Dienstag, 20.10.2020

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Oberferrieden bekommt neue Pfarrerin

Beate Krauß möchte in ihrem neuen Amt "die Menschen mitnehmen" - 05.10.2020 11:33 Uhr

Beate Krauß in der Oberferriedener Marienkirche an der Kanzel vor dem Altar – einer ihrer Arbeitsplätze seit rund einem Monat.

© Gisa Spandler


Nicht ganz leicht hatte es die neue Oberferriedener Pfarrerin Beate Krauß, die seit 1. September im Dienst ist, auf ihrem Weg ins Berufsleben. Studieren mit zwei kleinen Kindern, nach dem Examen zunächst arbeitslos, Fernbeziehung, spezielle Erfahrungen mit einem Arbeitsamt in den Neuen Ländern, befristetes Arbeitsverhältnis, Seelsorgerin in einer von den Ossi-Wessi-Spannungen betroffenen Gemeinde und eine Familie, die schließlich auf sieben Personen anwächst. Dass sie momentan noch von Thalmässing nach Oberferrieden pendeln muss, weil sich die Renovierung des Pfarrhauses in der neuen Heimat zieht und sie keine Ahnung hat, wann sie die Möbelpacker bestellen kann, ist dagegen eine Marginalie.

Unbeirrbar auf dem Weg

Etliche Hürden waren also während und nach der Ausbildung zu nehmen, aber je tougher es kam, "desto unbeirrbarer habe ich an meinem Weg festgehalten", erinnert sich die 51-Jährige. Denn dass sie die theologische Laufbahn einschlagen würde, stand für sie schon früh fest. Aufgewachsen in Oberkotzau bei Hof, studierte sie folgerichtig in Erlangen Theologie, leistete ihr Vikariat in Selb ab, während ihr Mann Gerald Dollack bereits in Bernburg in Sachsen-Anhalt als Architekt arbeitete.

Opfer des "Pfarrerbergs"

Als sie nach dem zweiten Examen wegen der Absolventenschwemme arbeitslos wurde, diente dies zumindest der Familienzusammenführung an der Saale. Dort übernahm sie schließlich für ein paar Monate die Vertretung eines Pfarrers, bevor sie eine reguläre Stelle als Pfarrerin zur Anstellung in Tauperlitz bei Hof erhielt. In dieser Zeit wurden zwei weitere Kinder geboren, ein fünftes dann in Alfershausen bei Thalmässing, wo die Familie schließlich nach Beendigung ihrer Ausbildung dauerhaft "sesshaft" wurde.

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Zeit für neue Herausforderung

Nun, nach über 17 Jahren in der Thalmässinger Gemeinde mit zum Teil erwachsenen Kindern sei es ein guter Zeitpunkt, sich noch einmal einer neuen Herausforderung zu stellen, fand die gebürtige Oberfränkin. Für die Kirchengemeinde Oberferrieden hat sie sich aus verschiedenen Gründen beworben. Zum einen wollte sie an ihrem neuen Wirkungsort nicht die einzige Hauptverantwortliche sein.
Mit Pfarrerin Nicola Neitzel, die eine halbe Stelle besetzt, und Religionspädagogin Angela Reither hat sie die gewünschte Unterstützung.
Die Corona-Beschränkungen sind daran schuld, dass sie ihre Schäfchen noch nicht näher kennen lernen konnte. Begegnungen fanden nur am Rande statt, aber sie hat gemerkt, dass man ihr hier freundlich und offen begegnet. Intensivere Treffen gab es nur mit dem Kirchenvorstand, Vertretern der politischen Gemeinden, den Mitarbeitern im Pfarramt, den Leitungen der Institutionen und vielen aktiven Ehrenamtlichen. Natürlich sei zu spüren, dass auch von deren Seite gewisse Erwartungen an sie herangetragen würden.

Gute Strukturen

"Vieles ist hier sehr gut eingespielt", lobt sie die Strukturen und wundert sich, dass die vom Kirchenvorstand als sehr ländlich dargestellt wurden. "In Alfershausen war das noch wesentlich bäuerlicher", lacht sie, Oberferrieden komme ihr in vieler Hinsicht wie ein Vorort von Nürnberg vor.
Zu ihren Dienstschwerpunkten gehören die Pfarramtsführung, Leitung des Kirchenvorstands, die Sorge für die Gebäude, der Religionsunterricht in den Schulen, natürlich Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Geburstagsbesuche.

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Wunsch nach lebendiger Gemeinde

Bei ihren ganz persönlichen Anliegen für ihre Arbeit steht der Wunsch, die Menschen mögen ihre Gemeinde aktiv mitgestalten, an erster Stelle. "Ich will alle begleiten, ihnen zuhören und jedem den Segen Gottes spenden", versichert sie. Diese Aufgeschlossenheit beschränkt die Pfarrerin, die in ihrer Freizeit gern liest und im Garten werkelt, nicht auf die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde. Integrationsarbeit sei ihr ebenfalls ein wichtiges Thema.

Gisa Spandler

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