Skandal um Rosi

Nach Eröffnung des Altdorfer Stadtgartens: Security soll deeskalieren

6.8.2021, 11:45 Uhr
Landschaftsarchitekt Jürgen Wollborn und Bürgermeister Martin Tabor bei der feierlichen Eröffnung der Rosenau. Zwischen ihnen mit Maske der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel, links Pfarrer Bernd Popp, rechts Pfarrer Dominik Pillmayer.

Landschaftsarchitekt Jürgen Wollborn und Bürgermeister Martin Tabor bei der feierlichen Eröffnung der Rosenau. Zwischen ihnen mit Maske der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel, links Pfarrer Bernd Popp, rechts Pfarrer Dominik Pillmayer. © Alex Blinten

Am Tag der Eröffnung des Stadtgartens Rosenau ist die Freude groß. Das ehemalige Graffiti-Gelände im Herzen Altdorfs wurde zu einem weitläufigen grünen Areal umgewandelt, das Naherholung für alle gewährleisten soll. Außerdem sind dort auch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte geplant. Die Eröffnung kam sowohl bei den Altdorfern als auch bei den Amtsträgern sehr gut an (wir berichteten).

Dieser idyllische Gedanke wurde jedoch in den vergangenen Tagen und Wochen mehrfach gestört. "Beschwerden, vor allem von Anwohnern, haben sich seit der Eröffnung gehäuft", erklärt Susanne Voss von der Stadt Altdorf. Dabei geht es um Lärmbelästigung, erhebliche Verschmutzung, Vandalismus und Alkoholgelage. "Die Mülleimer quellen über und überall liegen teilweise zerbrochene Flaschen herum", sagt sie.

Fäkalien auf dem Friedhof

Neben Urin und anderen Hinterlassenschaften wurden sogar Fäkalien im Park und auf dem angrenzenden Friedhof gefunden. Das sei insbesondere für die direkten Anwohner inakzeptabel, weil es vorzugsweise in den späten Abendstunden und nachts zu derartigen Vorfällen komme. Es gab jedoch auch tagsüber Beschwerden. Eine Altdorferin, die mit ihren Kindern den Park besuchte, habe sich sehr unwohl gefühlt, weil Jugendliche herum schrien und eine Flasche zerbrachen.

Eine Parkbank in der Rosenau, die schon wenige Wochen nach der Eröffnung des Stadtgartens erkennbar gelitten hat.

Eine Parkbank in der Rosenau, die schon wenige Wochen nach der Eröffnung des Stadtgartens erkennbar gelitten hat. © Stadt Altdorf

Bürgermeister Martin Tabor erhielt von einem Anwohner ein Video, auf dem zu sehen sei, wie eine Person auf einem Motorrad lautstark durch den Park fährt. Aus diesem Grund reagiert die Stadt jetzt mit einem regelmäßigen Security-Dienst im Stadtgarten. "Das ausgebildete Security-Personal hat nichts mit der Einrichtung einer Sicherheitswacht in Altdorf zu tun, das muss man separieren", betont Voss.

Deeskalation und Frieden

Dieser Sicherheitsdienst soll erstmal regelmäßig in den Abendstunden vor Ort sein. "Das Personal soll deeskalierend wirken und den Parknutzern erklären, dass die Grünanlage für alle da ist", erklärt Christof Rothkegel, Geschäftsleiter der Stadt Altdorf. Somit sei die Rolle aufklärend und soll weitere Vorkommnisse verhindern. "Es soll wieder Frieden einkehren."

Auf die Frage nach den Verschmutzungen durch Urin und Fäkalien und der Notwendigkeit einer öffentlichen Toilette in der Rosenau findet er klare Worte: "Es ist aktuell in Anbetracht der Nutzung des Stadtgartens nicht erforderlich, es ist immerhin keine Partylocation." Zumal ein gastronomischer Betrieb angrenzt, der von Kunden genutzt werden könne. Der Stadtrat plane deshalb derzeit keine Errichtung eines WCs, die Anschlüsse seien jedoch vorhanden.

Bürgermeister Tabor nimmt die Sorgen und Beschwerden sehr ernst: "Wir müssen reagieren." Er wolle den Park in Zukunft bewusst nicht einzäunen, daher setzt er auf Prävention. "Wir hoffen, damit die Probleme in den Griff zu bekommen", erklärt er.

Keine Schuldzuweisung

Der gelernte Lehrer sieht in dieser Hinsicht auch die Stadt in der Pflicht. Daher sei einer der Schwerpunkte dieses Themas, das Angebot für Kinder und Jugendliche in Altdorf zu verbessern. "In Altdorf fehlen noch immer geeignete Plätze und professionelle Ansprechpartner für die Anliegen junger Erwachsener", lässt sich Tabor in einer Pressemitteilung zitieren. Daher werde zeitnah die städtische Jugendsozialarbeit personell aufgestockt. Auf Schuldzuweisungen beim emotionalen Thema Rosenau will Tabor verzichten. "Es geht am Ende auch gar nicht darum, wer dort den Lärm verursacht, sondern darum, dass wir eine Lösung des Problems finden", stellt er klar.

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