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Massiver Widerstand gegen geplante Stromtrasse

Bürger-Infoabend am 29. Januar in Nürnberg – Wohnqualität gefährdet - 25.01.2014 17:04 Uhr

Die geplante Stromtrasse führt durch die Ortsgebiete von Leinburg und Altdorf. Die Politiker und Bürger protestieren gegen die Pläne. © Grafik: Amprion


Parteienübergreifend richtet sich der Ärger gegen Amprion, der mit sei­nem Milliardenprojekt für Unmut in der Region gesorgt hat. Im Verbrei­tungsgebiet des Boten sind Leinburg und Altdorf direkt von der Trasse be­troffen. Die Rathauschefs wollen die Pläne nicht so einfach hinnehmen.

Der Bauernverband ist mit den Plä­nen ebenfalls nicht einverstanden. Im Zuge der Energiewende kritisiert er, dass die Anliegen der Grundstücksei­gentümer und der Landwirte, die die Flächen bewirtschaften, bisher nicht ausreichend berücksichtigt werden. Nach Meinung des Verbands müssen landwirtschaftliche Flächen best­möglich geschont werden. Im Netzent­wicklungsplan würden zudem dezen­trale Speichertechnologien zu wenig berücksichtigt.

Sorge um massiven Eingriff

Für die Partei für Franken stellt sich die Frage „Windrad oder Stark­strommast“ nicht. Genau wie Land­rat Armin Kroder (FWG) sind sie der Meinung, dass eine dezentrale und re­gionale Energiewende in der Metro­polregion dieses Großprojekt verhin­dern könnte.

„Viele Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch die Verantwortli­chen im Rathaus machen sich berech­tigt Sorge um den massiven Eingriff in die Natur und die schöne Land­schaft am Fuße des Moritzberges“, sagt Leinburgs Bürgermeister Joa­chim Lang (FWG). In seiner Gemeinde sind die Ortsteile Gersdorf, Oberhai­delbach und Weißenbrunn betroffen. „Wir sind ein beliebter Naherholungs­raum von Nürnberg und darüber hin­aus und das wollen wir auch bleiben.“ Auch die hohe Wohnqualität in zahl­reichen Orten sei gefährdet. Das Ge­meindegebiet ist bereits durch meh­rere größere Stromtrassen belastet, berichtet Land.

„Jeder will sicherlich die Energie­wende, aber nicht so“, sagt Lang. Der Gemeinderat wird sich kommende Woche in Nürnberg informieren und ist auch über die sehr spärliche In­formationspolitik enttäuscht. „Das Sankt-Florians-Prinzip ist sicher­lich keine Lösung, aber wir wollen für und mit unserer Bevölkerung eine möglichst verträgliche Lösung erar­beiten.“ Jetzt sei erst einmal eine de­taillierte Information wichtig. Lang hofft, dass aus seinem Gemeindege­biet viele Bewohner die Veranstaltung in Nürnberg besuchen.

„Diese Trasse, die das Gebiet der Stadt Altdorf im Bereich Pühlheim Hegnenberg, Unterrieden und Ha­genhausen tangiert, bringt enorme Beeinträchtigungen in das Altdorfer Stadtgebiet und kann so nicht hinge­nommen werden, deshalb gilt es, Wi­derstand gegen diese Trassenführung zu organisieren“, sagt Atdorfs Bürger­meister Erich Odörfer (CSU). Sinnvoll sei dabei, dass sich nicht nur die Stadt Altdorf, sondern auch die betroffenen Gemeinden sowohl im Landkreis Nürnberger Land als auch in der benachbarten Oberpfalz zusammentun und mit den jewei­ligen Landratsämtern ein gemeinsames Vor­gehen besprechen.

Nicht hinnehmbare Situation

„Die viel zu späte Information und Beteiligung kann so nicht hingenommen wer­den“, sagt Odörfer. Denn dadurch konnte bislang überhaupt kein Ein­fluss auf die Trassenfüh­rung genommen werden. Da die Landratsämter nicht eingeschaltet wa­ren, müssten von den zu­ständigen Fachstellen al­le fachlichen Belange für den Natur-, Landschafts- ­und Denkmalschutz so­wie insbesondere das Immissionsrecht gegen diese Stromautobahn überprüft werden. Odörfer ruft die Bürger auf, ihre Belange bei der Stadt Altdorf vorzubrin­gen, damit sie gebündelt an die Bundesnetzagen­tur und die sonstigen zu­ständigen Stellen weiter­gegeben werden können. „Diese drohende, massi­ve Beeinträchtigung un­seres Stadtgebietes soll­ten wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln abwenden.“

Die Stadt Altdorf bietet eine kos­tenlose Busverbindung zur Infover­anstaltung am Mittwoch an. Der Bus färht um 17.30 an der Haltestellte in Hegnenberg los, um 17.35 ist er in Pühlheim, um 17.40 im Unterriedener Neubaugebiet, 17.45 Hagenhausen, Gasthaus Merz, 17.50 Altdorf, Park­platz Südtangente. Auf der Rückfahrt werden nach Veranstaltungsende die vorgenannten Haltestellen wieder an­gefahren. Anmeldung unter Telefon 09187-8071111 oder per Mail an: bgm@altdorf.de 

kap

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