Gift in Grundwasser nahe US-Kasernen: PFC in Blut nachgewiesen

11.3.2020, 20:11 Uhr
Die giftigen Chemikalien im Blut einiger Bürger werden mit der Kaserne in Katterbach in Verbindung gebracht.

Die giftigen Chemikalien im Blut einiger Bürger werden mit der Kaserne in Katterbach in Verbindung gebracht. © Daniel Karmann/dpa

Erst die Böden und das Wasser, dann die Fische – jetzt der Mensch. Im Blut von zwei Personen aus Obereichenbach bei Ansbach hat ein Labor mit Sitz in Niederbayern im Auftrag der Bürgerinitiative "Etz langt‘s" überhöhte Konzentration von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) nachgewiesen. Die giftigen Stoffe werden mit US-Militärstandorten in Verbindung gebracht.

Der Wert für den PFC-Bestandteil Perfluoroctansäure (PFOA) erreiche mit sechs Mikrogramm pro Liter das Dreifache des vom Umweltbundesamt festgelegten Unbedenklichkeitswertes von zwei Mikrogramm pro Liter. Die betroffenen Bürger hatten jahrelang aus einem mit PFC belasteten Hausbrunnen getrunken.

"Das ist ein erschreckender Wert, auch weil die Verseuchung seit fünfeinhalb Jahren bekannt ist", sagte Boris-André Meyer, Sprecher der Bürgerinintiative, der Fränkischen Landeszeitung. Noch vor einem Jahr sei der Hausbrunnen in Betrieb gewesen. "Es ist fünf nach zwölf. Wir müssen diese Vergiftung stoppen."

Der Mediziner Wolfgang Schmidt erklärte bei einem Pressegespräch, die gefundene PFC-Belastung im Blut liege "in einem Bereich, wo gesundheitliche Folgen nachgewiesen sind". Beispielsweise steige das Risiko für Unfruchtbarkeit, für zu niedrige Geburtsgewichte bei Kindern oder für Immunerkrankungen.

Die Bürgerinitiative will nun ermöglichen, dass sich alle besorgten Bürger testen lassen können. In Obereichenbach gebe es noch eine ganze Reihe solcher Brunnen.


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