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Samstag, 10.04.2021

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Crowd-Funding-Aktion: Schwimmkurse für Kinder mit Behinderung

Schwimmen lernen unter Strom - 10.03.2021 13:22 Uhr

Alle Kinder sollen schwimmen können, egal ob mit oder ohne Behinderung. Dafür macht sich Alexander Gallitz mit seiner Stiftung stark.

08.03.2021 © Michael Siegmund


Der Nürnberger Strom-Versorger N-Ergie hat vor einigen Jahren die Aktion "N-Ergie für junge Menschen" gestartet, eine Crowd-Funding-Aktion, durch die Kinder und Jugendliche über unterschiedlichste Projekte gefördert werden sollen. Mit dabei: "Deutschland schwimmt". Diese Stiftung, die vom Präsidenten des Deutschen Schwimmlehrer-Verbands, dem Ezelsdorfer Alexander Gallitz, ins Leben gerufen wurde, will unter anderem Kindern mit Behinderung sicheres Verhalten im Wasser beibringen - ein Unterfangen, das außerordentlich wichtig ist, aber kostet. Denn jedes Kind braucht die 1:1-Betreuung eines qualifizierten Schwimmlehrers, um Vertrauen aufzubauen und den Kurs auch ohne Angst und mit Erfolg ablegen zu können.

Ziel verfehlt? Geld zurück!

Gallitz hat in der Vergangenheit mit diesem Konzept schon viel erreicht, finanzielle Mittel für sein Projekt ebenso generiert wie Preise und Auszeichnungen erlangt, doch es bleibt noch viel zu tun. Das Angebot der N-Ergie kam daher gerade recht. Dort hat man ein großes Spendenszenario entworfen, ein ausgeklügeltes Konzept ausgearbeitet, über das jeder mit einem sozialen Anliegen sein Glück versuchen kann. Auf einer Plattform des Unternehmens kann man sein Projekt anmelden, das nach einer Prüfung freigeschaltet wird und innerhalb eines festgelegten Zeitraums ein vorher definiertes Ziel, also eine angestrebte Summe, erreichen soll. Klappt das nicht, bekommt jeder Spender sein Geld zurück.

Geldgeber können sich zu erkennen geben oder anonym spenden. Die N-Ergie wendet sich damit an Schulen, Vereine, Stiftungen. "Wichtig ist, dass das Projekt einen sozialen, kulturellen oder gesellschaftlichen Zweck erfüllt und für Nürnberg oder die Region ist", heißt es in den Statuten. Wie geschaffen für "Deutschland schwimmt", dachte sich Alexander Gallitz schon im vergangenen Jahr und war mit einer Summe von 1500 Euro erfolgreich, als er über die Mitgliederzeitschrift des Energieversorgers von diesen Aktivitäten erfuhr. Da das so gut geklappt hat, wurde er von den Verwaltern des Crowd-Fundings angesprochen, ob er denn nicht das Ganze mit der doppelten Summe noch einmal versuchen wolle.

3000 Euro sind das Ziel

Das musste man dem rührigen Ezelsdorfer nicht zweimal sagen. Immerhin lassen sich über die Summe von 3000 Euro 200 Privatstunden für gehandicappte Kinder durch ausgebildete Schwimmlehrer finanzieren. Und so reihte er sich erneut in die aktuell laufenden 43 Projekte ein, die derzeit auf der Plattform laufen. Die Organisatoren haben sein Vorhaben für sinnvoll befunden und akzeptiert. Und auch nicht zu verachten: Die Energie stockt jedes Projekt mit monatlich 500 Euro auf. Erhält ein Vorhaben mindestens 10 Euro, dann gibt die N-Ergie schon mal einmalig 5 Euro dazu. Ein Schmankerl als besonderen Anreiz sieht das Konzept auch vor: Wer will, kann für sein Projekt Prämien anbieten, in deren Genuss man sonst nicht so einfach (und günstig) kommt. Der ehemalige Profi-Schwimmer Gallitz stellt zum Beispiel eine halbe Stunde kostenloses Training für den interessierten Spender in Aussicht, wenn der seine Schwimmtechnik verbessern und Tipps vom ehemaligen Junioren-Europameister erhalten möchte.

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Trotz des erfolgreichen Projekts macht sich Gallitz Sorgen. "Seit einem Jahr haben unsere besonderen Kinder keinen Schwimmunterricht mehr haben können, was bedeutet, dass wir nach dem Lockdown wieder von vorn anfangen müssen." Wer hier eine Beratung wünscht, kann sich unter Alexander.Gallitz@deutschlandschwimmt.com an den Schwimmlehrer wenden. Aktuell hat "Deutschland schwimmt" von den angestrebten 3000 Euro schon nach drei Tagen 525 Euro eingesammelt über neun Unterstützer. Um die Summe voll zu kriegen, bleiben noch 26 Tage. Wichtig ist nun, den Link unter Bekannten, Freunden, aber auch allen weiteren sozial engagierten Personen zu verbreiten. Mehr Infos finden Sie hier.

Gisa Spandler

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