Dienstag, 22.10.2019

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Skaten und kneippen: Das passiert mit dem Ezeldorfer Weiher

Vorstellungen werden am Donnerstag präsentiert - 26.03.2019 18:48 Uhr

Als Dorfweiher wird das Gewässer nicht zu retten sein, das Gelände aber soll optisch aufgewertet werden. Dazu gibt es schon einige Vorschläge.


Wie mehrfach berichtet, haben sich die Vereinsmitglieder des Weihers angenommen, der ihrer Meinung nach und auch nach Ansicht vieler weiterer Ezelsdorfer ein kleiner Schandfleck in der Dorfmitte ist. Unter anderem informierten sie sich in anderen Orten, die ähnliche Probleme mit ihrem Dorfweiher hatten, wie jene gelöst wurden, denn das größte Manko ist der spärliche Wasserzufluss. Auch führten sie eine groß angelegte Fragebogenaktion durch, in der die Ezelsdorfer ihre Meinung zur Zukunft des Teichs äußern konnten.

Letzter Stand war die Auskunft des Bürgermeisters und des Landratsamtes, dass eine Brunnenbohrung zu teuer beziehungsweise nicht erfolgversprechend sei. Da das Ergebnis der Umfrage aber belegte, dass den Ezelsdorfern dieser Ort in der Dorfmitte wichtig ist, ist man nun von der Vorstellung abgerückt, ihn als klassischen Dorfweiher zu erhalten. Schließlich gehe es um eine optische Aufwertung, und wenn die nicht als saniertes Gewässer möglich ist, dann eben in irgendeiner anderen Form, ist man sich mittlerweile einig.

Meyer "offen für Ideen" 

Unterdessen haben Gespräche auch mit den Fraktionen des Gemeinderats stattgefunden, die ebenfalls an einer Lösung interessiert sind und den Aktiven des Dorfvereins zusagten, sie bei den Planungen mit einzubinden. Das Gleiche gilt für den Obst- und Gartenbauverein, mit dem ebenfalls schon Kontakte stattgefunden haben.

Und natürlich hat auch die Gemeinde mit Bürgermeister Heinz Meyer signalisiert, dass man „offen für Ideen“ ist, wie die neue erste Vorsitzende des Dorfvereins, Katja Wittmann, mitteilt. Für dieses Jahr hat der Gemeinderat erst einmal 30.000 Euro für den Sanierungsfall in den Haushalt eingestellt.

Da man das weitere Vorgehen nicht als kleiner Verein selber entscheiden muss und will, ist die Unterstützung von so vielen Seiten, die in eine sogenannte "Ideenwerkstatt" münden soll, eine große Hilfe, findet sie.

Der Info-Abend, für den mit Plakaten im Ort geworben wird, findet am Donnerstag, 28. März, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus statt. Eingeladen ist jeder, der sich für die bestehenden Alternativen interessiert, der selber Vorschläge hat und der erst im Laufe der Diskussion zündende Ideen entwickelt. Schließlich sollen die Anwesenden für ihre Favoriten votieren, so dass es bereits am Ende des Abends zu einem gewissen Ranking der Entwürfe kommen könnte. 

Skate- und Eislauffläche

Bei den Vorschlägen, die der Verein bereits ein wenig ausgearbeitet hat, orientierte man sich an jenen, die bei der schriftlichen Umfrage genannt wurden. Das geht bei einigen in die Richtung Aktivfläche, erklärt Wittmann. Dabei denkt man an einen Platz, der im Sommer zum Skaten genutzt werden kann und im Winter bei Frost geflutet wird, damit man darauf Schlittschuhlaufen kann. Denn für viele ältere Ezelsdorfer wird der Weiher immer noch mit einer Eislauffläche assoziiert, auf der früher Eishockey gespielt wurde.

Als klassische Anlage mit Sitzmöglichkeiten zum Verweilen, sehen ihn andere Dorfbewohner, und manche könnten sich dort eine kleine Open-Air-Ausstellung mit historischen Bildern des Ortsteils vorstellen. Wieder andere wollten sich aber nicht ganz vom Wasser an dieser Stelle verabschieden und schlugen einen Wasserlauf zum Beispiel als Kneippanlage vor. Auch Stimmen, die eine Verlagerung auf den Dorfplatz ins Gespräch bringen wollen, wurden laut. Schließlich sei die Lage zwischen Schule und Kindergärten ideal, solange nur der Bolzplatz erhalten bliebe.

Nach der Erläuterung der Varianten des Dorfvereins hofft man auf viele mitgebrachte Anregungen der Besucher, will aber auch jenen, die sich erst vor Ort Gedanken machen, einen gewissen Zeitraum einräumen, in dem sie ihre spontanen Geistesblitze konkretisieren können.

Wenn alle Ideen auf dem Tisch liegen, erhalten die Ezelsdorfer zwei Klebepunkte, die sie an dem Vorschlag anbringen, den sie bevorzugen. Das dürfen auch mehrere sein, so Wittmann, es sei aber auch denkbar, dass verschiedene Möglichkeiten kombiniert werden. Selbstverständlich sind auch Gäste eingeladen, die den Prozess nur verfolgen und sich nicht selbst aktiv beteiligen wollen.

Wittmann ist optimistisch, dass man bei der Ideenwerkstatt ein gutes Stück weiterkommt. Dass der Dorfverein von der Gemeinde mit in die Planungen eingebunden wird, ist aus ihrer Sicht ein großer Vorteil und nicht selbstverständlich: "Das ist eine große Chance, die sollte wahrgenommen werden." Wenn sich am Ende eine deutliche Rangfolge ergeben hat, will man mit dieser wieder beim Bürgermeister vorsprechen.

Gisa Spandler

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