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Donnerstag, 04.06.2020

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Ansbacher Messer-Angreifer gefasst: Spur führt zu diesem Haus

Passanten retteten den Gerichtsvollzieher wohl - Täter schweigt - 06.03.2020 17:02 Uhr

Die Polizei nahm das große Anwesen in Colmberg bereits am Dienstag genauer unter die Lupe. © News5/Haag


Das gewaltige Anwesen am Ortsrand von Colmberg fällt auf. Viele Grünflächen, mehrere Teiche, die um das Haus im Zentrum herumliegen, an der Einfahrt steht ein Springbrunnen. Den Bewohner aber kennt in dem kleinen Städchen im Landkreis Ansbach, in dem gut 2000 Menschen leben, kaum einer. Man habe ihn noch nie gesehen, erklärt ein Nachbar, immer wieder tauchen dort Leute auf. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort wirklich jemand wohnt", sagt er. 

Am Dienstagnachmittag geriet das Anwesen in den Fokus der Polizei. Mehrere Einsatzwagen parken in der Zufahrt, in den späten Abendstunden steht abermals ein Helikopter in der Luft, zivile Kräfte durchstreifen Colmberg. Hier, darauf deutet vieles hin, hat sich der Mann eingemietet, der am selben Tag gegen 8.30 Uhr in das Büro eines Gerichtsvollziehers stürmte - und mit einem Messer zustach. 

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Großeinsatz in Ansbach: Gerichtsvollzieher mit Messer angegriffen

Am Dienstagmorgen attackierte ein Mann einen Gerichtsvollzieher in seinem Büro in Ansbach mit einem Messer. Stundenlang fahndete die Polizei mit einem Großaufgebot nach dem flüchtigen Täter. Auch ein Hubschrauber sowie Spürhunde waren im Einsatz. Am Mittwoch konnten die Einsatzkräfte den 33-Jährigen in Rothenburg ob der Tauber festnehmen.


Die Polizei suchte mit einem Großaufgebot, durchkämmte Bahnhöfe, schrieb den 33-Jährigen sogar bundesweit zur Fahndung aus. Am Mittwoch wurden die Behörden fündig und stellten den Angreifer, der zuvor geflüchtet war. Über 24 Stunden entzog er sich der Festnahme. Am Mittwochmorgen wurde der mutmaßliche Täter gefasst.

Mann wartete in Auto an Rothenburger Einkaufszentrum

Passanten meldeten ein verdächtiges Auto im Rothenburger Einkaufszentrum "Zentro". Als eine Streife den Wagen kontrollierte, habe man darin einen Mann gesehen - die Personenbeschreibung passte auf den Flüchtigen. In einem Rucksack habe er mehrere Messer getragen, so die Polizei, die ihn festnahm. "Nach der Überstellung des Festgenommenen an die Ermittler der Mordkommission Ansbach konnte dieser schließlich eindeutig als der gesuchte Tatverdächtige identifiziert werden", heißt es in einer Pressemitteilung. Es handelt sich um einen Deutsch-Polen. 

Der Gerichtsvollzieher wurde bei der Attacke wohl ernsthafter verletzt, er war lange Zeit nicht vernehmungsfähig, musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Doch was war das Motiv des Mannes, der das Messer zückte? Nach nordbayern.de-Informationen hatte der Mieter, der lediglich den Wohnbereich des Hauses gemietet hat, seit Monaten keine Miete gezahlt. Deshalb wurde wohl auch der Gerichtsvollzieher aktiv. Für den Mittwoch, den Tag vor der Tat, sei eine Zwangsräumung der Wohnung anberaumt gewesen, teilt das Präsidium Mittelfranken mit. Auch sie sieht aktuell hier das Motiv des Mannes. 

Autos vor dem Haus kamen Nachbarn dubios vor

Vor dem Haus, sagen Bewohner von Colmberg, standen immer wieder hochwertige Autos - Mercedes, Porsche, Audi, häufig ohne Nummernschilder. Dubios kam das den Nachbarn durchaus vor. Inwieweit das in Verbindung zu der Tat steht, bleibt unklar. 

Derweil laufen die Ermittlungen weiter. Der 33-Jährige sitzt mittlerweile in der Ansbacher Psychiatrie. Am Tatort konnte ein Messer sichergestellt werden, im Auto des Mannes fand die Streife weitere Messer. Mit welchem der Mann zustach, das werde derzeit geklärt. "Die Zuordnung als Tatwaffe bedarf weiterer spurentechnischer Untersuchungen", teilt die Polizei mit. Der Mann schweigt bislang zu den Vorwürfen. 


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