Weitere Proteste gegen Baupläne

Demo gegen das ICE-Werk: 130 Traktoren rollten durch den Landkreis Ansbach

19.7.2021, 17:26 Uhr
Am vergangenen Wochenende fanden erneut Demonstrationen gegen das geplante ICE-Werk der  Deutschen Bahn im Raum Nürnberg statt. Drei Bürgerinitiativen hatten sich hierfür zusammengetan und zogen mit einem Protestzug bestehend aus 130 Traktoren durch  Müncherlbach im Landkreis Ansbach.

Am vergangenen Wochenende fanden erneut Demonstrationen gegen das geplante ICE-Werk der Deutschen Bahn im Raum Nürnberg statt. Drei Bürgerinitiativen hatten sich hierfür zusammengetan und zogen mit einem Protestzug bestehend aus 130 Traktoren durch Müncherlbach im Landkreis Ansbach. © Ralf Straußberger

Etwa zwei Stunden lang rollte die kilometerlange Kolonne von Traktoren durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen, die möglicherweise in ein Industriegebiet mit einem riesigen ICE-Werk umgewandelt werden könnten. Anschließend trafen sich über 600 Demonstranten zu einer Kundgebung auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs, der ebenfalls von den Bauplänen der Deutschen Bahn betroffen sein könnte.

Drei mögliche Standorte sind derzeit für das ICE-Werk im Gespräch: die Heilsbronner Ortsteile Ketteldorf und Müncherlbach sowie Raitersaich im Landkreis Fürth. Um gegen diese Pläne vorzugehen, haben sich in den betroffenen Gemeinden und dem angrenzenden Rohr insgesamt drei Bürgerinitiativen gegründet, die gemeinsam zu dieser Kundgebung aufgerufen hatten.

Neustart der Standortsuche gefordert

In ihren Reden ließen die Vertreter aus der Politik, der Landwirtschaft und den Bürgerinitiativen kein gutes Haar an den Planungen der Deutschen Bahn. Sie fordern einen Neustart der Standortsuche,bei der der Flächenverbrauch deutlich reduziert werden müsse. Unter diesen neuen Bedingungen müsse die Suche auf bahneigene Flächen konzentriert und in ganz Süddeutschland noch mal neu durchgeführt werden.

Jürgen Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Heilsbronn, und seine Amtskollegen Felix Fröhlich aus Rohr und Rainer Gegner aus Roßtal kritisierten
bei der Kundgebung massiv die Pläne wegen der ihrer Ansicht nach "verheerenden Auswirkungen" auf ihre Kommunen. Auf große Kritik stieß auch der Einsatz des Nürnberger Oberbürgermeisters Marcus König (CSU) für ein "Nürnberger ICE-Werk", das aber im Umland gebaut werden solle. Die Stadt Nürnberg sei darauf angewiesen und solle daher auch den Standort stellen, sagte Jürgen Ludwig (CSU), Landrat des Landkreises Ansbach.


ICE-Werk bei Nürnberg: OB König will hierfür keinen Wald verkaufen


Günther Felßner, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes und weitere Vertreter der Landwirtschaft wiesen auf die Notwendigkeit hin, dass Lebensmittel auch regional produziert werden müssen: Die Pläne der Bahn würden das Aus für viele Bauernhöfe vor Ort bedeuten. Die Aussagen der betroffenen Landwirte in Richtung Bahn war klar: "Wir würden unsere Existenz verlieren – wir verkaufen nicht."

Bevölkerung um Unterstützung gebeten

Ralf Straußberger von der Rohrer BI gegen das ICE-Werk warb für Solidarität und Unterstützung aus der Bevölkerung für die Bauernhöfe, denen wegen dieser ICE-Pläne Enteignungen und Rechtsstreitigkeiten drohen. Alexandra Költsch von der Bürgerinitiative "Nicht schon wieder Raitersaich" warb schließlich für die nächste große Protestveranstaltung gegen das ICE-Werk in Raitersaich, um der Bahn wieder die "Rote Karte" zu zeigen. Diese Veranstaltung ist am 14. August unter dem Motto "Eine Nacht mit ICE-Werk" geplant.

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