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300 Rocker geben in Ansbach Kameraden letztes Geleit

"Red Devils" und "Hells Angels" Schulter an Schulter - 14.06.2017 06:00 Uhr

Eindrucksvoll: Hier schlängeln sich Dutzende harte Rocker ihren Weg durch Ansbach. © Jim Albright


Dienstagmittag, 13 Uhr, am Ansbacher Waldfriedhof: Über 300 Rocker geben einem ihrer Mitglieder das letzte Geleit. Es ist kein alltäglicher Anblick: Auf dem Parkplatz stehen rund 100 Motorräder. Schwarz gekleidete Menschen strömen Richtung Aussegnungshalle. Im Eingang steht ein silberner Leichenwagen. Aus den Boxen erklingt Metallicas "Nothing else matters". Anschließend knattern die Biker durch das Ansbacher Stadtgebiet.

Ihre "Tour" führte die rund 100 Motorräder durch Ansbach und dann zur Autobahnausfahrt Aurach. © Alexander Biernoth


Die Rocker nahmen am Dienstagnachmittag Abschied von einem Mitglied des Ansbacher Motorradclubs "Red Devils“ und der befreundeten "Hells Angels". Zudem war der Verstorbene nach FLZ-Informationen in der Bar "Place of Glory" sehr aktiv. Er litt bereits seit längerer Zeit an einer schweren Krankheit.

100 Bikes eskortierten Leichenwagen

Es wirkte kurios: Rund um die Aussegnungshalle standen die Rocker und trauerten. Mit wenig Abstand dahinter hielten sich mehrere Polizeibeamte bereit. Zur Trauerfeier kamen laut Polizeiangaben 300 Rocker. Den Kennzeichen nach zu urteilen, stammten die Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland.

Rund 100 Motorräder eskortierten den Leichenwagen nach der Trauerfeier gegen 13.30 Uhr durch das Stadtgebiet. Zahlreiche Schaulustige beobachteten den nicht alltäglichen Trauerzug.

Die Route führte vom Waldfriedhof über die Westtangente in die Residenzstraße und über die Promenade in die Endresstraße. Um den Motorrädern möglichst freie Fahrt zu bieten, stoppten Polizeibeamte an den Kreuzungen den übrigen Verkehr, teilte Heinz Prießmann, Leiter der Ansbacher Polizeiinspektion, auf Nachfrage mit. "Die Stadt Ansbach hat eine Sondernutzung genehmigt."

"Es verlief reibungslos"

Anschließend drehte der Konvoi Richtung Aurach ab, um den Leichenwagen noch bis zur Autobahnauffahrt zu begleiten. Laut Polizei wurde der Leichnam nach Baden-Württemberg gebracht und wird dort eingeäschert.

"Die Motorradfahrer nutzten den Kreisverkehr in Aurach zum Wenden. Einige fuhren dann weiter, andere zurück nach Ansbach", berichtete der Inspektionsleiter. In der Markgrafenstadt trafen sich die Rocker in der Bar "Place of Glory" zum Leichenschmaus. Prießmann: "Wir waren noch mit einigen Kollegen vor Ort."

Die Ansbacher Polizei wurde von Beamten der Polizei Mittelfranken unterstützt. Insgesamt waren etwa 40 Beamte im Einsatz. Prießmann zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: "Die Trauerfeier und der Konvoi verliefen reibungslos, ohne Zwischenfälle."

Dieser Text erscheint in Kooperation mit der Fränkischen Landeszeitung.  

Johannes Zimmermann

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