Insassen endete der Unfall glimpflich. Nur die Beifahrerin wurde leicht verletzt, die drei anderen Mitfahrer blieben unverletzt.

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Bei einem Überholmanöver am Freitagmorgen auf der A3 kollidierte ein Wohnmobil mit einem Lastwagen und verlor seinen Aufbau. Vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer gafften schamlos und behinderten so das Vorankommen, dass die Polizei Verwarngelder kassierte. Die Aufräumarbeiten dauerten mehrere Stunden.


Ein großes Glück. Denn was danach passierte, zeigt wieder einmal die Scham- und Gedankenlosigkeit, die oft im Straßenverkehr herrscht. Wie Polizeisprecher Michael Petzold berichtet, hatten die Rettungskräfte massive Probleme, zur Unfallstelle zu gelangen. Das bestätigt auch die Feuerwehr Schwaig auf ihrer Facebook-Seite. Zeitweise standen drei Lastwagen nebeneinander, auf der Standspur, der rechten und der mittleren Spur und blockierten die Rettungsgasse.

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Doch damit nicht genug. Die Autobahn musste für rund eine Stunde komplett gesperrt werden, danach war die Standspur wieder soweit von den Trümmern gereinigt, dass der Verkehr dort vorbei geleitet werden konnte. Aber anstatt zügig vorbeizufahren, packten viele Autofahrer ihr Smartphone aus und filmten, während sie am Steuer saßen, die Unfallstelle.

So funktioniert die Rettungsgasse. © NN


Der Verkehrspolizei Feucht wurde das aber schnell zu bunt. Unmittelbar nach der Unfallstelle wurden die schamlosen Gaffer angehalten, kontrolliert und zur Kasse gebeten. Einige Autofahrer waren sich ihrer Schuld keineswegs bewusst und versuchten auch noch, mit den Beamten zu diskutieren. 20 Gaffer wurden insgesamt verwarnt, sie müssen je 60 Euro zahlen und erhalten einen Punkt in Flensburg. Ausländische Fahrer mussten das Bußgeld sofort begleichen zuzüglich einer Verwaltungsgebühr. Allerdings gafften so viele Fahrer, dass die Polizei keine Möglichkeit hatte, alle zu verwarnen. 

Bei dem Unfall entstand ein Schaden von rund 70.000 Euro. Es dauerte bis gegen 11 Uhr, die Unfallstelle zu räumen.

Polizeisprecher Petzold appelliert in diesem Zusammenhang nochmals eindringlich an die Autofahrer, sobald sich ein Stau abzeichnet, sofort eine Rettungsgasse zu bilden und diese auch die ganze Zeit über offen zu halten. Denn von der Zeitspanne, die Rettungskräfte bis zur Unfallstelle benötigen, hängen oftmals Menschenleben ab.


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