Mittwoch, 26.02.2020

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Altdorf: Krätze in Grundschule und Kindergärten ausgebrochen

Mehrere Kinder betroffen - Milbe bohrt sich in oberste Hautschicht - 13.02.2020 09:14 Uhr

In Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch. © Felix Kästle/dpa


Es mag zunächst wirken wie ein normaler Ausschlag, doch es ist eine Krankheit, die man nicht so leicht wieder los wird: Krätze, auch Scabies genannt, ist eine Hautkrankheit, die durch Milben ausgelöst wird. Die nur einen halben Millimeter großen Tiere bohren sich dabei in die Haut ihres Wirts und legen dort Eier und Kot ab. Betroffene spüren die Infektion durch ein Brennen oder Jucken auf der Haut, die Symptome werden mit der Zeit stärker.

Milben verbreiten sich bei engem Hautkontakt

In mehreren Einrichtungen in Altdorf ist die Krankheit nun bei einzelnen Kindern festgestellt worden, betroffen sind bisher zwei Kindergärten und die Grundschule.

Anhaltendes Brennen und Jucken auf der Haut kann auf Krätze hinweisen. © dpa


Alle Fälle wurden dem Gesundheitsamt gemeldet, Lehrer, Erzieher, Betreuer und Eltern haben ein entsprechendes Merkblatt erhalten. Die Erkrankten müssen so lange zuhause bleiben, bis ein Arzt attestiert, dass sie nicht mehr ansteckend sind. Das Problem: Krätze verbreitet sich bei engem Kontakt relativ schnell. Allein in der Mittagsbetreuung der Grundschule sind etwa 100 Kinder potenziell betroffen, dazu kommen die Kindergartenkinder.


Gesundheitsamt: "Die Krätze war nie weg"


Das Gesundheitsamt rät allen Personen, die längeren Hautkontakt hatten, einen Hautarzt zurate zu ziehen und sich prophylaktisch mitbehandeln zu lassen. Das gilt sowohl für das Personal an den Einrichtungen als auch für Geschwister und Eltern. Gegen den Milbenbefall helfen entweder Lotionen mit dem Wirkstoff Permethrin oder antiparasitäre Tabletten. Laut Robert-Koch-Institut besteht bei kurzem Hautkontakt wie Umarmungen oder Händeschütteln nur ein geringes Infektionsrisiko. Die Inkubationszeit ist relativ lang - es kann bis zu fünf Wochen dauern, bis erste Symptome auftreten.

Hitze und Kälte helfen gegen Befall

Um eine Verbreitung der Krätzmilben zu verbreiten, sollten Kissen, Wolldecken oder Plüschtiere entwest werden, was entweder durch Hitze oder Kälte möglich ist. Ein Waschgang bei 60 Grad hilft dabei ebenso wie die Wärme im Wäschetrockner. Empfindliche Textilien lassen sich chemisch reinigen. Eine weitere Alternative ist Einfrieren. Wichtiger Tipp für die Körperhygiene: Fingernägel kurz halten.


Bei Befall: Das kann man gegen Krätze tun


Krätzmilben brauchen den Menschen als Wirt. Sie bohren Gänge in die obere Hautschicht, um dort ihre Eier abzulegen. Die Larven entwickeln sich dort und krabbeln schließlich wieder auf die Hautoberfläche, um sich zu paaren. Die charakteristischen Pusteln und Röhren in der Haut helfen bei der Diagnose der Krankheit. Bei Temperaturen unter 20 Grad werden die Tiere bewegungs- und vermehrungsunfähig, bei mehr als 50 Grad sterben sie innerhalb weniger Minuten ab.

Krätze ist eine meldepflichtige Krankheit. Das bedeutet, dass Eltern, deren Kinder davon betroffen sind, rechtlich verpflichtet sind, die Krankheit unverzüglich der entsprechenden Einrichtung zu melden. Auch eventuelle Geschwisterkinder dürfen dann die Einrichtung vorerst nicht mehr besuchen.

Dieser Artikel wurde am 13.02.20 um 9.03 Uhr aktualisiert.

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