Samstag, 14.12.2019

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Bau der Juraleitung bereitet Burgthannern Sorgen

Von der Trasse betroffene Ortsteile sollen geschützt werden - 15.07.2019 16:55 Uhr

Hier besteht keine Chance zur Aufrüstung der Bestandstrasse. Die 220-kV-Leitung verläuft mitten durch das Wohngebiet in Ezelsdorf. © Gisa Spandler


Vorausgegangen war jedoch eine längere Diskussion, wie man sich bei der derzeitigen Informationstour der Firma Tennet verhalten solle, die in betroffenen Gemeinden über die geplante Aufrüstung der Juraleitung (P 53) informiert. Offensichtlich will man vermeiden, seine Stimme nicht rechtzeitig erhoben zu haben und dann vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Betroffene Ortsteile schützen

Hier solle die Verwaltung, insbesondere Bürgermeister Heinz Meyer, ihren Einfluss geltend machen, um die von der aufgerüsteten oder neu gebauten Leitung betroffenen Ortsteile zu schützen. Der Rathauschef allerdings hält seine Möglichkeiten derzeit für begrenzt.

Die Ausgangslage sei jedoch so schlecht nicht, fand Meyer. Die Bestandsleitung werde abgebaut und beim Neubau würden die Abstandsvorschriften eingehalten, nämlich 400 Meter von der Wohnbebauung im Innenbereich und 200 Meter im Außenbereich.

Genau diese Vorschrift ist es aber, die den Bürgern und auch Gemeinderäten Sorge bereitet. Hier müsse man unbedingt darauf achten, dass die sensiblen Bebauungen richtig bewertet würden.

Bürgermeister bleibt gelassen

Im SPD-Antrag heißt es: „Es geht uns um den aktuellsten Sachstand, Meinungsbildung und evtl. eine gemeinsame Stellungnahme des Gemeinderates an Tennet.“ Hier wollte der Bürgermeister zwar nicht mehr mitgehen, aber: „Wir werden uns entsprechend im Raumordnungsverfahren beteiligen“, versprach er. Allerdings sah auch er die Gefahr, dass die vorgeschriebenen Abstände von den Verantwortlichen bei Tennet anders angewendet würden als von den Bürgern gewünscht. Dennoch „nehmen wir die Dinge gelassen, weil wir jetzt erst mal am Raumordnungsverfahren beteiligt werden“, stellte er klar.

Erste Vorschläge im Herbst

Solange man nicht wisse, wo die Leitung von Altdorf kommend verläuft, könne man keine Stellung abgeben. „Die sollen im Herbst mal ihre Vorschläge machen“, beschwichtigte er. Nächstes Jahr wird dann der Antrag für das Raumordnungsverfahren gestellt, dann werde man sich als Träger öffentlicher Belange zu den Vorschlägen äußern. Wichtig sei, dass die Bürger sich bis zum 31. Juli die aktellen Pläne ansähen und dann ihre Meinungen äußerten.

Der SPD geht es vor allem darum, dass kleine Ortsteile wie Peunting oder Westhaid nicht als Außenbereich eingestuft werden, so dass man nicht an die 400-Meter-Abstandsregelung gebunden wäre, erläuterte Dr. Eckhard Töpert.

INFO

Tennet setzt für die Bürgerbeteiligung zur Juraleitung ein Planungstool ein. Hinweise und Varianten zur Planung können bis zum 31. Juli über dieses System direkt eingebracht werden. Das System erreicht man über folgenden Link: https//: gis.arcadis.nl/age_prod/juraleitung. Hier gibt es auch detaillierte Karten zu den Varianten der Trassenkorridore.

Gisa Spandler

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