CSU Feucht positioniert sich im Streit um ICE-Werk

11.2.2021, 18:35 Uhr
Ein Blick in das ICE–Instandhaltungswerk in Köln-Nippes: Ein solches Werk soll nach den Plänen der Bahn bis zum Jahr 2028 auch in Nürnberg oder der Region entstehen.

Ein Blick in das ICE–Instandhaltungswerk in Köln-Nippes: Ein solches Werk soll nach den Plänen der Bahn bis zum Jahr 2028 auch in Nürnberg oder der Region entstehen. © Foto: Deutsche Bahn AG

"Erst feiert man sich für die Zusage der Bahn, in Nürnberg ein ICE-Werk zu errichten. Als sich dann berechtigte Kritik am Standort aus Reihen der eigenen Bevölkerung formiert, versucht man nun, die befürchteten negativen Auswirkungen auf den kleinen kommunalen Nachbarn abzuwälzen. Ein vertrauensvolles und positives nachbarschaftliches Verhältnis sieht anders aus", sagt CSU-Fraktionsvorsitzender Oliver Siegl.

Dabei kritisiert Siegl auch den CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Frieser, der ohne Rücksprache mit dem Feuchter Ortsverband initiativ geworden sei. Zwar seien erste Vorschläge Anfang November 2020 aus Reihen der Nürnberger SPD gekommen. Nun aber zeigten sich Frieser und Nürnbergs OB Markus König (ebenfalls CSU) aufgeschlossen für den Standort bei Feucht. Frieser schreibe in einer Mail, die in den Sozialen Netzwerken die Runde macht, es wurde durch "intensive politische Gespräche und etwas Druck" erreicht, dass die Bahn diesen Standort nun in Betracht zieht.


Protest gegen neues ICE-Werk: "Das ist Wahnsinn"


ICE-Werk für 400 Millionen Euro

Anfang Oktober 2020 hatte die DB in Nürnberg die Pläne für ein neues ICE-Werk öffentlich gemacht, das für 400 Millionen Euro auf einer Fläche von rund 46 Hektar entstehen und über 450 Arbeitsplätze bringen soll.


Künftiges ICE-Werk auf dem Muna-Gelände?


Neben Altenfurt/Fischbach, dem Rangierbahnhof Nürnberg, Allersberg, Baiersdorf und Burgfarrnbach lässt die DB seit Ende Januar die ehemalige Heeresmunitionsanstalt (Muna) in Feucht sowie ein Gelände südlich dieses Areals als möglichen Standort prüfen. Feuchts Altbürgermeister Konrad Rupprecht gibt zu bedenken, dass der Standort genau wie Altenfurt/Fischbach im Nürnberger Reichswald liegt, "der als Bannwald, Natura-2000-Gebiet und Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist". Die Feuchter Bevölkerung habe 2015 ein geplantes Gewerbegebiet in diesem Bereich mit über 70 Prozent der Stimmen deutlich in einem Bürgerentscheid abgelehnt. "Daher erwarte ich für ein DB-Werk erheblichen Widerstand der Feuchter Bevölkerung", so Rupprecht.

In der Tat ging es bei besagtem Gewerbegebiet um rund 30 Hektar weniger Wald. Und nicht zuletzt sei fraglich, ob Feucht tatsächlich von den dort geschaffenen Arbeitsplätzen und durch Gewerbesteuereinnahmen profitieren würde. CSU-Fraktionsvorsitzender Oliver Siegl sieht daher alle in der Feuchter Kommunalpolitik Tätigen in der Pflicht, im Sinne dieses Wählervotums "massiven Widerstand gegen das Großprojekt in der Muna zu leisten".

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