Katzen in Wohnung geboren?

Animal Hoarding im Nürnberger Land: Tierheim Feucht meldet sich zu Wort

Lena Wölki
Lena Wölki

Politik und Wirtschaft

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6.2.2022, 10:58 Uhr
Vor einer Woche wurden 116 Katzen aus einer Wohnung in Diepersdorf gerettet. So geht es den Tieren jetzt.

© Tierheim Hersbruck Vor einer Woche wurden 116 Katzen aus einer Wohnung in Diepersdorf gerettet. So geht es den Tieren jetzt.

"Auf dem Boden schwamm ein Gemisch aus Wasser, Kot und Urin", schreibt das Tierheim Hersbruck auf seiner Facebook-Seite. Die Katzen seien verängstigt gewesen, versteckten sich hinter Schränken, unter Sofas und im Mobiliar der Wohnung, als sie von zahlreichen Helfern befreit wurden. Das alles fiel am 31. Januar in Diepersdorf nur wegen eines vermeintlichen Wasserschadens auf, wie das Feuchter Tierheim berichtet.

Welches Bild sich den Helfern der Tierheime Feucht und Hersbruck in einer Wohnung im Leinburger Gemeindeteil Diepersdorf bot, macht alle Beteiligten fassungslos. Das Tierheim Feucht spricht auf seiner Facebook-Seite von einem "schlimmen Fall von Animal Hoarding".

Bitte des Tierheim Feucht

Nun meldet sich das Feuchter Tierheim erneut zu Wort. Den Katzen gehe es gut, heißt es. Der befürchtete Katzenschnupfen, der eine Folge von Infektionen mit verschiedenen Viren und Bakterien sein kann, habe sich nicht eingestellt. Eine Vermittlung der Tiere sei jedoch noch nicht möglich. Die Tierheime könnten aktuell nicht über die Katzen bestimmen, sondern sie nur in den Heimen betreuen. "Das Veterinäramt legt fest, wann die Tiere geimpft und kastriert werden dürfen, und erst nach der offiziellen Freigabe durch das Amt können wir mit der Vermittlung beginnen", ist auf der Facebook-Seite zu lesen.

Doch die Verantwortlichen haben auch eine Bitte. Das Tierheim werde derzeit mit Anfragen von Katzenhaltern überrollt, die verschwundene Tiere suchen: "Da werden Katzen gesucht, die bereits ein oder sogar zwei Jahre verschwunden sind. Wenn sie gechipt und angemeldet sind, gehen sie automatisch an die Besitzer zurück."

Doch von den geretteten Tieren sei kein einziges gechipt oder tätowiert. Da die Katzen sehr jung sind, gehe man davon aus, dass sie größtenteils dort in der Wohnung geboren wurden. Die Anfragen würden Personal binden, das derzeit mit der Versorgung der Katzen beschäftigt ist: "Das Tierheim hat zu seinem normalen Bestand nunmehr 40 Katzen aus der Räumung behalten, all diese müssen versorgt werden. Deshalb arbeiten unsere Angestellten derzeit am Limit."

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