Dienstag, 22.10.2019

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Burgthann: Erster tödlicher Wildunfall in Mittelfranken seit 2011

Seit Jahren ist der Freistaat Spitzenreiter in Sachen Wildunfälle - 26.09.2019 19:28 Uhr

Nur noch ein Wrack. Zuerst stieß der Kombi der Unfallopfer mit einem Wildschwein zusammen, dann prallte der Pkw gegen eine Baumgruppe und wurde stark deformiert. © Foto: Andreas Eberlein/dpa


In der Nähe von Burgthann ist ein Auto in der Nacht zum Donnerstag mit einem Wildschwein zusammengestoßen, gegen mehrere Bäume geprallt und schließlich einen Hang hinabgerutscht. Der Beifahrer starb noch an der Unfallstelle, der Fahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Gegen 23 Uhr ist der Seat, in dem die beiden Unfallopfer saßen, auf der Staatsstraße zwischen Burgthann und Schwarzenbach mit einem Wildschwein kollidiert und kam daraufhin von der Fahrbahn ab. Bei der Kollision mit einer Baumgruppe wurde der Kombi schwer beschädigt, eine Person wurde eingeklemmt und musste von den Rettungskräften aus dem Fahrzeug geborgen werden.

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Wildunfall im Nürnberger Land endet tödlich

Ein Wildunfall auf der Staatsstraße 2401 zwischen Burgthann und Schwarzenbach (Landkreis Nürnberger Land) endete in der Nacht zum Donnerstag tödlich: Ein 33-Jähriger starb noch an der Unfallstelle, der Fahrer des Wagens erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen.


Für den 33-jährigen Beifahrer kam jedoch jede Hilfe zu spät, während der Fahrer des Wagens mit lebensgefährlichen Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen wurde. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft soll nun ein Gutachter den genauen Unfallhergang klären, die Polizei Altdorf hat die Ermittlungen aufgenommen.

Das tragische Geschehen im Nürnberger Land ist der erste tödliche Wildunfall in Mittelfranken seit 2011. Damals hatte ein Motorradfahrer im Landkreis Roth versucht, einem auf die Fahrbahn rennenden Reh auszuweichen, war dabei von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Bayernweit ließen in den vergangenen zehn Jahren rund 20 Verkehrsteilnehmer bei verhängnisvollen Begegnungen mit Rehen, Wildschweinen oder anderen Wildtieren ihr Leben.

Zahl der Wildunfälle steigt

Seit Jahren ist der Freistaat trauriger Spitzenreiter der Bundesländer in Sachen Wildunfälle, und die Zahl steigt seit Jahren kontinuierlich an. 2018 war die Zahl laut der Zentralstelle für Verkehrssicherheit im Straßenbau in Bayern etwa auf 76.000 gestiegen – 2000 mehr als im Vorjahr und 67 Prozent mehr als vor 15 Jahren.

Mehr als ein Fünftel aller Autounfälle in Bayern ließen sich im vergangenen Jahr auf einen Zusammenstoß mit einem Wildtier zurückführen, was mit dem immer dichteren Straßennetz und der Zersiedelung der Landschaft, aber auch mit der Vermehrung der Wildbestände – insbesondere des Schwarzwildes – zusammenhängt. Gerade im Herbst erhöht sich die Unfallquote, weil die Felder abgeerntet sind und Wildschweine auf der Suche nach Futter öfter ihr Revier wechseln müssen.

Mit Hilfe eines Wildwarnsystems mit speziellen Infrarotsensoren sollen Autofahrer deshalb künftig besser vor Wildunfällen geschützt werden. Im Februar dieses Jahres startete in Bayern ein Pilotprojekt namens "Animot".

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ama/aar

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