Angst vor dem Wochenende: Klinikum Fürth fordert harten Lockdown

11.12.2020, 19:06 Uhr
Dr. Manfred Wagner vom Fürther Klinikum richtete einen dramatischen Appell an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten.

Dr. Manfred Wagner vom Fürther Klinikum richtete einen dramatischen Appell an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten. © Hans-Joachim Winckler

Die Kliniken im Großraum Nürnberg blicken angesichts der Überbelastung der Intensivstationen durch Covid-19-Patienten mit großer Sorge auf das Wochenende. Das berichtete am Freitag der Krisenstabsleiter und Pandemiebeauftragter des Klinikum Fürth, Dr. Manfred Wagner, nach einer Konferenz der Pandemiebeauftragten aller Kliniken im Großraum Nürnberg. Derzeit werden hier 480 Covid-Patienten stationär versorgt. 107 davon – und damit rund 25 Prozent mehr als vergangenen Freitag – liegen auf der Intensivstation. Die Lage ist dramatisch.

Im Klinikum Fürth werden aktuell 60 Covid-Patienten versorgt, davon zwölf auf der Intensivstation. „Weil wir zusätzlich auch eine immens hohe Belegung mit dringlichen Nicht-Covid-Patienten im Haus haben, ist die Belastung extrem. Und wie wir alle wissen, schlagen sich die steigenden Inzidenzzahlen in der Bevölkerung erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen in der Belegung der Intensivstationen nieder. Doch diese sind jetzt schon ziemlich voll“, sagte Wagner.


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Da die Zahl der Neuinfektionen am Freitag mit knapp 30.000 einen neuen Höchstwert erreicht hat und die bisherigen Maßnahmen zu keinem Rückgang der Fallzahlen gesorgt haben, fordert er die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin Angela Merkel auf, umgehend zu handeln: „Verordnen Sie einen harten Lockdown - und zwar jetzt! Wir können nicht länger warten! Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir, dass unser gut funktionierendes Gesundheitssystem überlastet sein und zusammenbrechen wird.“