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Altdorfer Grundschule will Gurgeltests einführen

Es fehlt nur noch das Go aus München - 15.04.2021 16:44 Uhr

Gurgeln, aber nicht ins Becken spucken. Für das WICOVIR-Programm wird das Gurgel-Wasser gesammelt und im Pool untersucht. Positive Ergebnisse werden gezielt weiter untersucht.

14.04.2021 © alexeg84 - stock.adobe.com


Die Grundschule an der Hagenhausener Straße hat wie alle anderen bayerischen Schulen, in denen Schüler vor Ort unterrichtet und betreut werden, am Montag mit den Selbsttests begonnen. Voraussichtlich ist dies in Altdorf für Schüler, Eltern und Kollegium nur eine kurze Übergangsphase, in der die Kinder nun zwei Mal wöchentlich auf das Corona-Virus getestet werden. Denn die Schule hat sich schon vor mehreren Wochen in einem Programm registrieren lassen, das vom Wissenschafts- und Entwicklungscampus und der Klinik St. Hedwig in Regensburg entwickelt wurde und von den entsprechenden Ministerien in München gefördert wird.

„Vertraglich ist unsere Teilnahme eingetütet“, freut sich Schulleiterin Carola Stöhr. Allerdings muss man noch auf die Ausnahmegenehmigung des Kultus- und des Gesundheitsministeriums warten, mit der grünes Licht für die Gurgeltests signalisiert wird, bevor wieder und dann hoffentlich auf Dauer umorganisiert wird. Für „nächste, spätestens übernächste Woche“ rechnet Stöhr mit dem Plazet aus München. Schon einmal hatte sich die Schule für einen Sonderweg entschieden, als Ende Februar in Zusammenarbeit mit dem Altdorfer Apotheker Matthias Kreuzeder ein Testkonzept entwickelt wurde, noch bevor die regelmäßige Suche nach dem Virus in der Schule obligatorisch war. Dies lief dann bedauerlicherweise nur ein paar Tage, weil das beteiligte Labor wieder ausstieg.

Konzept zur Früherkennung

Daraufhin wandte sich Carola Stöhr mit Unterstützung von Bürgermeister Martin Tabor an Michael Kabesch, den Leiter der WICOVIR-Studie, die in Regensburg konzipiert und durchgeführt wird. Das Früherkennungskonzept von WICOVIR („Wo ist das Coronavirus?“) sieht vor, dass zunächst zu Hause gegurgelt wird und alle Gurgelwasser-Proben in einem Pool landen. Erst bei einem positiven Ergebnis findet eine individuelle, medizinische Testung der einzelnen Teilnehmer aus Rückstellproben statt.

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Solange der Startschuss für die Studie aber noch nicht gefallen ist, muss der ministeriellen Anordnung zum Testen gefolgt werden wie in anderen Schulen auch. Mit den Selbsttests in der Schule am Montag und Dienstag sei das „überraschend unaufgeregt“ gelaufen, findet die Rektorin. Dabei hatten die Altdorfer allerdings einen besonderen Vorteil, wie Stöhr erklärt: In der Elternschaft ist ein großer Anteil von Ärzten, auch Kinderärzten, die sich für die ersten beiden Tage bereit erklärt hatten, den Schülern zu erklären und zu zeigen, wie das Selbsttesten gemacht werden muss. In jeder Gruppe gab es einen Mediziner, der hier unschätzbare Dienste leistete.

Immerhin waren ja alle vierten Klassen jeweils zur Hälfte anwesend - im Durchschnitt 13 Schüler - und auch alle Kinder der ersten bis dritten Klassen in der Notbetreuung der Schule und zusätzlich auch noch jene Viertklässler, die eigentlich im Rahmen des Wechselunterrichts zu Hause sein sollten, auf Grund mangelnder Betreuungsmöglichkeiten aber ebenfalls in einer Notgruppe in der Schule sein mussten, insgesamt 40 weitere Kinder. So geschickt vermittelten die Ärzte den Schülern den Testvorgang, dass im Anschluss kaum einer urteilte, das Ganze sei unangenehm gewesen.

Mit Duplostein und Knete

Der Vorgang folgt einem durchdachten und ausgeklügelten Konzept.

Zunächst werden die Hände gewaschen, die Kinder sitzen danach mit Abstand an ihrem Platz, führen den Test durch, warten noch etwa 15 Minuten, ohne dass „die Lehrkraft überhaupt Hand anlegen muss“. Die muss allerdings kreativ sein, wie die Erläuterungen der Schulleiterin zeigen. Da die Probe in eine Pufferlösung gegeben werden muss, die aber nicht umfallen darf, hat jedes Kind entweder eine Kugel mit Knete oder einen umgedrehten Duplostein vor sich. Da kann man die Röhrchen hineinstecken, hat man herausgefunden, ohne dass sie umkippen.

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Am Ende landet das Material in einem zugeknoteten Müllbeutel zur Entsorgung, und danach werden die Tische desinfiziert.

Jene Schüler, für die die Eltern keine Einwilligung zum Testen gegeben haben, müssen einen aktuellen negativen Test aus der Apotheke mitbringen, was ebenfalls bisher reibungslos funktioniert hat. „Es ist kein Kind ohne Test an der Schule“, versichert Stöhr. Und was das Wichtigste ist: Bisher waren alle Tests auf das Virus negativ.

Gisa Spandler

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