Mittwoch, 13.11.2019

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Unterferrieden: Radiolegende Fritz Egner im Haus der Musik

Kritische Fragen blieben allerdings aus - 22.10.2019 16:11 Uhr

Entspannte Atmosphäre bei den Burgthanner Dialogen: Fritz Egner (3.v.l.) und Bernie Paul (2.v.l.) plaudern mit Alexandra Hildebrandt und Bürgermeister Heinz Meyer im Unterferriedener Haus der Musik.


Der BR-Moderator ("Fritz und Hits") fühlt sich wohl im Unterferriedener Haus der Musik. "Es war gar kein Problem hierher zu kommen, es wird nur ein Problem, wieder wegzufahren", schäkert er mit den Burgthannern. Von Beginn an zieht der Radiomoderator das Publikum mit seinen Erlebnissen, die auch in seinem Buch "Mein Leben zwischen Rhythm & Blues" nachzulesen sind, in den Bann.

Große Regie

Der 70-Jährige bleibt jedoch nicht der einzige Gast in der Gesprächsrunde: Um ihn zu überraschen, hat Hildebrandt Musikproduzent und Songwriter Bernie Paul ("Lucky" 1978, "Oh no no" 1981) eingeladen. Die beiden kennen sich seit 43 Jahren, seit dem Beginn ihrer beider Karrieren und sind seit langem befreundet. Paul ist beeindruckt vom feinen Gespür der Organisatorin beim Auswählen ihrer Gäste: "Das ist ganz große Regie."

Lob von Theo Zwanziger

Ähnliches Lob hat auch Dr. Theo Zwanziger für Hildebrandt übrig. "Ich habe ihr viel zu verdanken", sagt der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Er war 2010 der erste Gast der Burgthanner Dialoge.

Nach seiner Veranstaltungszusage nutzten Hildebrandt, Bürgermeister Meyer und Wilfried Koch, der frühere Leiter der Burgthanner Sparkasse, die Gelegenheit, einen langfristigen Rahmen zu schaffen, in dem komplexe und allgemeine gesellschaftspolitische Themen heruntergebrochen und einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. Ihre Gäste sollten sich zuhause fühlen.

Kritische Fragen fehlen

Hildebrandt und Meyer halten die Burgthanner Dialoge mit ihrer familiären Atmosphäre offenbar nicht für den passenden Ort für kritische Fragen. Es sei in letzter Zeit viel über ihn hereingebrochen, sagt Hildebrandt bei Zwanzigers Begrüßung. Es bleibt der einzige Anklang an die Anklagen der Schweizer Bundesanwaltschaft und des Frankfurter Oberlandesgerichts aus dem Sommer dieses Jahres. Zwanziger wird im Zusammenhang mit der WM 2006 der Steuerhinterziehung und des Betrugs in Mittäterschaft verdächtigt.

Zwanziger spricht über die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs. Der Sport dürfe nicht nur Unterhaltung und Profit sein, sondern müsse als positives Vorbild in die Gesellschaft hinein strahlen und jungen Menschen Orientierung geben. Das Thema Integration und der gemeinsame Dialog seien dabei ungeheuer wichtig. "Vielfalt ist doch viel besser als Einfalt", fasst Zwanziger seine Ansprache zusammen.

Nachhaltige Projekte

Gemäß dem diesjährigen Motto der Dialoge, "Was bleibt?", lässt Hildebrandt stellvertretend für ehemalige Referenten die Geschäftsführerin der Firma Marder, Stefanie Kästle, zu Wort kommen. Ihr Unternehmen beteiligt sich an dem Projekt Build and Grow, das sozial schwachen Familien in Rumänien und Moldawien Häuser baut.

Ein dreiminütiger Film illustriert Kästners kurze Ausführungen: die dürftigen Lebensverhältnisse, Menschen beim Dachdecken, Hämmern, Bohren. Die glücklichen Gesichter der Familien. Mehrere Häuser sind seit Projektbeginn 2017 errichtet worden. Viele weitere sollen folgen.
Was bleibt also? Die Projekte wirken weiter – auch wenn die Burgthanner Dialoge am vergangenen Samstag zum letzten Mal stattgefunden haben.

Magdalena Gray

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