Freitag, 16.04.2021

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Juraleitung: Feucht und Schwarzenbruck bleiben verschont

Netzbetreiber Tennet hat über Verlauf der Trasse entschieden - 23.03.2021 11:13 Uhr

Verschiedene Trassenvarianten wurden in den vergangenen Monaten vorgeschlagen und untersucht. Dunkelblau markiert ist die von Tennet präferierte Trassenvariante. In diesem Bild will der Netzbetreiber nun die nördlich der grün markierten Bestandstrasse verlaufende Variante.

23.03.2021 © Tennet


Netzbetreiber Tennet hat sich für eine Trassenvariante für die Juraleitung P 53 entschieden und die Bürgermeister der betroffenen Kommunen darüber vorab informiert. Im Sommer 2020 wurde aus verschiedenen Vorschlägen ein Variantennetz zusammen gestellt (wir berichteten). Diese Trassenkorridore sind inzwischen gutachterlich bewertet worden, womit nun laut Tennet ein objektives Ergebnis vorliegt. Der Netzbetreiber hat nach eigenen Angaben die Unterlagen noch einmal überarbeitet, um zu überprüfen, in welchen Bereichen Erdverkabelungen möglich sind.

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Geplante Stromtrasse: Anwohner protestieren gegen Juraleitung

"Komm, sonst kommt die Stromtrasse zu dir!" Unter diesem Motto hatte die Bürgerinitiative "Rettet das Schwabachtal" zu einem Aktionstag gegen die sogenannte Juraleitung eingeladen. Und trotz des regnerischen Wetters und Urlaubszeit waren mehrere hundert Menschen nach Gustenfelden im Landkreis Roth gekommen, um gegen den geplanten Ersatzneubau der Stromtrasse P53 zu protestieren.


Derzeit prüft die Bundesnetzagentur die Unterlagen auf Vollständigkeit. Damit könnten sich laut Tennet noch "inhaltliche Anpassungsarbeiten" ergeben, die anschließend eingearbeitet werden müssten. Am Ende des noch etwa zwei Monate dauernden Verfahrens steht dann ein 100 Meter breiter Korridor, mit dem man ins Raumordnungsverfahren geht. Details dazu kann Tennet erst im Mai erläutern.

"Sankt-Florians-Prinzip"

Der grobe Trassenverlauf allerdings steht jetzt fest. Ab Kornburg geht es nach Osten ungefähr entlang der Autobahn A6 bis Ludersheim. Feucht und Schwarzenbruck sind nicht direkt betroffen, die Trassenführung verläuft nördlich der Muna. Damit bleiben auch Jägersee, Munasiedlung und Gsteinach außen vor, ebenso wie das Naherholungsgebiet Brückkanal/Schwarzachtal. "Für uns ein idealer Trassenverlauf, die verträglichste Variante", sagt Feuchts Bürgermeister Jörg Kotzur dazu, betont aber, dass die Marktgemeinde die Juraleitung grundsätzlich ablehnt. Jetzt würde die Trasse nach Norden verschoben Richtung Nürnberger Gebiet. Dem zuzustimmen bedeutet für Kotzur, einem Sankt Florians Prinzip zu folgen.

Winkelhaids Bürgermeister Michael Schmidt ist froh, dass Tennet nicht eine der südlichen Trassenvarianten gewählt hat, bei denen ein Mindestabstand zur Wohnbebauung wohl nicht möglich gewesen wäre. Die jetzt präferierte nördliche Variante ist für Schmidt zunächst einmal in Ordnung, er sieht aber das Konfliktpotential in den Nachbarkommunen. "Am Donnerstag erhoffe ich mir weitere Informationen von Tennet."

Schaden für Ludersheim und Weinhof

Für das Altdorfer Gebiet sieht Bürgermeister Martin Tabor maximalen Schaden angerichtet. "Unseren Ludersheimern und Weinhofern droht eine Unterschreitung des Mindestabstands von mindestens 400 Metern beiderseits der Trasse." Altdorf hat sich bereits juristischen Beistand über die Kanzlei Baumann aus Würzburg geholt, die auch die Marktgemeinde Feucht im Widerstand gegen die Juraleitung unterstützt.

Bild 2 zeigt die östliche Variante von Ludersheim nach Süden.

23.03.2021 © Tennet


Die Kanzlei Bühner aus Nürnberg arbeitet in Sachen Jurlaleitung für die Gemeinde Burgthann, deren Gebiet mit den Ortsteilen Westhaid, Schwarzenbach und Ezelsdorf betroffen ist. Von Ludersheim südwärts durch Burgthanner Gebiet will Tennet die Trasse östlich der bestehenden Leitung anlegen. Burgthanns Bürgermeister Heinz Meyer will sich nun zunächst in der für Donnerstag angesetzten Videokonferenz von Tennet informieren, in der die Bürgermeister aller betroffenen Kommunen zusammen geschaltet werden sollen. Außerdem werde er sich für das weitere Vorgehen mit dem Burgthanner Arbeitskreis zur Juraleitung abstimmen, versichert er im Gespräch mit der Redaktion.

Tennet plant Info-Veranstaltungen

Tennet will nun den aktuellen und dabei noch vorläufigen Planungsstand in mehreren Schritten der Öffentlichkeit vorstellen. Am morgigen Mittwoch soll es zwei Veranstaltungen für Bundes- und Landtagsabgeordnete geben, am Donnerstag und Freitag sechs Infozirkel mit Landräten und Bürgermeistern und in der kommenden Woche am Montag und Dienstag drei Veranstaltungen mit Vertretern von Bürgerinitiativen.

Mit der Einreichung der Raumordnungsunterlagen beginnt der erste Schritt des mehrstufigen Planungsverfahrens, mit dem die Bundesnetzagentur den 100 Meter breiten Korridor prüft und im folgenden Planfeststellungsverfahren den konkreten Leitungsverlauf festlegt. Detailkarten für die jetzt von Tennet präferierte Trassenvariante liegen noch nicht vor.
Ab Freitag, 26. März, will Tennet aktuelle Informationen für die breite Öffentlichkeit auf seine Homepage stellen.

Alex Blinten

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