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Angst vor Russland: Mann baut "Atombunker"

LKA entdeckt gigantisches Waffenarsenal - 20.000 Schuss Munition - 21.11.2014 18:49 Uhr

Im Bunker eines Elektrikers in Kelheim entdeckten Mitarbeiter des LKA ein Waffenarsenal.

21.11.2014 © Bayerisches Landeskriminalamt


Ein 59-Jähriger wurde verdächtigt in seinem selbstgebauten Bunker zahlreiche Waffen und Materialien zur Sprengstoffherstellung versteckt zu haben - ohne Erlaubnis. Aufgrund einer Strafanzeige durchsuchten Beamte des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) gemeinsam mit der Bereitschaftspolizei zwischen Dienstag und Donnerstag ein Anwesen im bayerischen Landkreis Kelheim.

Die Polizei teilte mit, dass sich der Besitzer in seinen Kellerräumen einen "atomsicheren Bunker" gebaut habe, der so gut geschützt war, dass die Ermittler nur mit Bohrhämmern und anderem schweren Gerät die Wände und den Boden einreißen konnten.

Innerhalb der Mauern machten die Ermittler neben großen Lebensmittelvorräten, einer Luft- und Wasseraufbereitungsanlage auch eine schockierende Entdeckung: Der Mann hatte sich ein umfangreiches Waffenarsenal und Material zur Sprengstoffherstellung besorgt.

20.000 Schuss Munition

Insgesamt stellten die Beamten zwei vollautomatische Maschinenpistolen, 60 Handfeuerwaffen, 80 Langwaffen, 20.000 Schuss Munition, ungefähr 40 Kilogramm Nitrocellulosepulver und 20 Kilogramm an Substanzen zur Herstellung von Sprengstoff sicher.

Das Amtsgericht Regensburg erließ Haftbefehl gegen den 59-jährigen Mann, der für die Waffen keine Erlaubnis vorlegen konnte. „Nach jetzigem Ermittlungsstand ist ein extremistischer Hintergrund nicht erkennbar“, betonte das LKA.

Nach eigenen Angaben wollte der 59 Jahre alte Elektriker sich und seine Familie in dem Bunker vor Angriffen aus Russland schützen. Drei Tage lang hatten die Beamten den Kellerraum durchsucht und dabei Wände und Böden aufgestemmt. Nach Angaben des LKA war der Mann den Behörden bislang nicht bekannt.

Am Freitag wurde auch im Landkreis Lichtenfels ein illegales Waffenlager entdeckt. Ein 27-jähriger Diplom-Ingeneur besaß mehrere Schußwaffen, scharfe Munition und verbotene Gegenstände.

Dieser Artikel wurde am Freitag um 18.41 Uhr aktualisiert.

erx/mst/dpa E-Mail

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